Kritik an Beiträgen für Almerschließung
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Das Almerschließungsprojekt zur Eppacher- und zur Tristenalm im Naturpark Rieserferner Ahrn in Rein in Taufers steht unmittelbar vor einer Entscheidung der Landesregierung – wie bereits bei der Lahneralm im Jahr 2023 ist die Kritik der Umweltvertreter groß. Damals zog die Landesregierung die Pläne für die Erschließung der Lahneralm zurück.
Das Projekt für die beiden Almen wurde vom Amt für Natur abgelehnt, Ressortdirektor Alexander Gruber soll das Vorhaben hingegen befürworten. „Öfters haben wir gefordert, dass endlich über die Richtlinien der Landesbeiträge offen diskutiert wird. Es kann nicht sein, dass neben der landschaftlichen Zerstörung, die Allgemeinheit auch noch den allergrößten Teil der Hunderttausende Euro teuren Straße tragen muss“, erklären nun die Umweltvertreter im Führungsausschuss des Naturparkes Rieserferner Ahrn in einer Pressemitteilung.
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30 Millionen für das ländliche Wegenetz
Die Landesregierung hat Anfang des Jahres beschlossen, für die Almerschließung von Gemeinden, Interessentschaften und Landwirtschaftsbetrieben im Haushaltsjahr 2027 30 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Für Straßen, die im entsprechenden Bauleitplan als Gemeindestraße klassifiziert sind, die sich im ländlichen Raum und Berggebiet befinden und der Erschließung landwirtschaftlicher Betriebe dienen, kann nun die Finanzierung von bis zu 80 Prozent der anerkannten Ausgaben gewährt werden. Bei privaten Zufahrten werden bis zu 50 Prozent der anerkannten Kosten von der öffentlichen Hand gedeckt.
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Das ländliche Wegenetz sei von grundlegender Bedeutung für den Weiterbestand des ländlichen Raums und auch der landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Tätigkeit, erklärte Landesrat Luis Walcher nach der letzten Sondersitzung der Landesregierung in den Bezirken letzte Woche in Karneid. „Es ist grundlegend für die Erreichbarkeit und Anbindung der ländlichen Bevölkerung. In den vergangenen Jahren haben wir gemerkt, dass es bei den Investitionen einen großen Aufholbedarf gibt“, so Walcher.
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„Umwelt trotz neuer Hitzewellen zu wenig berücksichtigt“
Die Umweltvertreter im Ausschuss des Naturparks kritisieren diese hohen Beiträge, denn diese baulichen Eingriffe würden den Klimazielen widersprechen. Sofern ein Antragsteller eine Straße bauen möchte, dann solle er diese größtenteils selbst finanzieren. „Umweltaspekte werden trotz neuer Hitzewellen bei Bauprojekten zu wenig berücksichtigt. Niemand will bei sich selbst anfangen und sich beschränken, das ist ein gesellschaftliches Problem, über das öffentlich diskutiert werden sollte“, erklärt Ausschussmitglied Michaela Schuster.
Auch der Bezirk Pustertal des Heimatpflegeverbands, der Umweltring Pustertal und die Vereinigung Südtiroler Biologinnen und Biologen sprechen sich gegen die Almerschließung in Naturparks aus.
„Diese unsägliche Logik einer grenzenlosen Erschließung durch Straßen in letzte unberührte Berggebiete führt letztlich zu einem irreversiblen Verlust natürlicher Ressourcen. Dies können wir uns in Anbetracht von Klimawandel und Biodiversitätsverlust nicht mehr leisten“, so die Vereinigung in einer Aussendung. Ebenso die geplante Traktorstraße ins Spronsertal und die Erschließung der Imst-Alm im Naturpark Texelgruppe seien abzulehnen.
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