Tierisches „Crazy Bike“
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Der Traum vom eigenen Fantasierad ging gestern für die zehnjährige Greta Eschgfäller aus der 4. Klasse der Grundschule Sarnthein in Erfüllung. Mit ihrem kreativen Zoo-Bike gewann Greta den landesweiten Crazy-Bike-Mal- und Zeichenwettbewerb in Südtirol. Laurenz Aichner gewann hingegen mit seinem DJ-Bike den Wettbewerb in Tirol. Profis bauten die Fahrräder nach den Zeichnungen der Kinder verkehrstauglich nach.
Trendige Entwicklungen beeinflussen die gegenwärtige Fahrradkultur deutlich – positiv wie negativ.
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Gretas Zoo-Rad: Dagmar Trafoier, Harald Reiterer und die stolze Siegerin Greta Eschgfäller aus dem Sarntal. Foto: Ivan Brentegani„Die Initiative wurde nicht einfach aus Tirol übernommen“, erzählt Harald Reiterer, Bereichsleiter für Green Mobility Südtirol, auf Nachfrage von SALTO, „sondern vor etwa 15 Jahren gemeinsam von Tirol und Südtirol entwickelt.“ Beteiligte waren damals unter anderem das Klimabündnis Tirol und das Ökoinstitut – im Rahmen eines Interreg-Projekts.
Nach ersten Umsetzungen kam das kinderfreundliche Fahrradprojekt in Südtirol jedoch zum Stillstand, „weil das Ökoinstitut keine öffentliche Einrichtung ist und deshalb keine dauerhafte Finanzierung sicherstellen konnte“, erinnert sich Reiterer, der von 2008 bis Oktober 2012 beim Ökoinstitut Südtirol tätig war. In Tirol wurde die Initiative hingegen weitergeführt.
In den letzten Jahren wurde das Projekt in Südtirol wieder aufgegriffen, unter anderem durch Aktivitäten im Burggrafenamt, mit Beteiligung des Schulsprengels Algund, der Bezirksgemeinschaft und weiterer Akteure. Der Rad- und Mobilitätsexperte beobachtet, dass sich beim Fahrradfahren gesellschaftlich zwei gegensätzliche Entwicklungen zeigen: „Einerseits verbringen manche Kinder und Jugendliche heute mehr Zeit zuhause vor Bildschirmen und bewegen sich weniger aktiv, andererseits gibt es gerade in ländlichen Gebieten einen Trend, dass junge Menschen häufiger mit dem Fahrrad unterwegs sind als früher.“
„Mit dem Malwettbewerb Crazy Bike machen wir das Rad zum Star.“
Trendige Entwicklungen wie Gravelbikes, Rennräder und technische Innovationen beeinflussen die gegenwärtige Fahrradkultur deutlich – positiv wie negativ. Doch neben den sportlichen und trendorientierten Formen des Radfahrens stehe weiterhin die alltägliche Mobilität im Zentrum, denn viele Menschen nutzten das Rad pragmatisch im Alltag. Angesprochen auf die Blockade am 30. Mai am Brenner wollte SALTO von Reiterer wissen, was er von Aktionstagen und temporären Straßensperren wisse, etwa im Zusammenhang mit der bevorstehenden Brennerdemonstration, denn bei derartigen Protesten sei es doch durchaus üblich, Autobahnen oder größere Straßen zeitweise für Fahrradevents oder öffentliche Mobilitätsaktionen zu öffnen.
Für die konkrete Brenner-Sperre sei ihm „keine Fahrradaktion auf Südtiroler Seite bekannt“, meint Reiterer und erzählt von einer einmal geplanten Aktion auf der Schnellstraße Meran-Bozen. Und er erzählt von einer jüngsten Mobilitäts-Exkursion in die Niederlande. „Die heute dort so hochwertige Fahrradkultur war nicht einfach historisch gegeben“, erzählt er, „denn wie frühere Fotos belegen, waren niederländische Städte in den 1970er-Jahren durchaus stark vom Auto geprägt.“
In Südtirol beteiligten sich 30 Schulklassen mit über 400 Zeichnungen.
Verrückte Fahrräder: Harald Reiterer, Dagmar Trafoier, Daniel Alfreider und René Zumtobel Foto: Ivan BrenteganiDer Wandel zur erweiterten Fahrradmobilität sei dann bewusst gestaltet worden. Die Veränderung sei, so Reiterer, „durch Druck und Engagement von unten, aus der Bevölkerung heraus entstanden“. Besonders wichtig sei die bessere „Gestaltung des Straßenraums“, wobei „nicht nur Regeln oder Tempolimits für Sicherheit sorgen“, sondern eine Infrastruktur, die Autofahrer automatisch zu langsamerem und rücksichtsvollerem Verhalten bewegt.
Zurück zum gestrigen Aktionstag: In Südtirol beteiligten sich 30 Schulklassen mit über 400 Zeichnungen. Begleitet wurde die Preisverleihung von einem Mobilitätsfest, an dem 60 Kinder der drei Südtiroler Siegerklassen sowie 21 Kinder der Tiroler Siegerklasse teilnahmen. Klimabündnis-Obmann René Zumtobel zeigte sich begeistert: „Mit dem Malwettbewerb Crazy Bike machen wir das Rad zum Star.“ Und natürlich die Kinder und ihre kreativen Fahrradvorstellungen.
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Nicht nur erzählen sondern von der dortigen Fahrradinfrastruktur lernen und in Südtirol umsetzen!
Ansonsten hättet Ihr Euch die Reise sparen können 😉