Gesellschaft | Unterland

Frauenbeirat für Salurner Inklusion

Die Lega kritisiert die Geschlechtertrennung beim Frauenabend im Salurner Lido, der gezielt Musliminnen anspricht. Der Beirat für Chancengleichheit lobt das Angebot.
Mufid Majnun / Unsplash

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In einer Aussendung verurteilt der Landesbeirat für Chancengleichheit die Kritik an dem Schwimmabend für Frauen in Salurn. „Der Körper von Frauen darf nicht länger zum ideologischen Schlachtfeld werden“, erklären Vorsitzende Ulrike Oberhammer und ihre Stellvertreterin Nadia Mazzardis

Es sei unbestritten, dass es Kulturen gibt, in denen der Weg zur Gleichstellung und Selbstbestimmung von Frauen noch schwieriger ist als in der Südtiroler Gesellschaft. „Gerade deshalb sind wir überzeugt, dass dieser Weg durch Inklusion, Dialog und eine schrittweise Teilhabe am gesellschaftlichen Leben begleitet werden muss – nicht durch Konfrontation oder öffentliche Stigmatisierung“, so Oberhammer und Mazzardis.

Das Angebot des Schwimmbads in Salurn biete diese Möglichkeit der Inklusion. Jeden Montag wird dort ab 18:30 Uhr das Bad ausschließlich für Frauen geöffnet. Initiiert hat das Angebot der muslimische Kulturverein „Armonia“, um muslimischen Frauen genügend Privatsphäre zu garantieren, so Vereinsobmann Hatem Nouir gegenüber SALTO.

Ulrike Oberhammer: „Für manche Frauen kann eine Schwimmstunde ausschließlich unter Frauen einen ersten Schritt darstellen, um ein besonders abgeschottetes familiäres Umfeld zu verlassen und mehr Selbstständigkeit zu gewinnen.“ Seehauserfoto

Der Landesbeirat für Chancengleichheit begrüßt das Angebot im Salurner Schwimmbad. Anstatt solche Debatten zu führen, sei es zielführender, die Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten auszubauen und mehr Kita-Plätze zu schaffen. 

Die Antwort der italienischen Rechtspartei Lega lässt nicht lange auf sich warten: „Als Frauen sind wir fassungslos, wenn wir die Äußerungen der Vizepräsidentin der Provinzkommission für Chancengleichheit, Nadia Mazzardis, lesen“, so Carmen D`Angelo und Margareta Ploner, zuständig für Chancengleichheit in der Lega Alto Adige, in einer neuen Aussendung. Auch Ex-Landesrat Massimo Bessone, ein Anhänger des Rechtsaußen-Politikers Roberto Vannacci, und die Freiheitlichen sprachen sich letzte Woche gegen das Angebot aus. 

„Niemand stellt das Recht jeder Frau in Frage, ihre Freizeit unbeschwert zu genießen oder Sport zu treiben. Genau aus diesem Grund glauben wir, dass der Weg der Integration dazu führen muss, gemeinsame Räume zu teilen, und nicht dazu, sie nach kultureller oder religiöser Zugehörigkeit zu trennen“, so die beiden Lega-Frauen. Ihre Partei wird heute Abend vor dem Salurner Schwimmbad eine Pressekonferenz abhalten: Pünktlich um 18 Uhr, eine halbe Stunde vor dem Start des Frauenabends. (al)