„Aktuell nicht geplant“
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Jetzt S+ abonnieren„Eine Streichung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der Hausärztinnen und Hausärzte ist aktuell nicht geplant. Am bestehenden ärztlichen Bereitschaftsdienst und an seiner Organisation ändert sich mit dem Start der neuen Gesundheitshotline grundsätzlich nichts“, heißt es in der Richtigstellung, die der SALTO-Redaktion vom Gesundheitsressort zum Artikel „Unterschriften für Rittens Versorgung“ zugesendet wurde.
Ausgangspunkt des Artikels war eine Unterschriftenaktion, die die Rittner Hausärztin Bettina Kofler gemeinsam mit Arztkolleginnen und -kollegen gestartet hatte. Sie befürchten, dass der örtliche Nacht- und Wochenenddienst im Zuge der Neuordnung der Gesundheitsversorgung wegfallen würde und betroffene Patientinnen und Patienten von peripheren Zonen künftig nach Bozen fahren müssen, um versorgt zu werden. Mit der Sammlung wollen die Ärzte den bestehenden Dienst auf dem Ritten erhalten.
Formulierungen, wie „aktuell nicht geplant“ und „nach aktuellem Stand“ würden unter den Hausärztinnen und -ärzten nicht zur Beruhigung beitragen, heißt es von Kofler.
Unterstützung, wo benötigt
Vom Gesundheitsressort heißt es: „Am bestehenden ärztlichen Bereitschaftsdienst und an seiner Organisation ändert sich mit dem Start der neuen Gesundheitshotline grundsätzlich nichts. Im Artikel wird die Neuordnung der wohnortnahen Gesundheitsversorgung mit den Gemeinschaftshäusern und der neuen Gesundheitsrufnummer 116117 in Zusammenhang gebracht. Dabei ist es wichtig, die einzelnen Elemente voneinander zu unterscheiden. Die Gemeinschaftshäuser sollen die bestehende wohnortnahe Gesundheitsversorgung ergänzen und erweitern. Sie ersetzen weder die Hausärztinnen und Hausärzte noch deren Funktion.“
Vielmehr sollten die zusätzlichen Strukturen dort unterstützen, wo eine ergänzende Versorgung notwendig ist, beispielsweise, wenn die Hausärztin oder der Hausarzt nicht verfügbar oder nicht erreichbar ist, betont das Gesundheitsressort.
Auch während der Zeiten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes erfolge der Zugang künftig über die 116117, erklärt das Ressort. „Die Hotline nimmt das Anliegen entgegen und leitet die Anruferinnen und Anrufer bei Bedarf an den zuständigen ärztlichen Bereitschaftsdienst weiter.“ Damit müssten sich Bürgerinnen und Bürger nicht mehr die unterschiedlichen Telefonnummern der einzelnen Bereitschaftsdienste merken. „Die einheitliche Rufnummer 116117 ersetzt somit nicht den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Sie wird als einheitliche Anlaufstelle vorgeschaltet und erleichtert den Zugang zur jeweils zuständigen Versorgung“, führt das Ressort aus.
Ein Missverständnis?
Des Weiteren würden die Gemeinden Ritten und Sarntal in der Auflistung der „peripheren“ Gebiete im noch nicht unterzeichneten Landeszusatzvertrag zwischen Land und Hausärztegewerkschaften fehlen, so Kofler.
Eine Prüfung bestätigt dies. Der Artikel sieht einen Fonds vor, der während des Übergangs zur neuen Organisation die Versorgung in peripheren Gebieten unterstützen soll. Bis endgültige Kriterien feststehen, zählt der Entwurf 14 Gebiete auf, die vorläufig als peripher gelten. Dazu gehören unter anderem der obere Vinschgau, das obere Eisacktal, das Ahrntal, das Gadertal und das Passeiertal. Ritten und Sarntal fehlen in der Liste.
In diesen Gebieten sollen die Hausärzte eigene Dienste organisieren und werktags von 20 bis 24 Uhr sowie an Feiertagen von 8 bis 24 Uhr telefonisch erreichbar sein. Dafür sieht der Entwurf ein Stundenhonorar von 25,36 Euro vor.
Die Rittner Hausärzteschaft wertet das Fehlen von Ritten und Sarntal als Hinweis darauf, dass der örtliche Bereitschaftsdienst im künftigen Modell nicht abgesichert ist.
„Noch nicht unterzeichnet“
Die Darstellung des Ressorts widerspricht dieser Wertung: „Im Entwurf des neuen Landeszusatzvertrags ist eine entsprechende Übergangsbestimmung vorgesehen. Und überhaupt ist der Landeszusatzvertrag mit den Allgemeinmedizinern, in dem diese Bestimmungen, auch die Übergangsbestimmung, enthalten sind, noch gar nicht in Kraft, weil er noch nicht unterzeichnet wurde.“
Damit gibt es nach aktuellem Stand keine beschlossene Streichung des Bereitschaftsdienstes auf dem Ritten und im Sarntal. Hausärztin Bettina Kofler zeigt sich angesichts dessen jedoch nicht wirklich beruhigt: „Seit November haben viele Gespräche zwischen Gesundheitsressort, Bürgermeistern und Gewerkschaften stattgefunden und dabei hat es zumindest für die Gemeinden Ritten und Sarntal deutlich so ausgesehen, dass der Bereitschaftsdienst nicht bestehen bleibt.“ Zudem empfinde man Aussagen, wie „aktuell nicht geplant“, „noch nicht“ oder „zum aktuellen Stand“, in der lokalen Ärzteschaft nicht als beruhigend, so Kofler.
Das Ressort entgegnet jedoch, dass hier ein Missverständnis vorliege: „In den Gesprächen ging es um die künftige Ausgestaltung des Bereitschaftsdienstes. Daraus dürfte sich bei einigen der Eindruck ergeben haben, dass dieser in Ritten und Sarntal wegfallen wird. Dem ist laut aktuellem Stand nicht der Fall.“