„Literarische Bretter vor dem Kopf“
Dieser Artikel ist für dich kostenlos. Unabhängiger Journalismus in Südtirol braucht aber deine Unterstützung. Wir würden uns daher freuen, wenn du ein SALTO Abo abschließen würdest. Vielen Dank!
Jetzt S+ abonnierenWelches Buch hat Sie in Ihrer Kindheit nachhaltiger geprägt, als Sie damals je geglaubt hätten?
Christina König: „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende. In der Kindheit habe ich es einfach für ein schönes Buch gehalten, und je älter ich werde, desto wichtiger werden die Botschaften und Fragen, die sich darin verstecken.
Welcher letzte Satz eines Romans ist und bleibt für Sie ganz großes Kopfkino?
Ganz genau den letzten Satz kann ich nicht zitieren, aber das halb optimistische, halb realistische Ende von Patricia Highsmiths „Carol“ gefällt mir immer mehr, je öfter ich es lese.
Wenn ich nicht Franz Tumler sage, wird mir dann mein Preis aberkannt?
Reimen ist doof, Schleimen ist noch doofer… Auf welches – anscheinend gute – Buch konnten Sie sich nie wirklich einen Reim machen?
Leider sehr viele. Manchmal frage ich mich schon, welche literarischen Bretter ich vor dem Kopf habe. Klassisches Beispiel: „Die geheimste Erinnerung der Menschen“ von Mohamed Mbougar Sarr. Mein Papa (Deutschlehrer und Sehr-viel-Leser) hat es geliebt, die Jury des Prix Goncourt offensichtlich auch – und ich fand es einfach nur albern und prätentiös. Aber wäre auch langweilig, wenn wir alle dasselbe mögen würden.
Ein Fall für Commissario Vernatschio. Wie erklären Sie einem Außerirdischen die geheimnisvolle Banalität von Lokalkrimis?
Ich sage den Außerirdischen, dass wir jetzt gemeinsam jemanden suchen gehen, der sie uns erklärt, und spendiere ihnen einstweilen Schokokekse.
Gewichtig! Welchen Buch-Tipps schenken Sie noch uneingeschränkt Vertrauen?
Denen von Freund*innen und Familie. Auch wenn wir uns nicht einig sind.
Was für ein Fehlschlag! Welches Buch würden Sie auf einer einsamen Insel zurücklassen?
Alles von Houellebeque. Vielleicht gönne ich ihnen noch ein hübsches Lagerfeuer.
Das Rauschen des Blätterns. Welches Buch würden Sie auf keinen Fall am E-Book-Reader lesen?
Jedes einzelne, das es auch in gedruckter Form gibt.
Welches Buch zu Südtirol oder eines/einer Autors/Autorin aus Südtirol würden Sie unbedingt weiterempfehlen?
Wenn ich nicht Franz Tumler sage, wird mir dann mein Preis aberkannt?