Inklusion ist mehr als ein Sommerjob
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Jetzt S+ abonnierenBestellungen aufnehmen, Getränke ausgeben, kassieren, servieren oder Waren nachfüllen: Acht Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen haben in der Sommersaison 2026 bei LIDOO Inklusion mitgearbeitet. Projektleiter und Sozialpädagoge Armin Trebo erzählt vom tollen Arbeitsklima im Team von Menschen mit und ohne besondere Bedürfnisse: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihre Fähigkeiten einbringen und erleben, dass ihr Beitrag für das Gelingen eines gemeinsamen Projekts von Bedeutung ist“.
Getragen wird LIDOO von der Sektion Yoseikan Budo & Fitness des SSV Bruneck. Seit 2025 führt der Verein die Bar im Brunecker Freibad.
Mehr als „Dabei sein ist alles“
Die Verbindung zwischen dem Kampfsport Yoseikan Budo und dem Projekt in der Freibadbar ist dabei kein Zufall. „Budō“ bezeichnet Kampfkünste, bei denen neben der Technik auch Disziplin, Respekt und persönliche Entwicklung eine Rolle spielen. „An diesen Grundsätzen orientiert sich die sogenannte Budo Education des Vereins“, schildert Armin Trebo. Bei LIDOO geht es allerdings nicht um Kampfsporttraining, sondern darum, Selbstvertrauen, Verlässlichkeit, Eigenverantwortung und die eigenen Fähigkeiten im gemeinsamen Arbeitsalltag zu fördern.
Trebo führt aus, dass die Aufgaben an die individuellen Fähigkeiten der Beteiligten angepasst werden. „Neben Service und Gästebetreuung gehören dazu die Aufnahme von Bestellungen, Unterstützung an der Kasse, Lageraufgaben sowie Reinigung, Recycling und organisatorische Aufgaben“, so Trebo.
Einigs kann selbstständig erledigt werden, andere Aufgaben erforderten Anleitung oder die Unterstützung eines Teammitglieds, wie Trebo erzählt.
Die Anstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit besonderen Bedürfnissen erfolgt laut Projektleitung in Abstimmung mit Familien, Betreuungspersonen sowie sozialen und pädagogischen Einrichtungen, beschreibt Trebo: „Berücksichtigt werden unter anderem Interessen, Belastbarkeit, Kommunikationsmöglichkeiten und Unterstützungsbedarf. Die Beteiligten werden schrittweise in die Arbeitsabläufe eingeführt und erhalten regelmäßige Rückmeldungen. Unterstützung soll nach Möglichkeit reduziert werden, sobald eine Aufgabe selbstständig ausgeführt werden kann“. Die pädagogische Leitung liegt bei Dr. Sarah Patuzzi.
„Gleiche Arbeit soll nach gleichen Kriterien bewertet und vergütet werden“
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien dabei laut Trebo „nach denselben sachlichen Kriterien wie die übrigen Teammitglieder entlohnt worden“. Unterschiede hätten sich aus der Beschäftigungsform, dem Stundenumfang, den Aufgaben und den gesetzlichen Vorgaben ergeben, nicht aus einer Behinderung. „Gleiche Arbeit soll nach gleichen Kriterien bewertet und vergütet werden“, betont Trebo.
Finanziert wird LIDOO durch die Einnahmen der Freibadbar, ehrenamtliche Mitarbeit, öffentliche Beiträge, Spenden, Sponsoring, Sachleistungen und wirtschaftliche Vergünstigungen. Der Barbetrieb leiste einen wichtigen Beitrag, könne die Kosten für Organisation, Begleitung, Versicherungen und Verwaltung aber nicht vollständig decken.
Außerhalb der Freibadsaison werden weiterführende Tätigkeiten bei Vereinsveranstaltungen, Ferienprogrammen, in der Materialverwaltung oder beim Nachmittagsbetreuungsprojekt KEYS angedacht.