Gesellschaft | Athesia-Hotelprojekt

„Stoppt das Monsterhotel“

Das von Athesia geplante große Luxus-Hotelprojekt sorgt im Dorf St. Andrä und in den sozialen Medien für Diskussionen. Aktivisten rufen über Instagram und Petitionen die gesamte Südtiroler Bevölkerung dazu auf, das Projekt zu stoppen.
Luxus-Hotel für St. Andrä: Barbara Plagg, Majda Brecelj, und Moritz Holzinger sagen: „Nein!“ Bild: Screenshot/beitragvomland, Instgram

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Athesia plant ein großes Hotelprojekt in St. Andrä, eine Fraktion von Brixen. Geplant ist ein Luxus-Vier-Sterne-Superior-Hotel  mit 124 Zimmern und fast 400 Gästebetten. Der Komplex umfasst zusätzlich zum Hauptgebäude fünf Türme mit bis zu sechs Stockwerken. Das Grundstück ist fast 16.000 Quadratmeter.

Das Projekt steht allerdings unter großem Zeitdruck. Am 30. September endet die Frist für die Erteilung der Baukonzession für Hotelprojekte, sonst verfallen die Bettenrechte. Aufgrund der Größe des Projekts, wäre eigentlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich. Das Projekt wurde erst am 10. September eingereicht und am 17. September veröffentlicht. Weil die Veröffentlichungsfrist 45 Tage beträgt, wird es praktisch unmöglich sein, die Genehmigung noch vor dem 30. September zu erhalten. Befürchtet wird nun, dass das Riesenprojekt dennoch auf Schiene gebracht werden soll.

Engagierte „Influencer“

Mit diesem Projekt sind aber nicht alle einverstanden. Vor allem auf den sozialen Medien regt sich Unmut. „Influencer“ und. Aktivisten wie Majda Brecelj, Barbara Plagg und Moritz Holzinger setzen sich über ihre eigenen Accounts und Kanäle dafür ein, das Projekt kritisch zu hinterfragen und eine breitere Öffentlichkeit dagegen zu mobilisieren. In ihren Videosgehen sie aktiv in das Dorf St. Andrä und befragen die Einwohner direkt. 

 

 

„Da war gleich der Konsens da. Wir müssen einfach den Menschen, die da wohnen und direkt betroffen sind, irgendwie eine Stimme geben“, erzählt Majda Brecelj. 

Das Ziel dieser Umfragen ist es, die Stimmung und Meinungen im Dorf zu zeigen. Dabei kamen alle zu Wort, junge Leute, ältere Bewohner und lokale Familien. Für viele von ihnen wird der exzessive Tourismus unerträglich, da sie ihre eigenen Gärten vor Lärm nicht mehr nutzen können und Spielräume in den Wäldern für ihre Kinder verlieren. 

„Für uns ist es eine Belastung“

Bürgerinnen und Bürger wehren sich gegen das Projekt, auch mit der Petition „Monsterhotel auf der Plose stoppen“, die auf der Plattform innn.it gestartet wurde und in knapp zwei Tagen fast 9.000 Unterschriften gesammelt hat. Die Forderung an die Gemeinde Brixen:sie soll die Genehmigung des Projektes verweigern. 

Ein solch massives Projekt, so die Protestierenden, stelle eine erhebliche Belastung für die Umwelt dar. In den Projektunterlagen werden diese deutlich geschildert. Vorgesehen sind Rodungen von Waldflächen am Dorfrand und Aushubarbeiten von bis zu 17 Metern Tiefe. Zu erwartende Folgen sind außerdem hohes Verkehrsaufkommen sowie ein hoher Wasser und Energieverbrauch.

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