Tanz im Ungleichgewicht
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Jetzt S+ abonnierenGleichgewicht ist selten ein starrer Zustand. Es ist ein ständiges Gegensteuern, ein Tastendes-sich-Ausbalancieren in einer Welt, die sich rasch verändert. Unter dem Motto „Finding Balance in Uncertain Times“ geht das Festival Alps Move vom 2. bis 28. Oktober in seine 21. Ausgabe und stellt genau diesen heiklen Balanceakt in den Mittelpunkt. Unter der künstlerischen Leitung von Doris Plankl und Martina Marini zeigt das Festival in diesem Jahr 19 Produktionen, die sich mit Kontrolle, Schwerkraft, Halt und Verunsicherung auseinandersetzen. Was Alps Move seit jeher auszeichnet, ist seine Funktion als essenzielles Scharnier für die lokale Tanzszene: Das Festival bringt vor Ort tätige Performerinnen und Performer mit Südtiroler Künstlerinnen und Künstler zusammen, die im Ausland arbeiten oder an europäischen Akademien ausgebildet werden. So entsteht ein lebendiger Raum für Vernetzung, Austausch und Sichtbarkeit abseits etablierter Tournee-Formate.
Genauso beweglich wie die Choreografien zeigt sich auch die Wahl der Orte. Das Festival zieht bewusst durch das Land und bringt zeitgenössischen Tanz bis in die Peripherie. Der Auftakt erfolgt in Lana – unkonventionell unter anderem in der Tiefgarage unter dem Hofmannplatz mit einer Arbeit von Rebecca Dirler und Joy Luna Schenk-Delgado zur digitalen Überforderung. In der Lananer Bibliothek folgen Stücke von Yunjung Kim, Sabrina Valle, ein Tanzfilm von Marion Sparber sowie ein poetisches Solo von Iosu Lezameta.
Auch Fragen der psychischen Gesundheit und das Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Gemeinschaft bekommen Raum.
Über Meran und Bozen bis nach St. Ulrich geht die Reise weiter. Beim Auftakt im KiMM Meran zeigt Anastasia Kostner ihr Stück „Up Close“, das mit neun Performer:innen den Bühnenraum auflöst. Im Meraner Bürgersaal sowie im Stadttheater Gries in Bozen begegnen sich weitere vielschichtige Arbeiten: Santija Bieza verbindet Kunst und Biologie, Sabine Raffeiner erforscht den Schwellenmoment des Loslassens, während Margherita Dello Sbarba anhand der Figur der Meerjungfrau über Weiblichkeit und Körperbilder reflektiert. Auch Fragen der psychischen Gesundheit und das Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Gemeinschaft bekommen Raum.
Ein besonderer Akzent setzt die Erstbespielung des Klosters Neustift in Vahrn: Ein begehbarer, sechsteiliger Parcours führt durch die historischen Räume und verbindet Musik, Installation und Tanz zu Themen wie Mutterschaft, Tradition und Vertrauen – gestaltet von zahlreichen Südtiroler Künstlerinnen wie Sabrina Fraternali, Marika Rainer oder Sylvie Riant. Zum Abschluss des Festivals lädt Alps Move das Publikum ein, selbst aktiv zu werden: Vom 25. bis 28. Oktober organisiert Birgit Krejci das Contact-Improvisation-Retreat „Dolomite Flow“ im Haus der Familie auf dem Ritten. In einer Reihe von Workshops mit der international renommierten Tänzerin und Choreografin Katja Mustonen können dort sowohl Anfänger:innen als auch Erfahrene das gemeinsame Tanzen und Ausbalancieren selbst erleben.
Alps Move liefert dabei keine vorgefertigten Antworten, sondern lässt Körper stellvertretend für das Publikum das Suchen und Finden von Stabilität durchspielen.
Hier können Sie Online-Tickets buchen.
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