Wirtschaft | Meran

Residenz mit 20 Ferienwohnungen geplant

Vor der Verfallsfrist für historische Tourismuszonen legt die Familie Schmid ein Bauprojekt für den Kastanienweg im Meraner Stadtviertel Obermais vor. Kritik kommt von der Liste Civica.
Meran, Kurhaus, Promenade
Foto: Seehauserfoto
  • Wenige Monate vor der Verfallsfrist für genehmigte Tourismuszonen hat die Familie Schmid in der Gemeinde Meran nun ein Bauprojekt zur Genehmigung vorgelegt. In der bereits Ende der 90er Jahre ausgewiesenen Tourismuszone in der Kastaniengasse in Obermais soll auf einer Fläche von rund 8.000 Quadratmetern eine Residenz mit rund 20 großen Ferienwohnungen und voraussichtlich 70 Betten entstehen. 

    Außerdem beschloss die Stadtregierung Ende letzten Jahres für das Jahr 2026 aus Merans Kontingent der 296 Vorschussbetten 40 Betten und für das Jahr 2027 30 Betten zuzuteilen, eine Rangliste für das Jahr 2026 wurde bereits erstellt. Hinzu kommen rund 32 neue Gästebetten, die bei dem Aufbau des Hotels Aurora neben dem Theaterplatz geschaffen werden. 

  • Die Kritik der Liste Civica

    Für die drei Gemeinderäte der Civica ist die Zuteilung der 70 Vorschussbetten zu viel des Guten. Der Tourismus sei einer der wichtigsten wirtschaftlichen Triebkräfte der Stadt, genau aus diesem Grund fordert die Liste nun, dass seine Entwicklung „mit Ausgewogenheit, Verantwortung und Weitsicht“ gesteuert wird. „Meran kann nicht weiter einem Modell nachjagen, das allein auf der Steigerung der Zahlen basiert“, erklärt Civica-Fraktionssprecherin Beatrice Calligione und fordert die 30 gewährten Vorschussbetten für das Jahr 2027 zu streichen. 

    Tourismusreferentin Barbara Hölzl (SVP) weist diese Kritik zurück. „Sowohl die geplante Residenz im Kastanienweg als auch die Erweiterung des Hotels Aurora fallen nicht ins Kontingent der Vorschussbetten“, so Hölzl. Während das Bauprojekt der bereits ausgewiesenen Tourismuszone in Obermais noch bis zum September 2026 genehmigt werden kann, fällt das Hotel Aurora gar nicht unter die Regelung des Bettenstopps. 

  • Meraner Altstadt: Historische Ortskerne sind von dem Bettenstopp südtirolweit ausgenommen. Foto: Seehauserfoto
  • „Das Hotel befindet sich im historischen Ortskern und diese sind landesweit vom Bettenstopp ausgenommen worden“, erinnert die Meraner Tourismusreferentin. So soll vermieden werden, dass in historischen Ortskernen zu viel Leerstand entsteht, da dort meist viele Gebäude unter Denkmalschutz stehen und nicht immer genutzt werden.

    Die geplante Ferienresidenz im Kastanienweg wird derzeit urbanistisch geprüft, bestätigt Hölzl. „Ob sie innerhalb der Frist genehmigt wird, hängt von mehreren Faktoren ab“, meint sie. Hinter dem Projekt steht die Familie Schmid, die bereits das Schloss Rametz mit Weingut, Restaurant und Privatmuseum sowie das 5-Sterne-Hotel Villa Eden in Meran führt. 

    „Wir wollen keinen riesigen Hotelkomplex mit Hunderten Betten bauen, sondern arbeiten an einem alternativen Konzept, das auch zu den Gegebenheiten der Stadt Meran passt“, erklärte Karl Schmid vor zwei Jahren gegenüber SALTO. Eine erneute Anfrage zum aktuellen Stand des Projekts blieb unbeantwortet.