„Mit Wasser bauen und nicht dagegen“
Dieser Artikel ist für dich kostenlos. Unabhängiger Journalismus in Südtirol braucht aber deine Unterstützung. Wir würden uns daher freuen, wenn du ein SALTO Abo abschließen würdest. Vielen Dank!
Jetzt S+ abonnierenSALTO: Sie sind mit Ihrem Beitrag „Die Stadt vor Fluten schützen“ beim „Constructive World Award 2026“ in der Kategorie „Better Planet“ ausgezeichnet worden. Gratulation! Wie ist Ihnen dieses Thema „zugefallen“?
Gustav Hofer: Seit ich begonnen habe, regelmäßig für die Schweizer Reportage-Sendung NZZ-Format zu arbeiten, habe ich mich immer wieder mit Themen beschäftigt, die direkt oder indirekt mit den Folgen des menschengemachten Klimawandels zu tun haben. Mein Ansatz dabei war immer, auch von Menschen zu erzählen, die an Lösungen arbeiten. Beim Film über die Schwammstadt war es ähnlich: Wieder einmal waren Zeitungen und soziale Medien voll von Berichten, wie Städte und Regionen überflutet wurden. Und so habe ich mit der Recherche begonnen. Die Idee dahinter: Städte sollen Regenwasser wie ein Schwamm aufnehmen, speichern und langsam wieder abgeben – statt es schnell in die Kanalisation abzuleiten.
Wir müssen aufhören, Grünflächen zu verbauen und zuzubetonieren.
Wie lange haben Sie recherchiert? Wie erfolgte die Umsetzung?
Die Recherchen haben sich über Monate hingezogen, denn es gibt verschiedene Beispiele von Städten, die begonnen haben, mit naturbasierten Ansätzen das Problem von Starkregen und langen Dürreperioden anzugehen. Ich habe nach Orten gesucht, wo das systematisch gemacht wird. So bin ich einerseits auf Kopenhagen und andererseits auf den „Vater“ der Schwammstadt-Idee gestoßen. Mit Kongjian Yu (1963-2025 ) habe ich dann einige Gespräche online führen können, um den Dreh in China vorzubereiten und seinen Ansatz besser zu verstehen.
Warum gelten die Arbeiten von Kongjian Yu und Mette Skjold als wegweisend für den Umgang mit Wasser und Natur in urbanen Räumen?
Kongjian Yu hat China revolutioniert. Ihm ist größtenteils das Pilotprogramm zu verdanken, mit dem das kommunistische Regime 2015 beschlossen hat, bis 2030 mehr als 30 Städte nach dem Schwammstadt-Prinzip umzugestalten. Mittlerweile ist diese Zahl auf über 70 gestiegen – alle mit dem Ziel, 70 Prozent des Regenwassers aufzunehmen. Der Landschaftsarchitekt hat aber immer versucht, weit über China hinauszugehen.
In den letzten Jahren hat er die Theorie des „Schwammplaneten“ entwickelt…
Für Kongjian Yu hat der Kampf gegen den Klimawandel das Thema Wasser zu lange ignoriert – dabei wurde ein Großteil unseres Wasserkreislaufs zerstört. Wasser hat seine Vision bestimmt, denn laut Yu müssen wir mit Wasser bauen und nicht dagegen. „Water always wins“, sagt er im Film – egal wie hohe Betonmauern wir auch bauen. Leider ist er im vergangenen Jahr bei einem Flugzeugabsturz in Brasilien tödlich verunglückt. Sein Tod ist ein großer Verlust – aber seine Ideen leben weiter, gerade jetzt, wo sie dringender gebraucht werden, denn je.
Die Stadt vor Fluten schützen
Hofers Beitrag erschien erstmals am 27. November 2025 in SRF 1 für das „NZZ Format“. Mit dem Award Better Planet soll „die gesellschaftliche und journalistische Arbeit derjenigen gewürdigt werden, die unsere Welt konstruktiv nach vorne denken und bewegen.“
Und Mette Skjold?
Mette Skjold vom dänischen Landschaftsarchitektur-Büro SLA hingegen hat ausgehend von Kopenhagen gezeigt, wie Städte transformiert werden können, um lebenswert zu bleiben. Ihr Motto: „Wir gestalten Orte für das Leben – alles Leben.“
Phänomene von Starkregen gibt es auch in den Alpen, den Bergen. Wie lässt sich die urbane Geschichte auf den ländlichen Raum übertragen?
Ich bin weder Landschaftsarchitekt noch Ingenieur. Doch wir müssen begreifen, dass wir aufhören müssen, Grünflächen zu verbauen und zuzubetonieren. Wasser braucht Platz – und diesen Platz nimmt es sich.
Was bedeutet für Sie diese Auszeichnung?
Es ist eine schöne Bestätigung und eine Einladung, weiterzumachen – an Themen, die zählen.
Gratulation!! Sehr klass!…
Gratulation!! Sehr klass!
Buchtipp: https://oekologisches-wirtschaften.de/index.php/oew/article/view/2107 liefert mit dem Vorschlag einer antifaschistischen Wirtschaftspolitik eine Antwort. In Verbindung mit einer konsequenten Umweltpolitik könnte hieraus eine zukunftsfähige wirtschaftspolitische Alternative werden.
Das kann halt Südtirol nicht....
Die in-Folge „der gestörten…
Die in-Folge „der gestörten Höhen-Winde auftretenden punktuellen STARK-REGEN, über-fordern leider -a l l e - A B F L U S S - S Y S T EM E- auch die -B Ä C H E-, die insgesamt leider nicht mehr die in sehr kurzer Zeit gefallenen Wasser / Hagel-Mengen ab-zu-leiten ...!“
Antwort auf Die in-Folge „der gestörten… von Josef Fulterer
Die Gesellschaft wird nicht…
Die Gesellschaft wird nicht umhin kommen wo es möglich ist, „vor den ... Siedlungen Ausweich-Flächen an-zu-legen auf denen das zurück-gestaute Wasser möglichst wenig Schaden anrichtet, der dem Grundbesitzer nach jedem Schadensfall zeitnah zu entschädigen ist!“