Musik | ± disco #2

Ganz in weiß

Herausragend in jedem Sinne: The Whitest Boy Alive - Dreams LP (20th Anniversary Edition). Die Platte der Woche.
Bild: SALTO/AS

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Ja ist denn schon Weihnachten? Nach zwei Jahrzehnten und damit der mit Abstand längsten Zeit, die ich jemals auf eine Platte gewartet habe, halte ich endlich Dreams von The Whitest Boy Alive in den Händen. 

Als die Platte 2006 erschien, wurden The Whitest Boy Alive schlagartig zu Stars im Indie-Pophimmel. Das lag nicht nur am bereits damals schon recht bekannten norwegischen Sänger Erlend Øye. Die Berliner Band verpflanzte den Geist von elektronischer Clubmusik in ein analoges Live‑Konzept. Heraus kam dabei jedoch nicht Techno und House mit klassischen Instrumenten. Vielmehr spielte die Band einen handgemachten, warmen, treibenden Sound, der sich wie ein DJ‑Set entfaltet. Gitarre, Bass, Drums, Rhodes-Klavier oder Synthesizer und die sanfte Stimme von Erlend Øye: Mehr brauchte es nicht. 

Stücke wie „Burning“, „Golden Cage“ oder „1517“ sind zu Indie‑Pop‑Klassikern geworden. Live spielt die Band neben ihren eigenen Stücken gerne auch Coverversionen ikonischer Clubhymnen – von „Show Me Love“ (Robin S.), „You Don’t Know Me“ (Armand van Helden), „Promised Land“ (Joe Smooth), „You Keep Me Hangin' On“ (The Supremes), aber auch „Wicked Game“ (Chris Isaak) – oft so subtil, dass das Publikum erst mitten im Jam merkt, dass gerade ein Tanz‑Evergreen den Raum rockt.

Bandfoto der schüchternen, blassen Jungs von The Whitest Boy Alive: Der Name ist eine ironische Selbstbeschreibung. Die bewusst überzeichnete Figur des bleichen, schüchternen und unauffälligen Jungen, den Øye selbst oft verkörpert und musikalisch inszeniert. say-yes.eu

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The Whitest Boy Alive - Dreams LP (20th Anniversary Edition)

Gesuchte LP feiert zwanzigsten Geburtstag: The Whitest Boy Alive - Dreams LP (20th Anniversary Edition) al

Die ursprüngliche Vinyl‑Edition von Dreams ist legendär und bislang nahezu unerreichbar, weil von den 2.000 gepressten Exemplaren nur 488 die Qualitätskontrolle bestanden und in den Handel kamen. Das aufwändig gestaltete Cover war vom Presswerk nicht fehlerlos realisierbar. Die Platte wurde in der Folge zum begehrten Sammlerobjekt und für bis zu 1.000 Euro gehandelt. Seit Jahren wünschen sich Fans händeringend eine Neuauflage. 

Zum 20‑jährigen Jubiläum ist Dreams nun endlich wieder auf Vinyl erschienen – mit dem ursprünglichen Artwork und der hochwertigen Gestaltung, so umgesetzt, wie es von Anfang an gedacht war. 

Die Neuveröffentlichung ist wirklich ein Traum, angefangen bei der Verpackung mit dem bibliophilen Gatefold-Cover mit Präge-Druck, der bedruckten Innenhülle und dem makellos gepressten Vinyl, das die Musik in perfektem Sound wiedergibt. Das Gatefold‑Cover besteht aus schwerem, glänzendem und geprägtem Karton; es ist 1 cm höher und 0,5 cm breiter als die Erstpressung und ragt damit wortwörtlich aus jeder Plattensammlung heraus. 

Die 20th Anniversary Vinyl Edition ist über say‑yes.eu erhältlich und The Whitest Boy Alive treten letzthin auch wieder live auf, nachdem es jahrelang still um sie war.

Reinhören: The Whitest Boy Alive - Dreams LP

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