Politik | Tirol

Friedlicher Protest am Brenner

Fast 5.000 Menschen protestierten auf der Autobahn bei Matrei gegen die Verkehrsbelastung und für den Schutz der Gesundheit. Die Straße ist nun wieder geöffnet.
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Foto: Seehauserfoto
  • Fast 5.000 Demonstrierende haben sich am vergangenen Samstag auf der Brennerautobahn bei Matrei in Tirol versammelt, um gegen die hohe Verkehrsbelastung zu demonstrieren. Auf den Transparenten waren Slogans wie „Die EU, der Transitverkehr und der Profit zerstören unsere Gesundheit“ und „Weg mit dem Schwerverkehr von unseren Straßen“ zu lesen.

    Tirols Landeshauptmann Anton Mattle teilte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Sicherheitskräften vor Ort mit, dass er „das Forderungspaket der Protestorganisatoren nach Wien, Berlin, Rom und Brüssel weitergeleitet“ habe und bekräftigte seine volle Unterstützung für den Protest. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher hingegen hatte die Blockade kritisiert und bei dem italienischen Verkehrsminister Matteo Salvini interveniert.

    „Es braucht endlich ein klares Bekenntnis der Regierungen in Rom, aber auch in Berlin, dass man ein digitales Verkehrsmanagement umsetzt“, erklärt Mattle vor den Presseleuten. Auch wenn Tirol den Südtiroler Vorschlag einer variablen Lkw-Maut für Spitzenzeiten für zu lasch hält, sei er weiterhin für Gespräche bereit. Das Ziel sei dabei klar: „Es muss bemautet werden von Rosenheim bis nach Verona und zwar in einer Höhe, wie es in der Schweiz auch ist.“

  • Marlene Roner: „Wir müssen alle miteinander schauen, dass wir die Landschaft und Gesundheit der Menschen erhalten.“ Foto: SALTO / SN
  • „Bayern, Nordtirol, Südtirol, Trentino, wir müssen alle miteinander schauen, dass wir die Landschaft und Gesundheit der Menschen erhalten“, erklärt Marlene Roner vom Südtiroler Heimatpflegeverband (HPV) in einem Redebeitrag und fordert eine höhere Auslastung der Bahn anstatt der Straße. „Auch wenn die Landesregierung nicht begeistert ist, auch wenn bei uns in Südtirol einige gegen das Nachfahrverbot sind, sind wir Südtiroler für eure Initiative dankbar.“ 

    Neben dem HPV haben auch die Plattform Pro Pustertal, Climate Action und der Dachverband für Natur- und Umweltschutz sowie die Oppositionsparteien Süd-Tiroler Freiheit, Team K und Grüne ihre Unterstützung ausgesprochen und zur Teilnahme aufgerufen.  

    Bis jetzt hat die Sperrung des Brennerpasses aufgrund der Demonstration nicht zu dem befürchteten Chaos geführt. Das bestätigten die Sicherheitskräfte und auch der österreichische Automobilclub ÖAMTC. Das Verkehrsaufkommen sei deutlich geringer als gewöhnlich, offenbar haben viele die Empfehlung der Behörden befolgt und ihre Reise verschoben oder fallen gelassen. 

  • Hinweis: Der Artikel wurde am 30. Mai 2026 um 21:30 Uhr aktualisiert.