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Jetzt S+ abonnierenDas Gesundheitswesen beschäftigt die Südtirolerinnen und Südtiroler wie kaum ein anderes politisches Thema. Klar, alle sind darauf angewiesen und da brennt es umso mehr auf der Haut, dass fast jeder jemanden kennt, der lange auf eine Untersuchung warten musste, oder sich schwer tut einen Hausarzt in der Nähe zu finden. Papierkram oder Streitigkeiten am Schalter tun ein Übriges. Gleichzeitig fließen jährlich mehr als zwei Milliarden Euro in die Sanität. Da darf man sich fragen: Wohin steuert Südtirols Gesundheitswesen?
In der neuen Folge von „In der Streitergasse“ diskutieren Josef Widmann, Sanitätsdirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebs, Astrid Marsoner, Präsidentin der Ärztekammer Südtirol, und Franz Ploner, Landtagsabgeordneter des Team K, über Prävention, Personalmangel, Digitalisierung und die Zukunft der wohnortnahen Versorgung.
Josef Widmann warnt davor, aus Südtirols schwacher Platzierung bei der jüngsten LEA-Bewertung durch das Gesundheitsministerium ein pauschales Urteil über das gesamte Südtiroler Gesundheitswesen abzuleiten. Die LEA (Livelli Essenziali di Assistenza) bewertet enthält die Kriterien für die wesentliche Betreuungsstandards im Gesundheitssystem).
„Besonders schwierig bleibe die Personalsuche allerdings in stark belasteten Bereichen wie den Notaufnahmen.“
Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, sieht der Sanitätsdirektor vor allem Potenzial in neuen Kooperationen mit Universitäten sowie zusätzlichen Möglichkeiten in Forschung und Lehre. „Unser Anliegen muss es sein, sie wieder für Südtirol zu gewinnen und unsere Arbeitsplätze so zu gestalten, dass die Rückkehr attraktiv wird.“
Zudem verweist Widmann auf rund 240 Fachärztinnen und Fachärzte in Ausbildung, die derzeit im Sanitätsbetrieb beschäftigt seien. Besonders schwierig bleibe die Personalsuche allerdings in stark belasteten Bereichen wie den Notaufnahmen.
Astrid Marsoner kritisiert, dass die Qualität der Versorgung zu häufig auf Ranglisten, Ausgaben und einzelne Kennzahlen reduziert werde. Entscheidend sei vielmehr, wo Personal und Ressourcen im Alltag verloren gingen. Besonders deutlich zeige sich das in der Allgemeinmedizin: Junge Hausärztinnen und -ärzte wollten vielfach keine Einzelpraxis mehr übernehmen, sondern in Gemeinschaftspraxen mit geregelter Vertretung und größerer Flexibilität arbeiten. Hier müsse das Angebot schlicht attraktiver gestaltet werden. „Genau die Punkte, wieso man Hausarzt wird, nämlich das Vertrauensverhältnis zum Patienten und die Betreuungskontinuität, werden damit untergraben.“
Ob Gemeinschaftshäuser diesbezüglich die richtige Strategie seien, stellt die Ärztekammerpräsidentin infrage.
Gerade in peripheren Gebieten fehlten diese Voraussetzungen nämlich häufig und das führt zu Versorgungsengpässen oder zur Überlastung einzelner Ärzte, die sich in Peripherien allein gelassen wiederfinden. Ob Gemeinschaftshäuser diesbezüglich die richtige Strategie seien, stellt die Ärztekammerpräsidentin infrage, zumal hier auch das persönliche Vertrauensverhältnis zwischen Hausärztinnen und -ärzten sowie ihren Patientinnen und Patienten auf dem Spiel stünde.
Franz Ploner fordert, Südtirol müsse sich mit besser aufgestellten Regionen wie dem Trentino vergleichen. Trotz höherer Ausgaben seien die Südtiroler Ergebnisse nämlich in mehreren Bereichen schwächer als jene unserer Nachbarn. Als Ursachen nennt er schwerfällige Verwaltungsstrukturen, zu lange Einstellungsverfahren und eine Digitalisierung, die Ärzte teilweise stärker belaste, als sie zu entlasten. „Wir hatten früher einen höheren Attraktivitätsindex, den haben wir heute auch nicht mehr.“
„Schwerfällige Verwaltungsstrukturen, zu lange Einstellungsverfahren und eine Digitalisierung, die Ärzte belastet.“
Die Gemeinschaftshäuser betrachtet Ploner kritisch: Neue Strukturen seien nur dann sinnvoll, wenn Personal, diagnostische Möglichkeiten und der Zugang zu den elektronischen Patientendaten gewährleistet seien. Andernfalls drohten zusätzliche Kosten, ohne dass für die Bevölkerung tatsächlich eine bessere Versorgung entstehe.
„In der Streitergasse“ prallen verschiedene Vorstellungen davon aufeinander, wie Südtirol sein Gesundheitswesen langfristig sichern kann.
Es diskutieren in der Streitergasse:
- Josef Widmann, ehemaliger Arzt und Sanitätsdirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebs
- Astrid Marsoner, Hausärztin und Präsidentin der Ärztekammer Südtirol
- Franz Ploner, Arzt und Landtagsabgeordneter des Team K
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Gesamte Serie - la serie completa:
In der Streitergasse - Die aktuelle Debatte auf SALTO
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... die Migranten aus den…
... die Migranten aus den über 80 Herkunftländern können sich mit den Ärzt:Innen, auch nicht in ihrer Muttersprachdee verständigen.
Mir ist bei Bedarf jeder Arzt recht, der sein Handwerk wirklich kann, auch wenn er nicht von den bescheuerten Politikern erfundenen, deutsch/italienisch Kommission mit Goethe + Schiller maltretiert wurde ...!
... + ein (nicht unbedingt selber gestricktes) P C-Programm auf dem die Ärztin / der Arzt die vorherigen Gesundheits-Beeinträchtigungen einsehen kann, wäre überfällig ...!