Politik | Neuer Wohnraum

Meran braucht 1.200 neue Wohnungen

Fast die Hälfte der Meraner Haushalte besteht nur noch aus einer Person. Die Stadt erhebt den Bedarf an Wohnraum für die kommenden 15 Jahre und prüft verfügbare Flächen.
Vizebürgermeister Nerio Zaccaria, Bürgermeisterin Katharina Zeller und Stefan Frötscher unterstreichen die Dringlichkeit leistbaren Wohnraumes. Bild: Kabinett und Öffentlichkeitsarbeit/Gemeinde Meran

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Meran wächst, wird älter und wohnt zunehmend allein. 42.178 Menschen leben derzeit in der Passerstadt, bis 2041 sollen es laut ersten Ergebnissen einer von der Stadt in Auftrag gegebenen Wohnraumstudie rund 44.800 sein. Das Bevölkerungswachstum werde dabei fast ausschließlich auf Zuwanderung zurückgehen. Gleichzeitig werden die Haushalte kleiner: Fast die Hälfte der Meraner Haushalte besteht bereits heute aus nur einer Person.

Bis 2041 seien mindestens 1.200 zusätzliche Wohnungen notwendig, geht aus den ersten Ergebnissen der Studie des Architektenkollektivs LIA hervor. In den vergangenen 15 Jahren wurden in Meran insgesamt 1.983 Wohnungen gebaut, im Schnitt rund 130 pro Jahr.

Das Architektenkollektiv LIA wurde von der Meraner Gemeinde damit beauftragt, den Wohnraumbedarf für die kommenden 10 bis 15 Jahre genauer zu untersuchen. Fertiggestellt werden soll die Studie bis April 2027. Sie soll auch zeigen, wo neuer Wohnraum entstehen kann. Nach derzeitigem Stand geht die Stadt davon aus, dass die benötigten Wohnungen ohne zusätzlichen Bodenverbrauch geschaffen werden könnten, etwa durch die Umnutzung brachliegender Gewerbeflächen, die Verdichtung bestehender Wohngebiete sowie langfristig durch Flächen auf der ehemaligen Militärzone.

„Keine Schlafburgen“

Die demografische Entwicklung verändert dabei auch die Anforderungen an den Wohnungsmarkt. Neben dem erwarteten Bevölkerungswachstum verweist die Studie auf eine alternde Bevölkerung und immer kleinere Haushalte. Gerade für junge und ältere Menschen brauche es deshalb mehr leistbaren Wohnraum. Hinzu komme in Meran laut Stadt ein besonders großes Defizit bei Mietwohnungen zu gedeckelten und sozialen Mietpreisen.

Bürgermeisterin Katharina Zeller will Meran gleichzeitig nicht dicht verbauen: „Wir wollen hochwertige Lebensräume und lebendige Stadtviertel schaffen - keine Schlafburgen.“

Um die bisher auf verschiedene Bereiche verteilte Wohnungspolitik zusammenzuführen, hat die Stadtverwaltung nun ein eigenes Kompetenzzentrum Wohnen eingerichtet, unter der Leitung von Rechtsanwältin Giulia Marra. Darin sollen Urbanistik, Sozialamt und Vermögensamt gemeinsam arbeiten. Sie soll unter anderem die Ergebnisse der Wohnraumstudie in konkrete Projekte übersetzen.

Giulia Marra: Das Kompetenzzentrum Wohnen soll unter anderem die Ergebnisse der Wohnraumstudie von LIA in konkrete Projekte übersetzen. Stabstelle für Öffentlichkeitsarbeit/Gemeinde Meran

60 Wohnungen auf dem Gritsch-Areal

Einige Vorhaben sind bereits konkreter. Auf dem ehemaligen Gritsch-Areal sollen rund 60 preisgebundene Wohnungen entstehen, 40 Prozent davon als Genossenschaftswohnungen. Auf einem gemeindeeigenen Areal in der 1.-Mai-Straße sollen vor allem Mietwohnungen geschaffen werden. Zudem prüft die Gemeinde, schlüsselfertige Wohnungen direkt von privaten Bauträgern anzukaufen.

Auch bereits vorhandenes öffentliches Eigentum soll stärker genutzt werden. Genannt werden die ehemalige Schule in Gratsch und das Postgebäude in Obermais. Langfristiges Potenzial sieht die Stadt zudem auf dem Kasernenareal, bei derzeit gewerblich genutzten Flächen sowie durch die Aktivierung leerstehender Wohnungen. Im Zuge des Gemeindeentwicklungsprogramms wird außerdem geprüft, welche derzeit als landwirtschaftliches Grün ausgewiesenen Flächen innerhalb des bestehenden Siedlungsgebiets künftig in die Siedlungsgrenze aufgenommen werden könnten.

(do)

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