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Jetzt S+ abonnieren„Ein Metzger will mehr: In einer von der Nahversorgung abgeschnittenen Zone Bozens eröffnet Thomas Schrott (wieder) einen Dorfladen“, schrieb die ehemalige Chefredakteurin von SALTO, Lisa Maria Gasser, im Artikel Den Laden im Dorf lassen und veröffentlichte ihn just am 30. September vor sieben Jahren.
Rund ein halbes Jahrhundert betrieb die Familie Schrott dort eine Metzgerei, bevor der Verkauf Mitte der 2010er-Jahre ins Stadtzentrum verlegt wurde. Thomas Schrott wollte es dann 2019 aber noch einmal in der Runkesteinerstraße versuchen. Auf rund 40 Quadratmetern bot der inzwischen wieder geschlossene Laden regionale Produkte kleiner Produzenten an – Brot, Milch, Käse, Fleisch sowie saisonales Obst und Gemüse. Mit dem Ziel: die Nahversorgung stärken und das Dorfleben in Bozen-Dorf neu beleben.
Die Parterre-Lokalitäten sind geräumig und äußerst freundlich.
Seit der Aufbruchsmeldung von vor sieben Jahren ist von Schrotts Laden nichts mehr übrig. Aber Aufbruch, wie auch Abbruch, ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des in den Verzeichnissen als Salzburgerhaus oder Kotterhaus genannten Gebäudes mit seinem gut sichtbaren großflächigen Wandgemälde von Rudolf Maria Complojer (1938-2021) an der Außenseite.
Dem Begriff Kotterhaus (oder Kötterhaus) entsprechend handelte es sich über Jahrhunderte um ein Bauern- oder Wohnhaus, das im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit von sogenannten Kottern/Köttern bewohnt wurde, ländlichen Kleinbauern oder Dorfbewohnern mit geringem Landbesitz und einem eigenen kleinen Haus (Kotten). Im Nebenerwerb arbeiteten sie als Handwerker oder Tagelöhner. Ab 1800 ging über mehrere Jahrzehnte ein Kleinfärber seiner Arbeit im Haus nach, später ein Messerschmied und noch später der Dorfmetzger, wie in einer Zeitungsmeldung aus dem Jahr 1910 nachgelesen werden kann.
Ab dem Jahr 1973 kommt die Familie Schrott ins Spiel, die wieder eine Metzgerei eröffnet. Und nun? „Das Interesse ist groß und Ideen gibt es viele“, erzählt Brigitte Schrott. Gegenwärtig wird in den alten Räumen und unter dem Namen Haus Runkelstein Kunst von Stefan Fabi im Rahmen der Bolzano Art Week gezeigt.
Beim Dorfmetzger
Gasthauseröffnung. Mit 15. August wurde im Dorf im Hause Runkelsteinerstr. Nr. 18, früher „beim Dorfmetzger“ genannt, von den Eheleuten Lunger der Gastbetrieb eröffnet. Das Haus ist innen und außen vollständig umgebaut worden und präsentiert sich nun in einer ganz neuen Gestalt als recht stattliches Gebäude. Die Parterre-Lokalitäten sind geräumig und äußerst freundlich. Die Eheleute Lunger, die von der Wirtschaftsführung im Schlosse Runkelstein bestens bekannt sind, da sie seit acht Jahren die dortige Wirtschaft innehatten, bieten die beste Gewähr, dass auch das nunmehrige Gasthaus Rübner in vorzüglicher Weise geführt werden wird. (Der Tiroler, August 1910)
Bei der Eröffnung am vergangenen Samstag war das Interesse an Fabis Kunst und an den Räumen im Herzen von Bozen bei Weitem groß. Was aus dem Haus wird, steht derzeit noch in den Sternen. Aber vielleicht fällt bald schon die passende Idee vom Himmel, wie beim Märchen Sterntaler. Die junge, engagierte Kulturarbeiterin Nora Viehweider ist optimistisch und hat die Räume bereits Haus Runkelstein getauft. Das ist neben der gezeigten Kunst immerhin ein passender Anfang. Derzeit werden im Rahmen der Ausstellung Ideen gesammelt. „Eine Idee war auch ein offenes Wohnzimmer zu machen, im Sinne eines alten Wiener Salons“, sagt sie. Man darf gespannt sein.
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