Ausflug | Wandertipp

Panoramaweg am Sonnenhang

Ein aussichtsreicher Spaziergang führt von Saubach bei Barbian über den Keschtnweg bis nach Lengstein am Ritten. Unterwegs warten historische Kirchlein, weite Ausblicke ins Eisacktal und eine genussvolle Einkehr.
Eisacktal Lengstein
Foto: Oswald Stimpfl
  • Dieser Frühlingsspaziergang bringt uns von Saubach bei Barbian im Eisacktal zu den Kirchen von St. Verena und Antlas und zum Gasthaus Zuner. Endpunkt der einfachen Streckenwanderung auf der Sonnenseite des Tales ist Lengstein, bereits Rittner Gebiet. 

  • Infos in Kürze

    Einfache Streckenwanderung, teils auf dem Keschtnweg, zwischen 800 und 950 Höhenmetern.

    Schwierigkeit: Einfach, kurzes Steilstück beim Aufstieg zum Verenakirchlein

    Startpunkt: Saubach, an der Straße Barbian-Lengstein

    Strecke: Hinweg 7,5 km

    Gehzeit: 2:30 h

    Aufstieg: 320 hm

    Abstieg: 142 hm 

    Anfahrt: Mit Bahn bis Waidbruck, Anschluss mit Bus 346 Barbian/Saubach. Für die Rückfahrt Bus-Linie 165 Lengstein Bozen. Fahrplan unter suedtirolmobil.info

  • Zum Wegverlauf

    An der Westflanke des Eisacktales zieht sich der Keschtnweg, ein beliebter Etappen-Weitwanderweg ohne nennenswerte Steigungen, hin. Wir haben uns für den heutigen Ausflug ein Teilstück dieses Weges ausgesucht. Mit Bahn und Bus kommen wir bequem zum Ausgangspunkt in Saubach. Die kurze Strecke des Keschtnweges von Barbian nach Saubach folgt der Autostraße, das ist nicht so angenehm, deshalb gehen wir nicht zu Fuß, sondern legen sie mit dem Bus zurück und steigen in Saubach aus. Hier ist auf alle Fälle Endstation. Wir folgen jetzt den Wegweisern des Keschtnweges, unterwegs öffnen sich schöne Ausblicke nach Süden übers Eisacktal und auf den alles beherrschenden Schlern auf der gegenüberliegenden Talseite. Wir steigen zum Hügel mit dem Verenakirchlein auf, kurz unterhalb des Kirchleins leiten uns Wegweiser zu einem abgeschliffenen Felsen mit deutlichen eingemeißelten Grübchen, sogenannte Schalensteine. 

  • Vom Verenakirchlein geht es nun zum Penzl-Hof, einst ein wichtiger Stützpunkt an der vielbegangenen und befahrenen Straße vom Eisacktal über den Ritten und weiter nach Süden, der alten Kaiserstraße. Der Keschtnweg bringt uns nach Antlas, wo sich einzelne Bauernhöfe um ein weiteres Höhenkirchlein scharen. Beim Zuner, einem zünftigen Landgasthaus, kehren wir ein und halten Mittagsrast bei vorzüglicher Hausmannskost. Anschließend verlassen wir den Keschtnweg und steigen nach Lengstein auf. Leider geht es jetzt etwas bergauf, nach dem üppigen Mittagessen ist das nicht ganz einfach! In Lengstein geht sich noch der Besuch der hübschen Ottilienkirche aus, dann nehmen wir den Linienbus nach Bozen. 

  • Wer war die Heilige Verena?

    Der (nicht gesicherten) Überlieferung nach stammte Verena aus Ägypten, schloss sich dort der thebäischen Legion christlicher Soldaten an, die um 300 von Kaiser Maximinus nach Gallien abkommandiert wurde. Weil sich die Truppen weigerten, gegen andere christliche Gegner zu kämpfen, wurden alle 6.660 Soldaten (so will es die Legende, keine römische Legion bestand aus so vielen Soldaten) in Agaunum (heute Saint-Maurice im Schweizer Wallis) hingerichtet. Verena versorgte Gefangene und bestattete Hingerichtete, als Haushälterin eines Priesters pflegte, wusch und kämmte sie Aussätzige, zog sich dann als Einsiedlerin nahe dem römischen Kastell Tenedo (heute Bad Zurzach, Schweiz) zurück, lebte heiligmäßig und erwirkte Wunder bei Kranken. Das Verenamünster in Bad Zurzach mit dem Verenagrab wurde zu einem der beliebtesten Wallfahrtsorte und Verena eine der am meisten verehrten Heiligen der Schweiz. Auch ist der Name Verena (Vreni, Vreneli) einer der traditionellsten Taufnamen in der Schweiz. Die Heilige ist Patronin der Pfarrhaushälterinnen und wird oft mit einem Waschkrug dargestellt.

  • Die Verena-Kirche

    Die Kirche von St. Verena in Rotwand (so heißt die Gegend hier) wurde bereits 1256 urkundlich erwähnt, vermutlich steht sie auf einem vorchristlichen Kultplatz. Dass die Gegend sehr früh besiedelt war, beweist auch ein Menhir, der am nahen Penzlhof gefunden wurde und jetzt im Bozner Stadtmuseum ausgestellt ist. Der Stein diente als Dengelstein zum Schärfen von Sensen. Auch Schalensteine auf der Nordseite des Kirchhügels, wenig unterhalb der Kirche im Föhrenwald (Schilder weisen den Weg) stammen aus der grauen Vorzeit. Der massige romanische Turm ist aus dem 14. Jahrhundert, später wurde die Kirche unter Einbeziehung der Langhausmauern umgebaut. Das Gotteshaus ist der hl. Verena geweiht, ein in Südtirol seltenes Patrozinium. Der Hochaltar mit dem Altarbild der Heiligen, der Seitenaltar mit dem Kindermord von Bethlehem und die Kanzel mit Baldachin sind schöne, farbenfrohe Arbeiten des späten Barocks. Die Kirche ist verschlossen, ein Fenster erlaubt aber den Blick ins Innere.

  • Einkehrtipp

    Gasthof Zuner

    Das Herz des gut geführten Ausflugs-Gasthauses ist Zilli, die in der Küche steht und für die gute Hausmannskost wie Knödel mit Speck, Käse, Kürbis oder Rote Bete, Teigtaschen mit vielerlei Füllungen oder Erdäpeflblattlen, Hirschgulasch, Rippchen vom Rohr zuständig ist. Als süßen Abschluss gibt es Torten, Bauernkrapfen oder Knieküchel. Hervorragende Eigenbauweine. An den Wochenenden ist ohne Reservierung kein Platz zu ergattern. Fam. Öhler, Antlas 17, Lengstein/Ritten Tel. 0471 349006 www.zunerhof.com. Ganzjährig, im Winter reduzierte Öffnungszeiten. Im Frühling Mo und Di Ruhetag. Am Abend Vorbestellung erwünscht.