Chinas Cleantech-Exporte boomen
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Der Iran-Krieg hat durch explodierende Öl- und Gaspreise sowie massive Lieferausfälle das Thema Energiesicherheit wieder in den Fokus gerückt. Das zwingt vor allem die stark von Öl und Gas importabhängigen Staaten nach Alternativen zu suchen. Infolgedessen ist die Nachfrage nach fossilfreien Technologien stark gestiegen. – ein Trend, der vor allem der chinesischen Wirtschaft zugutekommt. Peking etabliert sich als großer Gewinner der globalen Energiekrise: der Export von chinesischen Solaranlagen, Batterien und Elektroautos boomt.
Laut dem Forschungsinstitut Ember Energy 2/ ist dies erst der Anfang. „Die Kettenreaktionen der hohen Energiepreise werden sich erst in den kommenden Monaten voll entfalten“, so Ember Energy. Erneuerbare Technologien bieten den Verbrauchern einen Ausweg aus den explodierenden Treibstoffkosten und sind für Länder ein langfristiger Weg, ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. China ist gut aufgestellt, um diese wachsende Nachfrage zu bedienen.
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China dominiert schon jetzt die weltweiten Lieferketten bei Solar- und Windenergie, Batterien sowie E-Mobilität. Nun bietet sich dem Land die Chance, diesen Einfluss weiter zu vergrößern. Durch den jahrelangen Ausbau von Kapazitäten, der oft zulasten der eigenen Gewinne ging, können chinesische Hersteller den Vertrieb auf die Auslandsmärkte schnell und konkurrenzlos günstig hochfahren. Erneuerbare Technologien haben sich damit zu einem neuen Exportmotor für das Land entwickelt.
Wie aus Daten der chinesischen Zollbehörde hervorgeht, haben die Exporte von Solarmodulen, Batterien und E-Autos im März 2026 ein Rekordniveau erreicht. Die Ausfuhren stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 70 % und im Vergleich zum Februar 2026 um 38 %.
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Europa ist der wichtigste Abnehmer für chinesische Cleantech-Exporte, dicht gefolgt von Asien. Doch auch bei den Exporten nach Lateinamerika und in die Karibik ist eine steigende Tendenz erkennbar.
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Der Export von chinesischem E-Autos und Hybriden erreichte im März 2026 einen historischen Höchststand
Auf den chinesischen, weltweit größten E-Auto-Hersteller BYD entfiel etwa ein Drittel des Gesamtwerts. Gemeinsam mit Geely Automobile Holdings und Chery Automobile bildete das Unternehmen die Top 3 der chinesischen Exporteure.
Laut dem chinesischen Pkw-Verband CPCA sind Chinas Exporte von Elektrofahrzeugen im März um 40 Prozent angestiegen. Dies stärkt die Spitzenposition Pekings- auf dem rasant wachsenden globalen Markt; seit Jahresbeginn beliefen sich E-Auto Exporte auf 893.852. Asien war die größte Abnehmerregion für chinesische Elektrofahrzeuge, während Europa und Lateinamerika die Plätze zwei und drei belegten. Als einzelnes Land hat sich Brasilien zum weltweit größten Importeur chinesischer E-Fahrzeuge entwickelt. Das Gesamtvolumen in Lateinamerika ist um 80 % gestiegen. Trotz der Versuche der USA und Europas, den Zugang für chinesische E-Fahrzeuge zu ihren Inlandsmärkten zu beschränken, nehmen Chinas Exporte weiter zu 3/.
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Chinas Solarboom bricht Rekorde
Chinas Solarexporte haben im März 2026 mit 68 Gigawatt einen historischen Höchststand erreicht – das entspricht einer Verdopplung gegenüber dem Vormonat. Grund für diesen Boom sind die kriegsbedingt hohen Kraftstoffpreise sowie neue Anreize durch geänderte chinesische Steuerrückerstattungen.
Laut IEA (Internationaler Energieagentur) entfallen 80 % des globalen Marktes für Solar-Photovoltaik auf Exporte aus China. Die solare Wertschöpfungskette ist zwar vielschichtig, der Exportwert wird jedoch maßgeblich von Solarmodulen, -zellen und -wafer bestimmt. Deren Kapazität – ausgedrückt in Gigawatt (GW) – bildet die Grundlage für die Datenerfassung von Ember Energy. 4/
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Aktuellen Daten zufolge ist die Nachfrage nach Solaranlagen in denjenigen Regionen/Ländern am stärksten gestiegen, die am härtesten von der Energiekrise getroffen wurden. Der Iran-Krieg scheint bei vielen Ländern ein Umdenken beschleunigt zu haben, dass es notwendig ist die starke Abhängigkeit von fossiler Energie zu reduzieren. Im März 2026 verzeichneten fünfzig Länder historische Höchstwerte bei den Solarimporten aus China, und in weiteren 60 Ländern kletterten die Importe auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr. Die Ausfuhren nach Afrika schossen im Vergleich zum Februar 2026 um 176 % nach oben und erreichten im März 10 GW. Auch die Exporte nach Asien verdoppelten sich auf 39 GW – beides absolute Rekordwerte. Kombiniert machten diese beiden Regionen drei Viertel des gesamten Exportzuwachses Chinas im Solarbereich aus.
Auch die USA importieren Solarprodukte, die ursprünglich aus China stammen – allerdings werden sie fast nie direkt importiert. Aufgrund eines jahrzehntelangen Zollkriegs, der amerikanische Hersteller schützen soll, ist der Weg chinesischer Solarkomponenten in die USA mittlerweile extrem indirekt, komplex und umstritten geworden. Nachdem das Wachstum der Solarbranche in den USA im vergangenen Jahr (2025) aufgrund von politischen Unsicherheiten und Lieferkettenproblemen kurzzeitig etwas abgeflacht war, erlebt auch der US-Solarmarkt aktuell ein starkes Comeback.
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Globale Nachfrage treibt Chinas Batterie-Exporte an
Auch die Exporte von Lithium-Ionen-Batterien stiegen in diesem Jahr parallel zur Solarenergie sprunghaft an und erreichten allein im März 10 Milliarden US-Dollar (ein Zuwachs von 44 % gegenüber Februar). Dies wurde vor allem durch Projekte für Energiespeicher in Europa, Australien und Indien vorangetrieben, um Speicherlösungen mit der solaren Stromerzeugung während der morgendlichen und mittäglichen Spitzenzeiten zu kombinieren.
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Erneuerbare Technologien als Puffer gegen fossile Preisschocks
Während die hohen Öl- und Gaspreise die Wirtschaft stark belasten, gewinnen Alternativen wie Solarenergie, Batterietechnologien und E-Autos immer mehr an Bedeutung. Sie helfen den Staaten dabei, krisenfester zu werden und ihre Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren.
Mit einem Anteil von rund 75 Prozent an den weltweit 22 Millionen im Jahr 2025 produzierten E-Autos ist China laut der Internationalen Energieagentur der mit Abstand größte Akteur auf dem globalen Markt. Außerhalb von Europa und den USA entfielen laut IEA im vergangenen Jahr 55 Prozent aller E-Auto-Verkäufe auf chinesische Modelle.
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Der Iran-Krieg beschleunigt die Energiewende
Bei der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie wurde bereits 2025 ein Meilenstein erreicht, als erneuerbare Energien die Kohle als weltweit wichtigste Quelle der Stromerzeugung abgelöst haben. Die aktuelle Energie- und Versorgungskrise beschleunigt die globale Energiewende. Die anhaltenden Turbulenzen bei Preisen und Lieferketten als Folge des Iran-Krieges wirken dabei wie ein Katalysator: Sie treiben den strukturellen Wandel im Energiesektor voran und beschleunigen den Wechsel zu Alternativtechnologien.
Der Iran-Krieg erweist sich für viele Staaten als Weckruf. Er beschleunigt das Umdenken weg von fossilen Energieträgern und hin zu mehr Unabhängigkeit. Die Energiewende wird heute nicht mehr primär aus ökologischen Gründen vorangetrieben, sondern auch aus Angst um die eigene Versorgungssicherheit.
Nach jahrelanger Flaute erleben Aktien aus dem Bereich der Energiewende auch an der Börse ein kräftiges Comeback. Der S&P Global Clean Energy Transition Index, der weltweit Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien abbildet, legte seit Anfang April um 15 Prozent zu.
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1/ Cleantech (Abkürzung für Clean Technology bzw. saubere Technologien) ist ein breiter Oberbegriff für alle Produkte, Dienstleistungen und Prozesse, die die Umweltbelastung stark senken.
2/Ember Energy ist eine einflussreiche, unabhängige, gemeinnützige und weltweit agierende Denkfabrik (Thinktank) für Energie und Klima mit Sitz in London.
3/ Während die EU die Zölle für chinesische Elektrofahrzeuge je nach Hersteller auf 27 bis 45 Prozent deckelt, greifen die USA zu einer radikalen Maßnahme und belegen Importe aus China mit einem Sonderzoll von 100 Prozent.
4/ Eine Solarzelle wird aus einem hauchdünnen Solar-Wafer (meistens aus Silizium) hergestellt. Viele dieser Solarzellen werden dann zu einem Solarmodul (Solarpanel) zusammengeschaltet. Ein Solar-Wafer (oft auch einfach Wafer genannt, vom englischen Wort für „Keks“ oder „Oblate“) ist das Herzstück einer Solarzelle. Es handelt sich dabei um eine hauchdünne Scheibe aus einem Halbleitermaterial – in den allermeisten Fällen aus hochreinem Silizium.
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