„Ein unverzichtbarer Qualitätsstandard“
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Jetzt S+ abonnierenNachdem am Mittwoch (29. Juli) bekannt wurde, dass mehr als 1.700 Zweisprachigkeitszertifikate von Angestellten im öffentlichen Dienst – unter anderem im Gesundheitsbereich – derzeit von den Ermittlungsbehörden überprüft werden, meldet sich nun erstmals auch Gesundheitslandesrat Hubert Messner zu Wort.
In einer Pressemitteilung der Provinz betont das Ressort für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit, dass gute Sprachkenntnisse „eine wesentliche Voraussetzung für eine hochwertige und patientennahe Gesundheitsversorgung“ seien, weswegen der Südtiroler Sanitätsbetrieb Möglichkeiten für Mitarbeitende schaffe, um die zweite Sprache zu lernen und die benötigten Sprachzertifikate auf rechtmäßigem Weg zu erwerben. „Sprache ist dabei nicht nur ein berufliches Werkzeug, sondern auch eine persönliche Bereicherung und ein Mehrwert für jeden Einzelnen“, wird Landesrat Messner zitiert.
Es sei und bleibe Anspruch des Sanitätsbetriebs, dass sich jede Patientin und jeder Patient im Südtiroler Gesundheitswesen mit dem behandelnden Gesundheitspersonal in der eigenen Muttersprache verständigen könne. „Zwei- und Dreisprachigkeit sind und bleiben ein unverzichtbarer Qualitätsstandard unseres Gesundheitswesens“, so Messner. An dieser grundsätzlichen Haltung würden auch die derzeit laufenden Ermittlungen zu 1.700 mutmaßlich gefälschten Sprachzertifikaten nichts ändern. Damit bleibt Messner der Linie seines SVP-Parteikollegen und -Landessekretärs Harald Stauder treu, der in einer ersten Reaktion betont hatte, dass man an den sprachlichen Anforderungen festhalten wolle.
Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hebt hervor, dass man allein im Jahr 2025 73 Sprachkurse organisiert habe, wovon 63 Deutsch- und zehn Italienischkurse gewesen seien. Darüber hinaus habe man 21 Sprachaufenthalte für das Personal des Sanitätsbetriebs im deutschsprachigen Ausland finanziell unterstützt. Diese Weiterbildungsangebote würden die Mitarbeitenden teilweise auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit absolvieren.
Abschließend betont Messner, dass der Sanitätsbetrieb die zuständigen Behörden vollumfänglich unterstütze. „Nun gilt es, die Ergebnisse der Ermittlungen abzuwarten und erst auf dieser Grundlage gegebenenfalls weitere Maßnahmen zu setzen“, so Messner. (ahh)