„Still Gambling“
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Jetzt S+ abonnierenWenn Mattia Lezuo die Redaktion betritt, versprüht er sofort diese besondere Dynamik, die junge, ambitionierte Musiker auszeichnet. Er bringt eine Mischung aus Pragmatismus und spürbarer Begeisterung für das mit, was er tut. Zusammen mit der Sängerin Emily Kostner bildet er seit 2023 das Duo „The Cherry“. Angefangen hat alles mit Auftritten in Hotels und Bars – beim Aperitif oder als musikalischer Ausklang des Abends. Parallel dazu spielen die beiden auch in der Band Rise O’Clock. Doch wer nur gecoverte Klassiker von den 1960ern bis in die 1990er-Jahre erwartet, wird bald eines Besseren belehrt.
Seit ein paar Monaten arbeiten Emily Kostner und Mattia Lezuo intensiv an eigenem Material. Den Auftakt macht heute ihre Debütsingle „Still Gambling“, im November folgt die erste EP mit vier Titeln. Musikalisch bringt das Duo ein solides Fundament mit: Emily Kostner besuchte fünf Jahre lang ein sozialwissenschaftliches Gymnasium mit Schwerpunkt Musik, machte Stimmbildung und lernte Klavier. Mattia Lezuo genoss acht Jahre Klavier- und fünf Jahre Schlagzeugunterricht an der Musikschule. Mittlerweile studiert er Tontechnik in München – ein Know-how, das direkt in das gemeinsame Projekt fließt.
„Wir haben alles als Homestudio recordet, wir waren nicht in einem Studio. Wir haben wirklich auch die Stimme in einem Wohnzimmer aufgenommen“
Denn für die Aufnahmen ging das Duo keineswegs in ein teures Tonstudio. „Wir haben alles als Homestudio recordet, wir waren nicht in einem Studio. Wir haben wirklich auch die Stimme in einem Wohnzimmer aufgenommen“, erzählt Mattia schmunzelnd. Das Aufnehmen, Mischen und Produzieren übernimmt er komplett selbst
Wer versucht, „The Cherry“ in eine feste Genre-Schublade zu stecken, stößt rasch an Grenzen. Die bevorstehende EP präsentiert sich bewusst vielseitig: „Es ist schwierig, weil wir Multi-Genre-mäßig unterwegs sind. Von einer ruhigen Rock-Ballade bis hin zu Blues/R’n‚B ist alles dabei. Wir wollen jetzt am Anfang mit den Genres spielen und ausprobieren, was zu uns passt.“
„Bei uns geht es viel um das Ungewisse, um das Nicht-Wissen, was in der Zukunft passiert“
Inhaltlich spiegelt die Musik das Lebensgefühl zweier junger Menschen wider, die am Anfang ihres Erwachsenenlebens stehen – irgendwo zwischen Ausbildung, Berufseinstieg (Emily startet demnächst ihr Studium als Eventmanagerin) und der Leidenschaft für die Musik. „Bei uns geht es viel um das Ungewisse, um das Nicht-Wissen, was in der Zukunft passiert“, erklärt Mattia im Interview. „Wir sind noch recht jung. Es geht darum, Sachen auszuprobieren, unsere Zeit so gut wie möglich zu nutzen und uns nicht von Dingen ablenken zu lassen, die nicht wichtig sind.“ Genau dieses Lebensgefühl bringt auch die heute erschienene Single auf den Punkt „In ‘Still Gambling' geht es darum, dass es im Leben manchmal wie im Glücksspiel um Glück geht – und dass man einfach riskieren muss, auch wenn die Chancen manchmal sehr gering sind.“
Zum Hintergrund
„The Cherry “ ist ein Musikduo, das 2023 gegründet wurde. Emilys Stimme wird dabei von Mattias Klaviermelodien begleitet. Das Repertoire umfasst Coverversionen, die ihre Leidenschaft für englischsprachige Popmusik widerspiegeln, und reicht von den 1960er- bis in die 1990er-Jahre über verschiedene Stilrichtungen hinweg. Wer The Cherry hören möchte, hat an folgenden Terminen die Möglichkeit dazu:
Samstag, 01.08.: Museum Ladin, St. Martin in Thurn
Sonntag, 02.08.: Ragenhaus, Bruneck
Montag, 03.08.: Schloss Maretsch, Bozen
Das Duo Emily Kostner & Mattia Lezuo („The Cherry“) tritt bei den Konzerten gemeinsam mit vier weiteren Gastmusikern (Miriam Campei, Chiara Kirchler, Emil Valentin, Vincenzo Rinaldi) als sechsköpfige Band auf. Neben den eigenen Songs ihrer kommenden EP erwarten das Publikum Cover-Arrangements von Amy Winehouse, Queen, Michael Jackson, Måneskin u. a.
Auffallend positiv nimmt Mattia die aktuelle Südtiroler Musiklandschaft wahr. Es tue sich viel, und auch die öffentliche Unterstützung funktioniere. Für eine anstehende Konzertreihe wird das Duo vom IDM Music Fund unterstützt. Obwohl die bürokratischen Hürden und Auflagen oft als anspruchsvoll gelten, zieht Mattia ein durchwegs positives Fazit. Die Vorgabe, vorrangig mit lokalen Dienstleistern zusammenzuarbeiten, hat für das Duo sogar neue Türen geöffnet: „Es war eigentlich kein großes Problem, weil die Plakate und alles haben wir in Südtirol gedruckt. Man kommt vielleicht auch darauf, dass es Sachen in Südtirol gibt, die man sonst nicht gewusst hätte. Wir wollen zum Beispiel auch Vinyl drucken – ich wäre nie darauf gekommen, dass man in Südtirol Vinyl drucken lassen kann.“