Politik | Hofburggarten Brixen

Frei(lich)er Zugang?

Nun gibt es eine Alternativlösung für einen bürgerfreundlichen und freien Zugang zum Hofburggarten. Was es dazu benötigt? Eine getrennte Nutzung.
Heller Projekt
Foto: Gemeinde Brixen
  • „Vor wenigen Wochen“, so schreibt Barbara Fuchs aus Brixen, „traf sich die Initiativgruppe mit dem seit Ende Februar 2024 amtierenden Bürgermeister Andreas Jungmann, um mit ihm über den Stand der Bauarbeiten zu sprechen und alternative Vorschläge einzubringen.“ 
    Die Gruppe gibt sich im ungleichen und ungerechten Wettkampf nicht geschlagen. Sie kämpft mit allen Mitteln weiter, um in letzter Minute eine alternative Lösung herbeizusehnen, die den Hofburggarten allen Menschen zugänglich macht – nicht nur jenen, die sich den kostspieligen „Heller-Traum“ leisten wollen und können.

  • Versenktes Siegerprojekt: Auf einen Schein-Wettbewerb folgte die Direktbeauftragung. Foto: freilich

    Das Areal des Hofburggartens wird seit 2008 von der Gemeinde gemietet. 2015 hatte das Meraner Büro freilich einen internationalen Wettbewerb gewonnen, umgesetzt wurde das Projekt jedoch nicht. 2016 wurde es vom neuen Stadtrat unter dem damaligen Bürgermeister – dem heutigen Landesrat und bekannten Almhüttenexperten Peter Brunner – gestoppt. 

    Brixen wollte offenbar etwas ganz Großes, um möglichst viele Menschen in die Stadt und in den gewinnbringenden Geldscheffelgarten zu bringen. So wurde 2017 kurzerhand der Künstler André Heller (1,2 Millionen Euro Honorar, Gesamtkosten 14 Millionen Euro) mit der Gestaltung beauftragt. Obwohl seine Gartenidee (ähnlich dem Benko-Kaufhaus in Bozen) altbacken und zeitgeistig überholt daherkommt, frohlockten die frommen Brixnerinnen und Brixner über das sündteure Projekt. Alles andere wäre Unkraut.
     

    Freier Zugang zu einem Teil des Gartens, während der Eintritt nur für den musealen Bereich des Heller-Konzepts bezahlt werden muss.

  • Des ist echt ka Schas: Der unermüdliche Gartengestalter und Künstler André Heller mit einer seiner vielen in die Jahre gekommenen Gartenideen. In Brixen darf er sich noch einmal so richtig austoben. Foto: Seehauserfoto

    „Die geschätzten jährlichen Kosten liegen zwischen 1 und 1,2 Millionen Euro. Bei rund 100.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich müsste der Eintrittspreis bei etwa 10 bis 12 Euro liegen. Da der Eintritt in die Hofburg bereits 13 Euro kostet, erscheint dies unrealistisch“, schreibt Fuchs zu den Kosten und zur Instandhaltung.

    Sie und die Initiativgruppe schlagen deshalb vor: freier Zugang zu einem Teil des Gartens, während der Eintritt nur für den musealen Bereich des Heller-Konzepts bezahlt werden muss. So könnte sich der Museumsteil über Eintrittsgelder finanzieren, während der frei zugängliche Bereich über die Ortstaxe sowie den Guestpass BrixenCard getragen wird. „Bei rund einer Million Nächtigungen reichen 0,16 Euro pro Nacht, um etwa 160.000 Euro zu generieren“, heißt es im Schreiben. Dies sei „ausreichend für die Pflege“.
     

    Nun ist die Gemeinde Brixen am Zug. Oder unter Zugzwang.


    Ein attraktiver Kompromiss? Diese Lösung entspreche „den Bedürfnissen der Bevölkerung“, reduziere „Konflikte durch Tourismus“ und ermögliche eine Nord-Süd-Verbindung, die am Ende „Vorteile für Einheimische bietet“. Doch will die Brixner Stadtpolitik das überhaupt? „Der aktuelle Baufortschritt erlaubt noch Anpassungen“, so Fuchs. „Der Garten soll ein Ort für Ruhe, Erholung und Begegnung werden.“ Daher wird die Gemeinde aufgefordert, den „Vorschlag der Initiativgruppe zu berücksichtigen“. Nun ist die Gemeinde Brixen am Zug. Oder unter Zugzwang.