Pistolero in Bozner Schule
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Kürzlich gab es an der Schule meiner Kinder einen Vorfall: Ein Halbwüchsiger tauchte mit einer Pistole auf, die sich schnell als Luftdruckwaffe erwies. Lausbubenstreich oder toxisches Machogehabe? Es liegt nicht an mir, das zu beurteilen. Allerdings lässt dieser Vorfall an einer Schule aufhorchen, in der schon vor Jahren die Rede von Incels war.
Zwei von drei Jugendlichen konsumieren Inhalte, die isolieren und radikalisieren, Beziehungen neu definieren und Gewalt legitimieren.
Die Incels (involuntary celibates) sind der frauenfeindliche Teil der Manosphäre, ein Netzwerk von Männergruppen, die über Websites, Foren, soziale Medien und andere digitale Plattformen Frauenfeindlichkeit sowie antifeministische und offen gewalttätige Ansichten verbreiten. Diese Manosphäre ist allgegenwärtig: Laut der Movember Foundation interagieren zwei Drittel der jungen Männer regelmäßig mit den entsprechenden Influencern, wie beispielsweise Andrew Tate, einem Angloamerikaner, der wegen sexueller Gewalt und Menschenhandel verhaftet wurde. Zwei von drei Jugendlichen konsumieren Inhalte, die isolieren und radikalisieren, Beziehungen neu definieren und Gewalt legitimieren, die geradezu „toxische Männlichkeit“ schreien. Der Dreizehnjährige, der bei Bergamo vor Kurzem seine Lehrerin niedergestochen hat, gehört zu dieser Gruppe.Männlichkeit ist ganz allgemein in der Krise, das sagen uns auch die Daten zu Suiziden: Dreimal so viele Buben wie Mädchen begehen Selbstmord. Es fällt ihnen schwer, um Hilfe zu bitten, nur 38 Prozent der Buben im Alter von 13 bis 17 Jahren sprechen mit Freunden über psychische Gesundheit, verglichen mit 58 Prozent der Mädchen (Pew Research Center, Herbst 2024).
Viel einfacher ist es, an starr(sinnig)en Männlichkeitsidealen festzuhalten und die Verantwortung auszulagern, am besten an die Frauen. Noch mehr an solche, die unabhängig sind und denen man nicht einmal mehr auf der Straße nachpfeifen darf. Frauenfeindlichkeit wird zunehmend cool, Gewalt wird cool und eben auch eine Pistole in der Schule.
Wie dringend notwendig ist eine verpflichtende und professionelle emotionale Bildung an Südtirols Schulen!
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Die im Artikel angeführten…
Die im Artikel angeführten Fakten machen deutlich, dass es Vorbilder und geförderte Projekte für Jungen („Bubenarbeit“) mindestens genauso notwendig braucht wie Entsprechendes für Mädchen „Mädchen-Arbeit“.
Natürlich, die Schule soll’s…
Natürlich, die Schule soll’s wieder mal richten...!
Für jedes elterliche und gesellschaftliche Versagen (bei den Eltern die Erziehung und Wertevermittlung, bei der Gesellschaft die Regulierung der sozialen Medien) soll die Schule einspringen.
Logisch wird emotionale Erziehung auch in den Schulen tagtäglich geleistet. Allerdings ist es reichlich naiv zu glauben, dass man damit alleine die Zustände wesentlich verbessert.
Antwort auf Natürlich, die Schule soll’s… von Martin Sitzmann
Was wir - als Gesellschaft -…
Was wir - als Gesellschaft - brauchen ist die unbequeme Frage, warum Gewalt dort passiert, wo sie passiert, wie sie „vererbt“ oder ideologisch legitimiert wird – und warum wir nicht gut genug darin sind, sie zu verhindern.