Der trojanische Bus
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In diesen Tagen wird uns wieder das Thema Wasserstoff aufs harte Heimatbrot geschmiert. Südtirol beteiligt sich sehr aktiv an der Steuergeldvernichtung, die grünes Handeln vorgaukelt und in Wirklichkeit ein großer Bluff zu Lasten der Umwelt und der Steuerzahlenden ist.
So fahren in Bozen einige Wasserstoffbusse durch die Gegend, die mit Grün ungefähr so viel zu tun haben, wie der Stier mit dem Melken. Weil die hochsubventionierte Wasserstoffproduktion in Bozen zu teuer ist, kauft die SASA den Treibstoff in Mantua, wo er – wie der meiste Wasserstoff, der auf dem Markt ist – aus Methangas hergestellt wird.
Das Land lässt die Alperia in Bruneck eine Wasserstofftankstelle betreiben, bei der noch niemand einen Tankvorgang beobachten konnte.
Offiziell wird Wasserstoff als Brückentechnologie bezeichnet. In Wahrheit ist er vor allem eines: ein großkapitalistisches Märchen, das dafür sorgen soll, dass die (Energie)Kirche im (Fossil)Dorf bleibt. Die Brücke – oder sollten wir besser Krücke sagen? - führt nicht in die Zukunft, sondern hält das aktuelle Abzocker-System auf Kosten der Gemeinschaft möglichst lange am Laufen.
Während Hochglanzkampagnen „grünen“ Wasserstoff feiern, bauen die Konzernstrategen ihre Zukunftsstrategien längst auf „blauem“ auf: produziert aus Erdgas, ergänzt durch CO₂-Abscheidung. Also genau jenem Verfahren, das seit Jahrzehnten als Lösung verkauft wird, ohne verlässlich zu funktionieren, bei hohem technischem und energetischem Aufwand.
Dabei ist bekannt, dass Wasserstoff beim Einsatz in der Massenmotorisierung gleichermaßen zu teuer wie zu ineffizient ist – und bleibt – und dass die Produktion, die Verteilung und die Verstromung in der Brennstoffzelle dafür sorgen, dass nur maximal ein Drittel der eingesetzten Energiemenge am Rad ankommt, während es bei batteriebetriebenen E-Fahrzeugen über 80 % der eingesetzten Energie auf die Straße schaffen.
Aber wir können nix dafür. Wir müssen da mitmachen, weil es dafür Geld aus Rom gibt …
Wasserstoff kann in begrenzten Fällen sinnvoll eingesetzt werden, vor allem in industriellen Produktionsprozessen, vielleicht auch auf großen Schiffen. Aber sogar der ursprünglich angedachte Einsatz in Bussen und LKW – sozusagen als Einstiegslüge – weicht inzwischen der Überzeugung, dass der Batteriebetrieb die bessere Lösung ist und nur mehr wenige Hersteller bieten Fahrzeuge aller Größen mit Brennstoffzellen-Technologie an.
Und was macht Südtirol? Das Land baut ein neues Wasserstoff-Produktionszentrum um 20 Millionen Euro und lässt die Alperia in Bruneck eine Wasserstofftankstelle betreibeb, bei der noch niemand einen Tankvorgang beobachten konnte.
Aber wir können nix dafür. Wir müssen da mitmachen, weil es dafür Geld aus Rom gibt …
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„Das Land baut ein neues…
„Das Land baut ein neues Wasserstoff-Produktionszentrum um 20 Millionen Euro und betreibt in Bruneck eine Wasserstofftankstelle, bei der noch niemand einen Tankvorgang beobachten konnte.“
Ein Fall für den Rechnungshof, würde ich sagen.
Schon erschreckend, wie…
Schon erschreckend, wie unser Steuergeld vernichtet wird.
Hallo, guten Abend, kann der…
Hallo, guten Abend,
kann der Autor uns in 2/3 Sätzen, wenn möglich in Zahlen, schildern warum Wasserstoff für Mobilität - nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnis - keine gute Idee ist bzw. warum das zukünftig auch nicht sein sollte?
Lg
Antwort auf Hallo, guten Abend, kann der… von Leonidas Von Tarent
Ich bin zwar nicht der Autor…
Ich bin zwar nicht der Autor, aber ich habe mich viel mit dem Thema beschäftigt. Hier meine Einordnung:
Die Produktion von Wasserstoff durch Elektrolyse und die erneute Umwandlung von Wasserstoff in Strom für Elektromotoren in Brennstoffzellen von Fahrzeugen ist mit großen Verlusten bei Umwandlung und Transport verbunden. Das führt zu einem Wirkungsgrad vom erneuerbaren Strom zur kinetischen Energie des Autos von ich glaube rund 30% (Verbrennungsmotoren habe ehrlich gesagt keinen besseren Wirkungsgrad). Batterieelektrische Fahrzeuge haben allerdings einen weit höheren Wirkungsgrad von über 80 Prozent in der ganzen Kette und Batteriespeicher sind schlicht extrem günstig, leicht und leistungsfähig geworden. Deshalb ist es sinnvoll Wasserstoff für Sektoren zu nutzen, die nicht so einfach mit Batterien elektrifiziert werden können: Stahlindustrie, Chemieindustrie, Schiffe, Flugzeuge etc. Bei PKW, Bussen und offensichtlich auch bei den LKW setzen sich die batterieelektrischen Fahrzeuge durch. Wasserstoff bleibt aber dennoch wichtig, weil Wasserstoff länger lagerfähig ist und prinzipiell in konventionellen Gasspeichern (für Erdgas) gespeichert und dort transportiert werden kann. Wasserstoff kann außerdem mit CO2 in Methan umgewandelt und als solches gespeichert werden. Jetzt brauchen wir allerdingst erst mal massiv viel mehr erneuerbare Energien.
Antwort auf Ich bin zwar nicht der Autor… von Pascal Vullo
Danke, perfekt, dem ist…
Danke, perfekt, dem ist nichts hinzuzufügen!
Antwort auf Ich bin zwar nicht der Autor… von Pascal Vullo
Danke
Danke
Antwort auf Hallo, guten Abend, kann der… von Leonidas Von Tarent
Hat der Autor bereits…
Hat der Autor bereits. Wasserstoff ist ca. um 2/3 ineffizienter als Strom direkt zu nutzen. Ist Physik und wird sich auch in Zukunft deshalb nicht ändern und wenn überhaupt nur unwesentlich optimieren lassen.
Empfehle ihnen mal Maximilian Fichtner: https://hiu-batteries.de/wp-content/uploads/2025/12/Fichtner_Vortrag.pdf
Nur eFuels sind noch die schlechtere idee für die künftige Mobilität!
Zitat: „... kauft die SASA…
Zitat: „... kauft die SASA den Treibstoff in Mantua, wo er – wie der meiste Wasserstoff, der auf dem Markt ist – aus Methangas hergestellt wird“:
wenn das stimmt, sollte man die Busse umgehend außer Betrieb nehmen - oder doch draufschreiben: „ich bin ein Petro-Bus“.
Hat es nicht immer geheißen, dass Südtirol prädestiniert für Wasserstoff sei, da dieser mit eigenem Überschußstrom aus Wasserkraft hierzulande günstig erzeugt werden kann?
Um des Mammons Willen verkauft man also den Überschußstrom außerhalb des Landes und kauft dazu billigen aus Gas hergestellten Wasserstoff ein - und verkauft dies den einfältigen Bürgern stillschweigend als „grünen Bus“?
Ganz schön dreist...
Nun, die Brennstoffzelle die…
Nun, die Brennstoffzelle die mit Wasserstoff betrieben wird ist eine robuste, bewährte Technologie, die seit den 1960er Jahren in der Praxis eingesetzt wird. Sie in Bausch und Bogen zu verwerfen halten ich für sehr unvernünftig. Sobald man das Problem der Logistik organisiert hat wird es auch für den Privatverkehr interessanter. Natürlich ist es Unsinn, Wasserstoff aus Methan zu erzeugen, es ist aber genauso Unsinn, das Batterie-Elektroauto mit Strom aus dem Gas- oder Kohlekraftwerk aufzuladen. Die Elektrobusse sind sicher ein sündhaft teures Freiluftexperiment, aber wir können daraus wertvolle Erfahrungen gewinnen. Ich würde die Wasserstoff-Technologie nicht vorschnell verwerfen und auch nicht schlechtreden. Sie hat Potential.
Antwort auf Nun, die Brennstoffzelle die… von Peter Kasal
Die Brennstoffzelle ist und…
Die Brennstoffzelle ist und bleibt aufwendig und teuer, der geringe Wirkungsgrad von Wasserstoff macht diese Antriebsvariante für die motorisierte Mobilität zu teuer, der Bereithaltungsaufwand ist hoch. Wasserstoff könnte unter Umständen für Lokomotiven oder auf Schiffen interessant werden und wird voraussichtlich für industrielle Prozesswärme zum Einsatz kommen, wird aber teuer und verhältnismäßig ineffizent bleiben und weiterhin hohe Subventionen verschlingen.
Der Artikel trifft den Kern…
Der Artikel trifft den Kern des Problems: Millionen Euro auszugeben, nur weil die Mittel dafür vorhanden sind, ist wirtschaftlicher Wahnsinn. Solche Anlagen verursachen nämlich erhebliche Betriebskosten, über die niemand spricht. Das Gleiche gilt für die fast 100 Millionen (!), die A22 zurzeit in H2-Tankstellen investiert, obwohl es trotz aller vollmundigen Ankündigungen keinerlei Gewissheit darüber gibt, ob sich Wasserstoff-Lkw tatsächlich durchsetzen werden.
Erlauben Sie mir, etwas polemisch zu sein. Mir scheint, dass einige in dieser Frage buchstäblich aus allen Wolken fallen. Ich schreibe nämlich schon seit vielen Jahren darüber, insbesondere was die Kosten angeht.
Wo wart ihr, insbesondere die Parteien und politischen Bewegungen? Ihr habt praktisch alle geschwiegen, als Sasa 2018/19 einen Mega-Kauf von Dieselbussen tätigte und ihr euch von den Informationen über die „Wunder“ der Hybridbusse täuschen lasstet – nichts weiter als ein Zauberwort, auf das nicht wenige hereingefallen sind. Seit den ersten Erfahrungen mit den 5 H2-Bussen war (und ist) das Thema Kosten das Hauptproblem der H2-Mobilität, die, was Autos betrifft, aus diesem Grund gescheitert ist. Und sie droht auch bei Lkw zu scheitern, während sie im öffentlichen Nahverkehr nur dank großzügiger Zuschüsse weitergeht aber wie lange noch?
Arno soll zurücktreten, aber…
Arno soll zurücktreten, aber dalli!
Da auch die Busse 3 X soviel…
Da auch die Busse 3 X soviel kosten, kann man der weisen einf......... LANDES-REGIERUNG zu ihrer ...??? Entscheidung ... ..., wage ich nicht zu schreiben ... ...