Lehrer, flieg in die Sonne

Sie haben gut reden
Sie tragen Jeans und sind sportlich gekleidet, grüßen höflich und in der Regel wissen sie, dass Goethe den Faust geschrieben hat und wie Aminosäuren funktionieren: es ist dies die spezielle Berufsgruppe der Lehrer.

Wir mögen die Lehrer alle, diese umgänglichen Zeitgenossen, auch weil sie unser Selbstwertgefühl nicht grob verletzen. Doch selbst wenn die Gesellschaft mit ihnen zufrieden ist, so sind sie mit der Gesellschaft nicht zufrieden.  

In der vergangenen Woche haben die Initiativgruppen der Lehrer erneut verlauten lassen, dass ihnen die Gehaltserhöhung von 400 Euro Netto im Monat nicht reicht. Sie wollen mehr Anerkennung, und Geld. 

 

Flieg nicht zu hoch, ansonsten verbrennt dich die Sonne, und nicht zu tief, sonst fressen dich die Wellen des Meeres.

 

Sie sagen: Lehrer tragen große Verantwortung. Gewiss, dabei gibt es zwei Arten von Berufen mit Verantwortung: Jene mit Konsequenzen, so wie Ärztin, Richter, Ingenieur; und jene ohne Konsequenzen, so wie Lehrer. Wenn man nicht gerade einen Schüler kidnappt oder den Bildungsminister ermordet, wird man als Lehrer in Stammrolle unbeschwert bis zur Pension weiterdozieren, völlig egal wie und auf welchem Niveau. Lehrer sind mit anderen Worten Beamte. Als solche haben sie einen spannenden Job, mit vergleichsweise viel Freizeit. Außerdem müssen sich Lehrer, im Unterschied zu anderen Beamten, niemals bewerben, geschweige denn Bewerbungsgespräche führen.

Gleichzeitig sind Lehrer aber auch Kulturmenschen. Als solche gehören sie zu den Bestverdienern. Die beiden Sparten Kultur und Beamtentum wurden in jener großen Bildungsmaschine zusammengedacht, die wir Schule nennen und die von Wilhelm Humboldt, Giovanni Gentile und anderen weitgespannten Geistern konzipiert wurde, und die heute 100 % Alphabetisierung plus Einmaleins flächendeckend garantiert. Was für eine Leistung! Doch das wahre Genie der Erfinder der Schulmaschine zeigt sich darin, dass sie nicht nur mit guten, sondern auch mit mittelmäßigen oder gar schlechten Bestandsteilen funktioniert, unabhängig vom Wetter und Benzinpreis, genauso wie die Kalaschnikow.

Scheinbar haben wir aber höhere Erwartungen an die Schule: die Lehrer im Hinblick auf ihre Anerkennung, der Rest der Gesellschaft im Hinblick auf die Leistung der Schule. 

Ja, wir wünschen, dass sich die spannende Persönlichkeit unseres Kindes am Fließband der Buchstabenfabrik gänzlich entfaltet und wahre Höhenflüge antritt. So wie der waghalsige Ikarus, dem sein besorgter Vater Dädalus hinterherschrie: Flieg nicht zu hoch, ansonsten verbrennt dich die Sonne, und nicht zu tief, sonst fressen dich die Wellen des Meeres. Flieg in der Mitte (medio cursu). Eben dieser Weg der Mitte ist unsere Schule: ungefährlich und insgesamt ganz ok, gut genug, wie auch das Gehalt. 

Das reicht Ihnen nicht? Dann lege ich dem Stehkragenproletariat der Alphabetisierungsfabrik den Weg des Ikarus nahe: Hör auf zu klagen und werde zum Erfinder, verlass die eintönige Insel und vergiss Sicherheit und Komfort. Flieg in die Sonne! 

 

Kommentare

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Stereo Typ So., 19.04.2026 - 03:38

Wow, Herr Pizzinini, Sie trauen sich was. Die überzogenen Gehaltsforderungen dieser unantastbaren und selbstverliebten Berufsgruppe zu kritisieren, verlangt Mumm.
Sie treffen den Nagel auf den Kopf: „Doch selbst wenn die Gesellschaft mit ihnen zufrieden ist, so sind sie mit der Gesellschaft nicht zufrieden.“
Und ein weiteres Juwel: „Hör auf zu klagen und werde zum Erfinder, verlass die eintönige Insel und vergiss Sicherheit und Komfort.“
Sie wissen, wovon Sie reden, haben Sie doch selbst jahrelang unterrichtet.

So., 19.04.2026 - 03:38 Permalink
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Josef Fulterer So., 19.04.2026 - 06:23

Dümmer darf man es wohl nicht mehr anstellen ...!
Ein Gruß an die „-ü b e r f l ü s s i g e - D R E I - F A L T I K E I T- der SCHUL-ÄMTER ...!!! + ihre kräftigen LANDES-RÄTE ...!!!“
Mit seit 2018 verfallenen Kolecktiv-Verträgen dahin wursteln, mit dem Haushalt von 8,8 Milrd. € prahlen + die Lehrer:Innen richtig -g i f t i g - m a c h e n- ...!, aber bei jeden Hauch von Geld-Entwertung an den eigenen (bereits zu hohen ...!) Amts-VERGÜTUNGEN zu basteln + sich dann noch wundern, dass die Lehrer:Innen Apetitt am Streiken bekommen haben ...!!!

So., 19.04.2026 - 06:23 Permalink
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Oliver Hopfgartner So., 19.04.2026 - 07:17

Ich habe eine sehr ambivalente Position zu diesem Thema:

Einerseits verstehe ich, dass sich die Lehrer nach dieser absurd niedrigen Gehaltsanpassung aufregen. Ihr müsst nämlich bedenken, dass die Lehrer jahrzehntelang durch die Finger geschaut haben und sich beim Gehalt rein gar nichts getan hat. Das trifft insbesondere auf die diensterfahrenen Lehrer zu, die bei dieser Gehaltserhöhung verhältnismäßig schlecht (ich meine sogar UNTER Inflationsniveau) aussteigen.

Andererseits halte ich auch unser Schulsystem für stark verbesserungswürdig und ich denke jedem hier in der Leserschaft fallen Lehrer ein, die ihr Gehalt bei weitem nicht rechtfertigen.

Vielleicht sollte man den Bildungsbereich privatisieren, das würde einige Probleme lösen: Die Eltern, denen eine gute Bezahlung für die Lehrer ihrer Kinder wichtig ist, können ihre Kinder dann in eine gut ausgestattete Schule schicken und jene Eltern, die sich eh nur darüber aufregen, dass der Lehrer den ganzen Sommer und in den Weihnachtsferien frei hat, können den Lehrern ihrer Kinder entsprechend wenig bezahlen - so wie sie es eben für angemessen halten. Außerdem würden wir uns dann die Kosten für einen „Bildungslandesrat“ sparen

So., 19.04.2026 - 07:17 Permalink
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Peter Gasser So., 19.04.2026 - 08:42

Antwort auf von Oliver Hopfgartner

Zitat: „Vielleicht sollte man den Bildungsbereich privatisieren, das würde einige Probleme lösen“:
ja, das würde das Problem lösen:
gute Schule für Reiche, schlechte Schule für Mittelschicht, gar keine Schule für Arme - hatten wir alles schon, Sie müssen da nur einige Jahrhunderte zurückschauen.

So., 19.04.2026 - 08:42 Permalink
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Oliver Hopfgartner So., 19.04.2026 - 22:20

Antwort auf von Peter Gasser

Peter Gasser, schauen Sie sich doch die Wahlergebnisse an! Schauen Sie sich mal in den Kommentarbereichen von Social Media um! Lassen Sie sich so einige Kommentare im Salto-Community-Bereich durch den Kopf gehen!

Das alles ist das Resultat des Schulsystems, das Sie hier verteidigen! So gut sind die Ergebisse dieses Systems bei weitem nicht! Insofern ist es durchaus angemessen, einen völlig neuen Ansatz zu wählen.

So., 19.04.2026 - 22:20 Permalink
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Oliver Hopfgartner Mo., 20.04.2026 - 15:50

Antwort auf von Peter Gasser

Dieser Beitrag ist ein perfektes Beispiel dafür, warum ich Ihre Beiträge sehr oft für verzichtbar halte, wie ich es in einem anderen Beitrag unlängst erörtert habe. Anstatt auf meine Frage einzugehen, antworten Sie mit einer Gegenfrage - vermutlich weil Sie ihre eigene These nicht argumentieren können.

Die antiken und mittelalterlichen Bildungszentren waren hauptsächlich privat organisiert, z.B. kirchlich-klösterlich oder manchmal auch durch Gönner/Mäzenentum finanziert. Diese Einrichtungen haben de facto die wissenschaftlich-intellektuelle Grundlage für die westliche Wissenschaft geschaffen. Aristoteles hat keine öffentliche Schule besucht, auch Thomas von Aquin nicht. Auch Avicenna genoss häuslichen Privatunterricht.
Im Gegensatz dazu hatte die Einführung der allgemeinen Schulpflicht in Preußen und im Habsburgerreich andere Ziele. Dabei ging es hauptsächlich um die „Ausbildung“ von Bürgern, damit man sie effektiver als Soldaten oder Beamte einsetzen konnte. Ich denke im Übrigen auch, dass ein privates Bildungssystem nicht zwangsläufig wesentlich teurer als ein öffentliches Bildungssystem sein müsste.

Ich bin gespannt, ob Sie sich dazu herablassen, auch meine Frage zu beantworten, Herr Gasser?

Mo., 20.04.2026 - 15:50 Permalink
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Peter Gasser Mo., 20.04.2026 - 16:18

Antwort auf von Oliver Hopfgartner

ad rem:
Sie fragen: „Dann haben Sie ein Beispiel dafür“?
Ich antworte inhaltlich: „eigentlich überall“.
Worauf Sie wieder schreiben: „Anstatt auf meine Frage einzugehen, antworten Sie mit einer Gegenfrage...“
—-> dabei hatte ich klar geantwortet. Irre nicht?

Sie schreiben :„Die antiken und mittelalterlichen Bildungszentren waren hauptsächlich privat organisiert“: aja, für etwa 1, später im Mittelalter 3-5% der Bevölkerung: das ist Ihr Ziel für morgen, private Schule für 5% der privilegierten Schichten?
Das meinen Sie jetzt mit Ihrem Beispiel nicht wirklich ernst...

Übrigens (zu Ihrem ad-personam: es ist für mich nicht relevant, wofür Sie meine Beiträge halten (und legen Sie sich nicht mit mir in Sachen Mittelalter an, guter Ratschlag ).

Mo., 20.04.2026 - 16:18 Permalink
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Oliver Hopfgartner Mo., 20.04.2026 - 17:18

Antwort auf von Peter Gasser

Sie fallen wieder in ihr Muster zurück: Sie bauen einen Strohmann auf, indem sie meine Frage bewusst verdrehen.

Sie hatten behauptet, das von mir beschriebene Konzept sei uralt und bereits zig Male gescheitert. Daraufhin habe ich Sie nach Beispielen gefragt, worauf Sie mit Gegenfragen ausgewichen sind.

Daher bitte ich Sie nun meine Frage zu beantworten.

Es stimmt, dass die Bildungseinrichtungen im Mittelalter einer Minderheit vorbehalten waren. Damals war aber auch 90% des Volkes in der Landwirtschaft tätig - heute haben wir ganz andere Ressourcen - das müssen Sie mit berücksichtigen.

Mir geht es auch nicht um ihre Person, sondern die Art und Weise wie Sie kommentieren. Sie als Mensch sind wahrscheinlich ein sehr angenehmer Zeitgenosse, ich hadere lediglich mit Ihrer Art und Weise, wie Sie mit Andersdenkenden hier im Forum kommunizieren. Bitte behalten Sie das im Hinterkopf. :)

Mo., 20.04.2026 - 17:18 Permalink
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Peter Gasser So., 09.08.2026 - 09:38

Antwort auf von Oliver Hopfgartner

Zitat: „Sie als Mensch sind wahrscheinlich ein sehr angenehmer Zeitgenosse, ich hadere lediglich mit Ihrer Art und Weise, wie Sie mit Andersdenkenden hier im Forum kommunizieren“:
Ich weiß, Sie mögen Kritik oder Widerspruch nicht, ist für manche schwer zu ertragen: „Bitte behalten Sie das im Hinterkopf“.

(und dann kommen Sie um ‚ad personam‘ nicht herum...)

So., 09.08.2026 - 09:38 Permalink
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Oliver Hopfgartner So., 09.08.2026 - 10:50

Antwort auf von Peter Gasser

Peter Gasser, Ihre Antwort unterstreicht meine Kritik an Ihrer Kommunikationsweise: Anstatt meine Frage zu beantworten und auf die Sachebene zurückzukehren, versuchen Sie weiter auf die persönliche Ebene abzudriften, ich mache dabei allerdings nicht mit. Daher habe ich auch betont, dass meine Kritik sich nicht gegen Sie als Mensch, sondern gegen ihre Art und Weise der Kommunikation richtet.

Was meinen Umgang mit Kritik und Widerspruch angeht: Ich begrüße inhaltliche Kritik und Widerspruch, weil ich weiß, dass mich Umgang mit inhaltlicher Kritik besser macht.

Daher lade ich Sie erneut dazu ein, meine Frage sachlich zu beantworten.

So., 09.08.2026 - 10:50 Permalink
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Manfred Gasser Mo., 20.04.2026 - 11:03

Antwort auf von Oliver Hopfgartner

„Die Eltern, denen eine gute Bezahlung für die Lehrer ihrer Kinder wichtig ist, können ihre Kinder dann in eine gut ausgestattete Schule schicken...“
Und was hat jetzt eine gute Bezahlung genau mit der Qualität des Lehrkörpers, was mit der Ausstattung der Schule zu tun?
Und einerseits wünschen sich wahrscheinlich die allermeisten Eltern, dass ihrer Kinder gut, fair und ausgewogen unterrichtet werden, oder denkst du da anders?
Andererseits hast du sicher recht, es gäbe viel Potential die Schule zu verbessern, aber das ginge auch ohne die Schule in Zweiklassen-System aufzuteilen.

Mo., 20.04.2026 - 11:03 Permalink
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opa1950 So., 19.04.2026 - 07:53

Der Super Bildungslandesrat ist in diesem Land wohl so etwas wie übrig. Außer große Worte spuken sind seine Leistungen wohl sehr tief einzustufen. Seit Lachhammer Bildungs Landesrat ist ,ist das Schulsystem in Südtirol auf dem tiefsten Punkt angelangt.

So., 19.04.2026 - 07:53 Permalink
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Snàporaz95 So., 19.04.2026 - 08:28

Solitamente, quando leggo questi „articoli“ tutta fuffa e niente sostanza, la mia prima reazione è invitare l’autore a trascorrere egli stesso alcuni anni nel sistema scolastico nostrano prima di commentare, per evitare di coprirsi di ridicolo sentenziando su dinamiche che non conosce.
Poi però, in questo caso, mi capita di sbirciare la breve biografia dell’autore e piuttosto vorrei piangere e stracciare il mio diploma di laurea in filosofia. Infine mi accorgo che la predica arriva da chi ha sguazzato tutta la vita nelle comodità del mondo dell’istruzione privata, e allora mi faccio di nuovo due risate realizzando di aver solo perso tempo a innervosirmi per l’opinione di chi vive nel mondo dei sogni - come gran parte dei commentatori nostrani sudtirolesi.

So., 19.04.2026 - 08:28 Permalink
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Martin Daniel So., 19.04.2026 - 10:19

Einige Fakten für eine seriöse Diskussion:
1. Es handelt sich um 400 Euro BRUTTO im Monat, nicht Netto.
2. Die Lehrer sind jene Berufsgruppe, deren Reallöhne auf lange Sicht am stärksten gesunken sind: in den 10 Jahren vor 2023 um 20% (https://salto.bz/de/article/01042023/ein-stich-ins-wespennest), in den zwanzig Jahren vor 2025 um über 30% (https://www.suedtirolnews.it/politik/ueber-30-prozent-kaufkraftverlust-…; https://salto.bz/de/article/02052025/lehrer-sollen-mehr-bekommen).
3. Ein Südtiroler Lehrer verdiente 2025, also vor dem strukturellen Inflationsausgleich und den jetzt verhandelten Reallohnerhöhungen, nach über 30 Dienstjahren gleich viel wie ein Berufseinsteiger jenseits des Brenners (https://api-idap.landtag-bz.org/doc/IDAP_754831.pdf).
4. Die Lehrer sind wohl die einzige Gruppe von unselbstständig Beschäftigten, die sich ihr Arbeitsmaterial zu einem großen Teil selbst beschaffen und bezahlen muss und - anders als die Kollegen in Deutschland - für die Arbeit zuhause keine Abgeltung für die Nutzung der eigenen Räumlichkeiten sowie für Heizungs- und Stromkosten erhalten. Dies obwohl an den Schulen - anders als bspw. in den Landesämtern - nicht für jeden Lehrer eine fest eingerichtete Arbeitsmöglichkeit mit Schreibtisch und PC/Notebook in einem ruhigen Raum zur Verfügung steht.
5. Wären die Lehrer so priviliegiert, dürfte es den akuten Personalmangel nicht geben, weil Akademiker der Südtiroler Schule die Türen einrennen würden. Wir hätten dann nicht immer mehr Maturanten, die 2 Monaten nach ihrer Abschlussprüfung das ganze Schuljahr über alle möglichen Fächer unterrichten.

So., 19.04.2026 - 10:19 Permalink
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Martin Daniel So., 19.04.2026 - 11:27

6. Nachtrag zum besseren Vergleich der Gehälter zwischen Südtirol, Tirol und Österreich: Südtirol hat sowohl gegenüber dem Bundesland Tirol als auch gegenüber ganz Österreich ein deutlich höheres Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. 2023 lag es bei uns bei 59.807 (2024 geschätzt: 60.100), in Tirol bei 54.200 (2024 geschätzt: 57.700), in ganz Österreich bei 51.828 Euro (2024: 53.834).
Das heißt, obwohl in Südtirol die Wirtschaftsleistung pro Einwohner höher ist, sind die durchschnittlichen Löhne, nicht nur bei den Lehrern, entschieden niedriger. Wer profitiert von dieser Schere? Wenn die Lohnquote (der Anteil der Löhne und Gehälter am BIP) niedriger ist, dann ist zwangsweise die Gewinnquote (der Anteil der Einkommen von Unternehmen und Selbstständigen) höher. Steckt darin möglicherweise ein Gerechtigkeitsproblem?

So., 19.04.2026 - 11:27 Permalink
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K V So., 19.04.2026 - 11:50

Gratulation an die Lehrerschaft für den Verhandlungserfolg. Vielleicht nehmen sich andere Berufsgruppen ein Beispiel daran, wie Zusammenhalt zu Ergebnissen führt.
Der Artikel reiht sich ein in das gewohnte Bashing, das eher an das Niveau einer hiesigen Tageszeitung erinnert.

So., 19.04.2026 - 11:50 Permalink
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Stereo Typ So., 19.04.2026 - 12:54

Antwort auf von K V

Ja, die Lehrer haben zusammengehalten, weil sie mit ihren Protestmaßnahmen keinen Cent an Einkommen eingebüßt haben. Andere Berufsgruppen können nur streiken, mit empfindlichen Einbußen beim Gehalt.

So., 19.04.2026 - 12:54 Permalink
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Kathrin F. Mo., 20.04.2026 - 07:00

Kein Bewerbungsgespräch, nur eine jahrelange Ausbildung, pädagogische Ausbildung und/oder Wettbewerb und Probejahr. Dafür bekommen die Beamten aber einen spannenden Job mit viel Freizeit und keinen Konsequenzen (und jetzt natürlich auch noch einem Gehalt, das seinesgleichen sucht). Es gibt keinen Reformbedarf, keinen Grund für Protestaktionen, Lehrpersonen verstehen nur nicht wie gut es ihnen geht und wie toll das System funktioniert. Aber der Artikel erleuchtet sie hoffentlich! Danke dafür...

Mo., 20.04.2026 - 07:00 Permalink
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Herta Abram Mo., 20.04.2026 - 08:41

Mir gefällt Pizzinis Geschichte!
Pizzinini fordert das Extreme - einen vollständigen Kulturwandel (soll heißen: langfristiger, bewusster Prozess zur Transformation von Werten, Denkmustern und Verhaltensweisen innerhalb einer Organisation) im System Schule.
Bekanntlich muss man über das Ziel hinausschießen, um es zumindest teilweise zu erreichen...

So lange sich in den Schulen nicht Eltern, Lehrer, Schulleitung und auch sogar die Schüler einig sind, was da in dieser Schule passieren soll, so lange haben immer auch irgendwelche „Aufsichtsbehörden“ die Macht und bestimmen, wo es lang geht...
- um dieses hierarchische Schulsystem zukunftsfit zu transformieten braucht es seehr viele „unangepasste“ LehrerInnen...

Mo., 20.04.2026 - 08:41 Permalink
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Josef Fulterer Mi., 22.04.2026 - 06:25

Unter den alt-eingessenen-Lehrer:Innen gibt es solche die sich schwer tun, die Kinder für das LERNEN zu begeistern, bzw. einen Zugang zu einzelnen Schüler:Innen zu finden!
Wenn Lehrer:Innen die Kinder über mehrere Jahre begleiten, werden damit Talente un-wieder-bringlich ver-schüttet!

Mi., 22.04.2026 - 06:25 Permalink
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Josef Fulterer So., 09.08.2026 - 07:02

Wissen ist heute überall + jeder-Zeit verfügbar ...!
Statt den Bemühungen „das Hersagen von möglichst viel Wissen zu be-Noten,“ müsste spätestens ab 2026, „das Haupt-Gewicht auf die Erziehung der Jugend zu einem friedlichen Auskommen mit -e i n a n d e r-,“ ohne Überbetonung „wer schafft es mit dem perversen NEO-LIBERALEN-SYSTEM, den Mitbürgern möglichst -v i e l- sogar vom Teller zu ........ ...!“
Aus diesem Grund ist der Beruf der LEHRER:INNEN wichtiger, wie der - eines Richters, der nur über die Gesetze zu entscheiden hat, die von den an den Marionetten-Fäden der Wirtschaft + der Verbände baumelnden, sich selber über-versorgenden Politikern zusammen-gebastelt werden ...!

So., 09.08.2026 - 07:02 Permalink
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Milo Tschurtsch So., 09.08.2026 - 22:11

Herr Pizzinini, Sie haben einen wesentlichen Aspekt vergessen zu erwähnen. Diejenigen Lehrer die Eltern sind, können ihre Kinder während der gesamten Sommerferien und auch unterm Jahr am Allerheiligen, Ostern, Weihnachten , in den Faschingsferien , Pfingsten , kurzum immer wenn die Kinder Ferien haben, selbst betreuen.
Davon können andere Eltern nur träumen, die aufwändige und kostspielige Betreuungsangebote in den vielen Ferien wahrnehmen müssen und teilweise schon um Mitternacht auf der Lauer stehen um den entscheidenden Klick zu tätigen (abgesehen davon dass viele Lehrerkinder diese Angebote auch noch in Anspruch nehmen und andere leer ausgehen).
Es wird den Lehrern nicht zugemutet in den Ferien vor allem im Sommer, in der Zeit die über ihre reguläre Urlaubszeit hinausgeht, etwa die eine oder andere (spielerische ) Unterrichtseinheit zu übernehmen, was das System enorm entlasten würde, wenn jeder einspringen würde.
Nein, man handelt mit dem Land um den Zusatzvertrag herum (obwohl man eigentlich Staatsangestellter ist) , will aber sonst das Land nicht entlasten obwohl man Gelder kassiert (die dann natürlich auch im Sommer fließen müssten).
Was die „Maßnahmen“ betrifft, so soll man wie jeder andere, streiken um Forderungen zu erreichen (wobei es egal ist ob der Inflationsausgleich im Vergleich zu anderen, die ihn auch nicht bekommen niedriger oder höher ist) und an Streiktagen aufs Gehalt verzichten.
Aber pädagogisch-didaktische Unterrichtseinheiten die den Unterricht ergänzen und erweitern und zusätzliche alternative Impulse für den Unterricht an sich und das Klassenklima insgesamt liefern würden, diese bewusst nicht einzubauen und somit die Unterrichtsqualität durch Auflockerung und alternative Lernansätze, die man verweigert, zu schädigen, bzw. die Möglichkeit des alternativen Angebots auf Kosten der Kinder bewusst nicht wahrzunehmen, um persönliche Forderungen durchzusetzen, das finde ich richtig mies. Anders kann man es nicht sehen.
Also streikt gefälligst wie alle anderen auch.
Denn grundsätzlich kann man es betrachten wie man will. Es sind ca. 170 Unterrichtstage im Jahr, davon etwa minus 40 an wöchentlichen Freitagen für Lehrer.
Und wenn neben den reinen Unterrichtsstunden auch noch Stunden an diversen Tätigkeiten dazukommen (die niemand quantifizieren kann und auch unterschiedlich sind) unabhängig ob sie jetzt zuhause oder theoretisch an der Schulstelle abgeleistet würden (ein Ansinnen wovon viele Lehrer dann wieder nichts davon wissen wollen, sollte es auch angedacht und durchführbar sein), so ergibt immer noch die Summe der geleisteten Stunden (mit und ohne Schüler) bezogen auf das Gehalt ein völliges Ungleichgewicht verglichen mit anderen Berufsgruppen, die eben wesentlich mehr an Stunden für dasselbe Gehalt ableisten, auch Verantwortung in ihren Berufen tragen und oft enormen Belastungen ausgesetzt sind. Da stimmt das Verhältnis einfach nicht.
Also möge man einmal nachdenken ob diese ganzen Aktionen angemessen (auch in Bezug auf das Lehrer-Schüler-Eltern Verhältnis) sind, was die Grundlage erfolgreichen Lernens überhaupt darstellt. Sofern man ein solches überhaupt noch anstrebt.

So., 09.08.2026 - 22:11 Permalink