„Mehrsprachigkeit ist längst etabliert“
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Nicht nur das Lehrpersonal, auch die Eltern protestierten in den vergangenen Monaten. Speziell in Villanders erhoben Eltern deutschsprachiger Kindergartenkinder zu Beginn des Jahres ihre Stimmen. Die Forderung: Eine italienischsprachige Pädagogin im deutschsprachigen Kindergarten, um frühzeitig und alltagsnah mit der Zweitsprache in Kontakt zu kommen.
Viele Eltern vermissen im Dorfalltag nämlich den praktischen Zugang zur italienischen Sprache. Sie wünschen sich für ihre Kinder bessere Möglichkeiten die italienische Sprache zu erlernen, als sie selbst hatten.
Was zunächst wie ein Sonderwunsch klingt, hat sich rasch zu einer grundsätzlichen bildungspolitischen Debatte ausgeweitet: Nachbargemeinden, wie Kastelruth oder Lajen äußerten ähnliche Begehren. Die Landesregierung hat diese jedoch bislang abgeblockt. -
Eltern fordern Mehrsprachigkeit, Land bremst
Der deutsche Bildungslandesrat Philipp Achammer hatte sich damals zurückhaltend gezeigt. Es fehle an einer gesetzlichen Grundlage für den Einsatz von Personal anderer Sprachgruppen. Zudem warnte er davor, die Kinder in jungen Jahren sprachlich zu überlasten. Vorrang habe im Kindergarten, so der Landesrat, der Aufbau der ersten Bildungssprache.
Sieglinde Fink, Sprecherin der Villanderer Elterninitiative, argumentierte: „In italienischsprachigen Kindergärten, etwa im ‚Mille Colore‘ in Brixen, arbeiten seit Jahren deutschsprachige Pädagoginnen voll integriert im Alltag. Dort spricht niemand von Überforderung der Kinder.“
Die Opposition griff das Argument der Villanderer Eltern auf. Die Eisacktaler Grünen brachten das ladinische Modell ins Spiel, in dem der Umgang mit drei Unterrichtssprachen seit Jahrzehnten selbstverständlich sei. Der Team-K-Landtagsabgeordnete Alex Ploner will in einer aktuellen Landtagsanfrage wissen, wie das italienische Bildungsressort diese unterschiedliche Herangehensweise bewertet und warum ein mehrsprachiger Ansatz im deutschsprachigen System auf rechtliche und pädagogische Vorbehalte stößt, während die italienische Schule seit Jahren entsprechende Modelle praktiziert.
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Antwort Galateos auf Landtagsanfrage
Die Antwort vom italienischen Bildungslandesrat Marco Galateo: „Mehrsprachigkeit ist in den italienischsprachigen Kindergärten längst etabliert, zuerst mit der deutschen Sprache, dann mit der englischen. Seit über 20 Jahren gehört ein Konzept zum Bildungsangebot, das Kinder spielerisch an Deutsch und später auch an Englisch heranführt. Dieses Modell ist fest in den pädagogischen Alltag integriert und zielt darauf ab, Neugier für Sprachen zu wecken und sprachliche Kompetenzen früh zu fördern“.
Auf die Frage, ob Daten zu besagtem mehrsprachigen Ansatz des italienischen Systems vorliegen, verweist Galateo auf die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation durch die Freie Universität Bozen im Jahr 2016. Zudem lief von 2020 bis 2022 mit „LangApp“ ein weiteres Forschungsprojekt, das die Qualität des Erlernens von zwei oder mehr Sprachen in den Kindergärten analysierte. Das Ergebnis der Langzeitstudie zeigt auf: Entscheidend für das Erlernen ist die Qualität des Sprach-Inputs, also wie gezielt und pädagogisch fundiert Sprache durch das Kindergartenpersonal vermittelt wird.
In Meran wird die Einführung eines zweisprachigen Kindergartens nun konkret diskutiert: Stadträtin Antonella Costanzo erklärt: Das Projekt soll als zusätzliches Bildungsangebot breit abgestimmt, wissenschaftlich begleitet und überparteilich umgesetzt werden.
Sterzing ging einen Schritt Richtung Mehrsprachigkeit bereits im letzten Jahr und wagte einen nie zuvor dagewesenen Umschwung in seinem Schulressort. Mit Chiara Martorelli übernahm erstmals eine Angehörige der italienischen Sprachgruppe nicht nur die italienischen Kindergärten und Schulen, sondern auch jene der deutschen Sprachgruppe.
Diese Beispiele zeigen, dass Südtirol den Willen für einen Paradigmenwechsel durchaus zu haben scheint.
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Südtiroler Elternschaft ist wohl selbst in der Lage sich zu organisieren können.
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Was genau spricht, subsidiär, gegen selbstorganisierte, praktizierte Eltern-& Nachbarschaft in Vierteln und Gemeinden, die von Expertenschaft für Wirkliches&Mögliche an der EURAC und zudem operational von Gemeindenverband, Bezirk, Land begleitet wird?
Antwort auf Südtiroler Elternschaft ist… von △rtim post
... dieser Kommentar belegt…
... dieser Kommentar belegt den beginnenden Tod der deutschen Sprache im Lande anschaulich, meine ich ...
Antwort auf Südtiroler Elternschaft ist… von △rtim post
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Tut mir Leid, aber ich verstehe nur Bahnhof ...
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Es gilt wohl erstmal den öffentlichen Raum für sich und miteinander zu entdecken und zusammen leben lernen.
Ich habe selber einen…
Ich habe selber einen zweisprachigen Kindergarten besucht. Daraus habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass dies ein vollkommener Unsinn ist. Immerhin kann ich noch „Giro, giro tondo ...“ singen. In der Volksschule hat mit einer prügelnde Italienischlehrerin jede Begeisterung für die italienische Sprache ausgetrieben, in der Schule habe ich bis zur Matura nicht die italienische Sprache gelernt,, sondern nur Lebensläufe und Werke unzähliger Schreiberlinge auswendig lernen müssen. Nach der Matura habe ich dann aus eigenem Antrieb die italienische Sprache gelernt, die ich heute perfekt beherrsche - trotz Kindergarten und Schule.
Antwort auf Ich habe selber einen… von Hartmuth Staffler
Anekdoten sind statistisch…
Anekdoten sind statistisch und wissenschaftlich unerheblich. Es ist, angesichts ihres Geburtsjahres, auch schon eine Weile her, dass Sie diese persönliche Erfahrung gemacht haben. Mit den heutigen Ansätzen ist das nicht zu vergleichen. Abgesehen von der Tatsache, dass Kenntnisse der Literatur, auch der italienischen, durchaus zur Allgemeinbildung gehört, ist selbst das Auswendiglernen von Leben und Schaffen solcher „Schreiberlinge“ wie Manzoni, Foscolo, Pavese oder Pirandello eine sprachliche Übung. Sofern Sie das Gelernte dann in italienischer Sprache vorgetragen haben.
Antwort auf Anekdoten sind statistisch… von Manfred Klotz
*zur Allgemeinbildung…
*zur Allgemeinbildung gehören...
Antwort auf *zur Allgemeinbildung… von Manfred Klotz
Wirklich keine schöne Sache,…
Wirklich keine schöne Sache, wenn ein Journalist, Autor, Kulturschaffender für andere Journalisten, Autoren, Kulturschaffenden den despektierlichen und diskreditierenden Begriff „Schreiberling“ verwendet.
Antwort auf Anekdoten sind statistisch… von Manfred Klotz
Mit Schreiberlingen habe ich…
Mit Schreiberlingen habe ich nicht Manzoni, Foscoli oder Prirandello gemeint. Ich selbst habe mit meinen Ausführungen zu dem von mir am meisten geschätzten italienischen Dichter Giovanni Verga bei der Matura den Italienischkommissar verblüfft und zu einer äußerst schmeichelhaften Benotung bewogen. Schreiberlinge sind die vielen vollkommen unbekannten Menschen, die irgendwann irgendetwas geschrieben haben, ohne Spuren zu hinterlassen. Auch meine Frau, die ein italienisches humanistisches Gymnasium besucht hat, hat von diesen Typen nie etwas gehört, aber wird hätten sie auswendig lernen sollen, anstatt die Sprache zu lernen, was wohl sinnvoller gewesen wäre. Ich habe mir halt selbst helfen müssen.
Antwort auf Mit Schreiberlingen habe ich… von Hartmuth Staffler
„Schreiberlinge“ sind nie…
„Schreiberlinge“ sind nie Teil des Lernprogramms in der Oberschule gewesen. Ich habe ebenfalls das humanistische Gymnasium besucht und keiner der Autoren, die uns näher gebracht wurden, kann man als Meteore am literarischen Himmel bezeichnen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass genau an ihrer Schule literarische Nieten unterrichten wurden. Die Sprache lernt man sogar wenn man Literaturgeschichte lernt. Eigentlich immer, wenn man einen gut geschriebenen Text in der zu assimilieren Sprache liest.
Antwort auf „Schreiberlinge“ sind nie… von Manfred Klotz
Wir haben keine wie auch…
Wir haben keine wie auch immer geschriebenen Texte gelesen (außer auf Eigeninitiative, die mich z.B. zu Giovanni Verga geführt hat), sondern nur biographische Daten und Werksverzeichnisse von vielen vollkommen unbekannten Schreibern (und natürlich auch von einigen wenigen bekannten) auswendig lernen müssen. So lernt man keine Sprache.
Antwort auf Wir haben keine wie auch… von Hartmuth Staffler
Verzeihen Sie wenn ich ins…
Verzeihen Sie wenn ich ins Detail gehe, welche Oberschule haben Sie denn besucht?
Antwort auf Verzeihen Sie wenn ich ins… von Manfred Klotz
Ich habe das Realgymnasium …
Ich habe das Realgymnasium (damals Wissenschaftliches Lyzeum) in Brixen besucht. Der Wahrheit zuliebe muss ich aber auch ergänzen, dass ich in der ersten Klasse Oberschule eine ganz wunderbare Italienischlehrerin gehabt habe. In einem Jahr habe ich bei ihr mehr gelernt als in allen anderen Schuljahren, sie hat es mit ihrer sympathischen Art auch verstanden, Interesse für die italienische Sprache und Kultur zu wecken. Leider hatte ich sie nur ein Jahr, und danach ist es im üblichen sinnlosen Memorisierungstrott weitergegangen. Dass ich bei der Matura in Italienisch eine ausgezeichnete Note bekommen habe, hat mich selber am meisten gewundert.
Antwort auf Ich habe das Realgymnasium … von Hartmuth Staffler
Gut, das könnte die …
Gut, das könnte die „Verachtung“ für das eigentlich Wichtige in der Literatur einigermaßen erklären. Ich blicke auf meine Erfahrung im Humanistischen Gymnasium zurück und da hatte italienische Literatur keinen geringeren Stellenwert als die deutsche. Zumindest bei den Professoren;)
Antwort auf Ich habe selber einen… von Hartmuth Staffler
H Staffler, ich könnte von…
H Staffler, ich könnte von ähnlichen Erfahrungen berichten und in der Schulzeit meiner Tochter, war nach wie vor ein „Pädagogenglück“ nicht selbstverständlich....
... statt weiter auf Glück hoffen zu müssen, um grösstenteils, auf reflektierte, offene, zugewandte Persönlichkeiten als LehrerInnen zu treffen, könnte schon in der PädagogInnenausbildung das unbedingte Fach:
„Eigene Persönlichkeitsentwicklung “, beitragen:
u a Selbstreflexion lernen ( zu eigenen Einstellungen, Vorurteilen, Prägungen, Persönlichkeitsdefiziten, Denkmustern...)
UND ein Berufslebenlang, die Pflicht zu regelmässiger Supervision. ( - auch als Selbstfürsorge, um in diesem verantwortungsvollen und schwierigen Beruf dauerhaft Gesund zu bleiben).
Was zukunftsfähige Schule|Bildung auch dringend braucht ist engagiertes Lehrpersonal mit Migrationshintergrund!
Buchtipp: https://orf.at/stories/3177772/
Antwort auf H Staffler, ich könnte von… von Herta Abram
Meine Mutter hat in…
Meine Mutter hat in italienischen Schulen deutsche Sprache unterrichtet und ist noch viele Jahre danach von dankbaren ehemaligen Schülern mit Geschenken überhäuft worden. Es geht also auch ohne Prügel.