Politik | Zugverbindung Me-Bo

Schlechte „Performance“ für Pendler

Damit es auf der Schiene zwischen Meran und Bozen besser rollt, gibt es Pläne, die ab 2028 Besserung versprechen könnten. Kurzfristig sieht es eher mau aus.
Bild: Seehauserfoto

Dieser Artikel ist für dich kostenlos. Unabhängiger Journalismus in Südtirol braucht aber deine Unterstützung. Wir würden uns daher freuen, wenn du ein SALTO Abo abschließen würdest. Vielen Dank!

Jetzt S+ abonnieren

Die Zuglinie zwischen Meran und Bozen gilt als Rückgrat des Pendlerverkehrs im Burggrafenamt. Doch Verspätungen und Ausfälle sorgen zunehmend für Frust. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider sieht die Lösung im zweiten Gleis. 

Die Frage, was den Zugverspätungen und Ausfällen kurzfristig entgegengesetzt werden kann, bleibt vorerst unbeantwortet.

„Die Bahnlinie Bozen Meran bietet aktuell nicht das Potential und jene Performance der Dienste, die Pendlerinnen und Pendler für ihren täglichen Weg zur Arbeit brauchen“, erklärt Mobilitätslandesrat Alfreider in einer Stellungnahme in feinstem Politikersprech. Soll heißen: Züge kommen zu oft zu spät oder fallen ganz aus. Besonders die rund 150 Jahre alte Trasse entlang der Etsch entspreche nicht mehr den Anforderungen einer modernen Bahnverbindung. 

Als zentrale Antwort auf die Schwierigkeiten nennt Landesrat Alfreider vor allem das Projekt des zweigleisigen Ausbaus der Bahnlinie. Denn gerade die Kreuzungspunkte auf der Strecke würden, so der Landesrat, fast täglich zu Verzögerungen führen. Ende Februar lag allerdings weder eine genehmigungsreife Planung noch eine Finanzierung vor.

Merans Bügermeisterin Katharina Zeller erklärte damals, dass ein zweites Gleis lediglich bis zum Untermaiser Bahnhof reichen würde, da im weiteren Streckenverlauf die städtebaulichen Voraussetzungen für eine zweigleisige Bahnstrecke fehle. Einen Zeitplan gab es bis Februar diesen Jahres keinen. Ein möglicher Baubeginn wird im Mobilitätsplan für das Jahr 2035 genannt.

Der zweite Lösungsansatz Alfreiders betrifft das so genannte Rollmaterial also die Schienenfahrzeuge. Insgesamt seien 15 neue Zuggarnituren angekauft worden, die größtenteils auf der Strecke zwischen Meran und Bozen eingesetzt werden sollen. Aus Alfreiders Ressort heißt es, dass die neuen Züge helfen könnten, die Situation akut zu verbessern. 

Organisatorisch soll sich künftig etwas ändern: Mit der neuen Zugausschreibung im Herbst soll ab 2028 nur noch ein einziger Dienstleister den Bahnverkehr betreiben. Das soll laut Alfreider die Logistik vereinfachen und „zu mehr Stabilität der Dienste führen“.

Alles Wichtige aufs Smartphone: Folge unserem WhatsApp-Kanal!

SALTO-Artikel in der Google-Suche bevorzugt anzeigen lassen