„Wir fühlen uns als Überetscher“

Wahlkreisreform
Wie ist die Reaktion in den betroffenen Gemeinden auf die geplante Reform des Senatswahlkreises Bozen-Unterland? SALTO hat sich in Kaltern umgehört.

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Wie fühlt man sich, wenn man als Kalterer plötzlich als Burggräfler aufwacht? Mit dieser Frage konfrontiert, antwortet Kalterns Bürgermeister Christoph Pillon (SVP): „Ich war überrascht, das war für uns nicht zu erwarten. Wir in Kaltern fühlen uns natürlich als Überetscher und gehören der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland an“, meint er gegenüber SALTO. Kaltern ist eine von sechs Gemeinden, die im Zuge der geplanten Wahlkreisreform dem Senatswahlkreis Meran–Vinschgau zugeordnet werden sollen.

Trotzdem wolle man laut Pillon jetzt aus der neuen Situation das Bestmögliche machen: Er betont, im „sehr engen“ Austausch mit Parteiobmann Dieter Steger zu stehen und gratuliert ihm, zu dessen Erfolg als Verhandlungsführer im Parlament. Im Zuge der Verhandlungen zur Wahlkreisreform erreichte Steger politische Zusagen zur weiteren Absicherung der Südtirol-Autonomie. Dazu zählen ein Notenwechsel zwischen Italien und Österreich sowie eine stärkere internationale Absicherung der Vertretung Südtirols im Parlament. 

(c) SALTO/Mauro Podini

„Für Südtirol ist das Verhandlungsergebnis ja auch nicht schlecht. Es ist nur schade, dass es wieder unseren Bezirk trifft“, meint Pillon. „Es wird für uns als kleinen Nebenbezirk im neuen Wahlkreis Meran–Vinschgau tatsächlich sehr schwierig werden, zumal wir dort weder im Bezirk Meran-Burggrafenamt noch im Bezirk Vinschgau als geschlossener Bezirk vertreten sind.“ Daran zeigt sich das Spannungsfeld innerhalb der Südtiroler Volkspartei: Während auf Landesebene die erzielten Zugeständnisse für die Autonomie von einigen positiv bewertet werden, werden in den betroffenen Gemeinden die konkreten Auswirkungen der Wahlkreisreform kritischer gesehen.

Was sagen die Kalterer Bürgerinnen und Bürger?

Während Bürgermeister Pillon die Reform differenziert beurteilt, fallen die Reaktionen auf der Straße teilweise deutlich kritischer aus. „Ich würde die Wahlrechtskreise nicht so auseinanderschieben“, meint eine Kaltererin. Einige Passantinnen und Passanten wissen allerdings noch nicht viel über die geplante Neuabgrenzung des Wahlkreises. Der Kabarettist Dietmar Prantl, den SALTO zufällig in Kaltern angetroffen hat, bezieht hingegen klar Position: „Ich bin sehr erstaunt, dass es unserer Partei, der Weißen Bergblume, anscheinend nur darum geht, ihre Sitze in Rom zu halten und nicht darum, ob es für die Südtiroler was bringt oder für die Südtiroler gut ist. Viele ältere Leute können sich noch erinnern, dass das Unterland schon einmal geteilt worden ist und ein Teil zum Trentino gehört hat.“

Kommentare

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Profil für Benutzer G. P.
G. P. Sa., 18.07.2026 - 19:42

„Er betont, im “sehr engen„ Austausch mit Parteiobmann Dieter Steger zu stehen und gratuliert ihm, zu dessen Erfolg als Verhandlungsführer im Parlament. Im Zuge der Verhandlungen zur Wahlkreisreform erreichte Steger politische Zusagen zur weiteren Absicherung der Südtirol-Autonomie. Dazu zählen ein Notenwechsel zwischen Italien und Österreich sowie eine stärkere internationale Absicherung der Vertretung Südtirols im Parlament.“
Schon ein sehr lustiger Typ, Kalterns Bürgermeister. Wüsste nicht, was es, da zu gratulieren gibt. Aber na ja, passt zur SVP. Alles, aber wirklich alles, wird als Erfolg, verkauft.

Sa., 18.07.2026 - 19:42 Permalink
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Robert Zagler So., 19.07.2026 - 05:55

Der Vinschgau ist lange schon zerstückelt! Jetzt sieht das Unterland wie fein es ist, wenn man den Bezirk verstümmelt, und damit zum „Nichts“degradiert! Der Vinschgau, der politisch schon in Kastelbell/Tschars endet, kann ein Lied davon singen!
Bei „allen“ Wahlen chancenlos!

So., 19.07.2026 - 05:55 Permalink
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Peter Gasser So., 19.07.2026 - 08:42

Wer Kaltern zum Burggrafenamt ordnen will, lebt wohl eher auf dem Mond als hier auf Erden - oder er ist Trumpianer und will den Wähler instrumentalisieren und für dumm verkaufen.

Beides völlig ungeeignet, ein Volk zu regieren.

So., 19.07.2026 - 08:42 Permalink
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Salto User
Josef Fulterer Mo., 20.07.2026 - 06:14

Die Aufspaltung in einzelne Wahlkreise + „ die Besetzung der Wähler-Listen mit Partei hörigen Besen-Stielen, ist die Haupt-Ursache für die Wahl-Verdrossenheit der Bürger!“

Mo., 20.07.2026 - 06:14 Permalink