Politik | Landesgehälter

Neues Modell für Inflationsausgleiche

Öffentlich Bedienstete und Lehrpersonen an staatlichen Schulen erhalten künftig automatische Inflationsanpassungen. Mit dem neuen Modell will das Land die Kaufkraft fördern und Einmalzahlungen vermeiden.
Die Gehälter sollen ab 2028 jährlich an die prognostizierte Inflation angepasst werden. Bild: Pexels

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Die begleitende Inflationsanpassung für öffentlich Bedienstete wurde heute auf einer Pressekonferenz von Landeshauptmann Arno Kompatscher und Personallandesrätin Magdalena Amhof vorgestellt. Vorgesehen ist ein Modell, in dem die Gehälter jedes Jahr automatisch an die prognostizierte Inflation (IPCA) angepasst werden. Damit wolle man die Einmalzahlungen als Inflationsausgleich in Zukunft vermeiden und den Kaufkraftverlust kontinuierlich abfedern. Die Regelung gilt für rund 44.000 Beschäftigte, darunter alle öffentlichen Bediensteten, die im bereichsübergreifenden Kollektivvertrag enthalten sind, ebenso wie das Personal und die Lehrkräfte der staatlichen Schulen.

Die Landesregierung hat zugestimmt, zusätzliche Geldmittel für das neue Modell bereitzustellen. Die nächsten drei Jahre stellen eine Übergangsphase dar, für deren Umsetzung das Land im Haushalt 53 Millionen Euro (2026), 77 Millionen Euro (2027) und 132 Millionen Euro (2028) bereitstellt. Die Höhe der Inflationsanpassungen für diese Phase steht fest: Die schrittweise Anhebung des Grundgehalts orientiert sich am Stand vom 1. Jänner 2025 und führt nach drei Jahren zu einem Gesamtplus von 5,28 Prozent – 2,14 Prozent im ersten und 3,08 Prozent im zweiten Jahr. Ausbezahlt wird diese Erhöhung jeweils ab dem 1. Jänner im Folgejahr.

Landeshauptmann Arno Kompatscher mit Landesrätin Magdalena Amhof (beide SVP): „Es ist durchaus erwünscht, dass nicht nur die Löhne im öffentlichen Dienst, sondern auch im privaten Dienst steigen.“ LPA/Greta Stuefer

Ab 2028 soll der „Regelbetrieb“ starten und eine automatische Anpassung im Dreijahresrhythmus erfolgen. Diese macht im ersten Jahr 70 Prozent, im zweiten Jahr 60 Prozent und im dritten Jahr 50 Prozent des IPCA aus. Nach Ablauf der drei Jahre wird außerdem über die Differenz zwischen der prognostizierten und der tatsächlich eingetretenen Inflation verhandelt. Die nächsten Schritte seien der Richtlinienbeschluss in der Landesregierung, die Verhandlungen mit den Gewerkschaften und die Unterzeichnung eines Vertragsentwurfs. „Diese Wege sind nicht nur viele, sondern dauern auch in der zeitlichen Abfolge sehr lang“, betont Landesrätin Magdalena Amhof. Aktuell arbeite man daran, den Vertrag zu verschriftlichen. 

Landeshauptmann Arno Kompatscher hofft, dass in Zukunft auch in der Privatwirtschaft der Kaufkraftverlust mitbedacht wird: „Es ist durchaus erwünscht, dass nicht nur die Löhne im öffentlichen Dienst, sondern auch im privaten Dienst steigen.“ Er sehe in der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft auch die Angst vor dem sozialen Abstieg. Mit den neuen Anpassungen wolle man „den Populisten den fruchtbaren Boden entziehen“. 

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