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| Gespräch
“Ci stanno rubando la nostra Heimat”
Ulrike Kindl, germanista, ha insegnato quarant’anni a Ca' Foscari e ha visto Venezia soccombere al turismo di massa. Ora mette in guardia il Sudtirolo: le Dolomiti, e non solo, sono sulla stessa strada. Cosa possiamo imparare?
SALTO: Frau Professor Kindl, lei ha vissuto a lungo a Venezia. Come la ricorda e come la descriverebbe oggi? Ulrike Kindl: Sono arrivata a Venezia nel 1970. Era una città già fortemente segnata dal turismo, ma era ancora una città di cultura. C’era vita, c’erano commerci e scambi: in una parola, c’era ancora una popolazione residente. Oggi gli abitanti sono scesi sotto i 50.000. Resta praticamente solo il personale che tiene in moto la città.
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Frau KINDL hat RECHT ...!…
Frau KINDL hat RECHT ...!
Wir lassen uns von einigen V.........., die ihre -G i e r- nicht zähmen können, unsere Heimat -r a u b e n-!
Overtourismus, Urbanisierung…
Overtourismus, Urbanisierung und der demografische Wandel setzen Südtirols Identität unter enormen Druck.
Das Beispiel Meran zeigt exemplarisch: Wenn privater Wohnraum durch steigende Preise schrumpft, müssen öffentliche Räume als soziale Ankerpunkte gestärkt werden.
Für die autochtonen Minderheiten im Schutzgebiet geht es bei der aktuellen Stadtplanung um die Existenzfrage ihrer Kultur im Spannungsfeld zwischen Italianisierung und Migration.
Doch diese Herkulesaufgabe darf nicht top-down von Bürokraten gelöst werden.
Die Rettung der lokalen Identität gelingt nur, wenn wir die Menschen, Vereine, Initiativen und Genossenschaften zu den eigentlichen Architekten ihrer Heimat machen.
Die Bedrohung: Kulissendorf statt Heimat
Wenn Massentourismus die Lebenshaltungskosten in die Höhe treibt und städtische Räume seelenlos werden, droht eine schleichende Dekulturalisierung. Schwinden die sozialen Begegnungsorte im Alltag, schwindet auch der Raum für die eigene Sprache und Identität. Ein reines Reißbrett-Viertel bietet kein Fundament gegen die Majorisierung in den urbanen Zentren.
Der Schlüssel: Co-Creation statt Verplanung von oben
Wie also können sich die bedrohten Sprachgruppen behaupten und den Raum aktiv mitgestalten?
Die Antwort liegt in einer radikalen Demokratisierung der Stadtplanung.
Das Architektenkollektiv LIA, das bis April 2027 Zeit für den Entwurf hat, muss Bürger und Zivilgesellschaft nicht nur anhören, sondern institutionell einbinden:
• Bürger-Räte und Stadtteil-Werkstätten (Leute einbinden): Die Betroffenen müssen von Anfang an am Tisch sitzen.
Durch kooperative Planungsverfahren und Vor-Ort-Werkstätten bringen Einheimische ihr Alltagswissen ein.
Sie wissen am besten, wie sich eine Dichte emotional anfühlt.
• Kultur- und Sprachvereine als Identitätsstifter: Vereine sind das Rückgrat der Minderheitenkultur. Wenn neue Viertel entstehen (wie auf dem Gritsch-Areal oder dem Kasernengelände), müssen Räumlichkeiten gezielt für die lokale Vereinsarbeit reserviert werden.
Sie füllen die Räume mit Sprache, Tradition und interkulturellem Dialog.
• Bürgergenossenschaften und Wohnprojekte als Schutzschild: Um dem Ausverkauf der Heimat und dem Druck des Overtourismus entgegenzuwirken, braucht es neue Modelle. Gemeinnützige Baugenossenschaften und genossenschaftliche Wohnprojekte entziehen den Wohnraum dem freien, überhitzten Markt.
Sie sichern dauerhaft bezahlbares Wohnen für Einheimische und schaffen gleichzeitig geteilte Gemeinschaftsräume, die soziale Vereinsamung verhindern.
• Reallabore für Initiativen: Lokale Initiativen für Nachhaltigkeit, Kultur oder Integration benötigen Freiräume zum Experimentieren.
Stadtplanung muss flexible, unkommerzielle Zonen bereitstellen – im Sinne des „freien Wandels“ –, die von Initiativen temporär und selbstverwaltet bespielt werden können.
Fazit: Die Zivilgesellschaft besetzt den Raum
Die Antwort auf Dekulturalisierung und Identitätsverlust kann weder in totaler Abschottung noch in tatenloser Anpassung liegen.
Sie liegt im aktiven Tun. Das neue Kompetenzzentrum Wohnen in Meran darf keine reine Verwaltungsbehörde sein, sondern muss als Schnittstelle für Zivilgesellschaft, Genossenschaften und Politik fungieren.
Nur wenn Menschen, Vereine und Projekte den urbanen Raum im täglichen Miteinander selbstbewusst co-kreieren, bleibt die Stadt eine lebendige Heimat.
So entsteht eine inklusive, resiliente Autonomie, die ihre Seele nicht an den Massentourismus verkauft, sondern im solidarischen Gestalten festigt.
... im täglichen Miteinander…
... im täglichen Miteinander: erlebnisbereit
Erst wenn der letzte Autobus…
Erst wenn der letzte Autobus verstopft, die letzte Wohnung unbezahlbar, der letzte Student im Ausland geblieben ist, werdet ihr merken, dass man’s mit den Touris vielleicht doch übertrieben hat... (Meister K.I.)
Selten hat jemand die…
Selten hat jemand die Situation so gut beschrieben wie Frau Kindl in diesem Interview. Hut ab!
Gibt es kein anderes Thema…
Gibt es kein anderes Thema mehr als dieses ständige Herumjammern und Sich-Erregen über zu viele Touristen? Lächerlich.
Der ALOISIUS von .........,…
Der ALOISIUS von ........., hat wohl keine Probleme „mit verstopften Straßen + Städten, überfüllten ÖFFIS + HOT-SPOTS, nicht mehr bezahl-baren Mieten, knapp werdeneden TRINKWASSER, 20 % überhöhten LEBENS-HALTUNGS-KOSTEN u s w. ... ...???“
In risposta a Der ALOISIUS von .........,… di Josef Fulterer
Größere Probleme sehe ich…
Größere Probleme sehe ich keine, Problemchen gibt es überall. Insgesamt geht es uns allen sehr, sehr gut.
In risposta a Größere Probleme sehe ich… di Aloisius von Gonzaga
Wer ist „uns allen“?
Wer ist „uns allen“?
In risposta a Wer ist „uns allen“? di Peter Gasser
Der Aloisius denkt natürlich…
Der Aloisius denkt natürlich nur an sich und Seinesgleichen. Wie es den anderen Menschen geht, dürfte ihm egal sein.
Ein großer Dank an Frau…
Ein großer Dank an Frau Kindl für den überfälligen und fundiert vorgetragenen Warnruf.
Was die touristische Zukunft Südtirols noch retten können wird, ist das konsequente (um nicht zu sagen brutale) Anpeilen einer baldigst durchzusetzenden Obergrenze von An- und Einreisen zu Genusszwecken aller Art hier bei uns (also zum Urlauben, zum Bergsteigen und Wandern, zum Wellnessen, zu kulinarischen Abenteuern, zum Selfie-Schießen und dergleichen).
Die längst notwendig gewordene Eingrenzung solcher Zutritte wird sich auf zweierlei Art gestalten lassen:
einmal (naheliegend) über die Preise für sämtliche erwarteten und zu erbringenden Leistungen.
Das würde im Endeffekt aber heißen, dass für die nicht immer noch mehr Besucher unseres Landes jedwede Inanspruchnahme touristischer Leistungen extrem teuer werden würde, und es hätte zur Folge, dass die Aborigines davon weitgehend ausgespart bleiben müssten und dass vermutlich zunehmend potente Investitoren von auswärts sich hier breitmachen und vor allem bestimmen und kassieren würden.
Aus sozialen Gründen sollte ein solches System mit Extrempreisen für uns keinesfalls akzeptabel sein.
Die zweite vorstellbare Methode einer Eingrenzung des touristischen Ansturms kann also wohl nur in einer (notgedrungen dirigistischen) Vergabe von Bettenbelegungen über ein Lossystem bestehen.
Mit einem solchen System würden für die noch genauer zu umschreibenden Destinationen und wohl auch getrennt für gute und weniger gute Zeitabschnitte die maximal zu vergebenden Übernachtungskontingente festzulegen sein, für welche Interessenten die Zulassung zum Auswahlverfahren durch Losentscheid beantragen müssten. Die Chancen auf Zuteilung im Losverfahren sollten für besonders willkommene Antragsteller über ein Punktesystem verbessert werden (etwa für Antragsteller mit Wunsch auf eine überdurchschnittlich lange Verweildauer, für solche mit Bereitschaft zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, für solche mit kurzen Anreisewegen, für Familien mit Kindern oder dergleichen).
Und noch ein letztes: möglicherweise könnte sich die IDM mit der genaueren Ausarbeitung und späteren Verwaltung eines derartigen Vergabesystems für Urlaub in Südtirol bleibende (um nicht zu sagen nachhaltige) Verdienste erwerben.
Zitat: „Vergabe von…
Zitat: „Vergabe von Bettenbelegungen über ein Lossystem bestehen“:
da habe ich schwere Bedenken: wie soll da ein Betrieb wirtschaftlich kalkulieren, und wie soll er gegebenenfalls Abschreibungen finanzieren, und Personal auslasten, wenn sein Hotel halbleer bleiben muss?
Da erscheint es doch sinnvoller, ein Anreizsystem für Umweltbewusstsein und vor allem Verweildauer zu schaffen: hohe Abgaben für Gäste, die weniger als 8 Tage im selben Betrieb bleiben, zum Beispiel.
Ohne Lenkung führt wohl alles stets zu Extremen...
In risposta a Zitat: „Vergabe von… di Peter Gasser
@ Heinrich Zanon, Lun, 10/05…
@ Heinrich Zanon, Lun, 10/05/2026 - 15:37 Uhr
Wie sieht es abseits von…
Wie sieht es abseits von Dirigissmen demokratiepolitisch aus?
Lese:
Rom nutzt Migration als Hebel zur schleichenden Italianisierung, indem Integration nur auf Italienisch zählt.
Dabei gäbe es im Piemont oder der Lombardei genug Platz, wo Zuzug prämiert wird und die Sprache sofort passt!
Unsere lokale Politik betreibt eine doppelte Agenda: Sie liefert der Wirtschaft billige Arbeitskräfte und opfert den Minderheitenschutz für den eigenen Machterhalt.
Anstatt Geld für Bürokratie zu verbrennen — wieso lassen wir es eigentlich nicht im dörflichen Kreislauf fließen?
• 🔄 Revolvingfonds: Zinslose Starthilfe, die nach zwei Jahren über das Gehalt zurückgezahlt wird und im Dorftopf für andere und junge Einheimische bleibt.
Unternehmen, die in den Fonds einzahlen, werden vom Gemeinwesen steuerlich entlastet oder bei öffentlichen Ausschreibungen bzw. im Einzelfall durch ein Punktesystem bevorzugt.
Es gilt zu ermutigen und zu fördern - ohne zu schaden — heißt es.
• 🤝 Klare Regeln: Deutsch - Rätisch als (reflektiertes) Praxisfeld beim aktiven Einsatz im Dorf, in unseren Vereinen ... und in der Bergbauernhilfe.
Kurzum: Begegnung — Austausch und selbstverständlich das Leben wie ein Fest feiern.
• 🏡 Fairer Wohnraum: Entlastung des umkämpften Marktes, damit auch unsere Jugend im Tal bleiben kann.
So bleiben Schulen voll und Vereine lebendig.
Wir entziehen der Entfremdung die Grundlage und schützen unser Zuhause als lebendige Heimat — selbstbestimmt! 🌲⚡
Wieso nicht gesamtsystemisch, Probleme optimalen Lösungen zuführen?
Tradition + Zukunft = Unser alpiner Weg! 🌲⚡
Meran Land ✌️