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Unser Doppelkontinent
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Globalisierung

Eurafrika

Europa und Afrika. Zwei wunderbare und reiche Kontinente. Und beide zerbrechen an der fehlenden Gerechtigkeit.
Kolumne von
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Benno Kusstatscher03.09.2018
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Kommentare

Bild des Benutzers Karl Trojer
Karl Trojer 04.09.2018, 11:12

Interessant der Gedanke einer Europäisch-Afrikanischen Union ! Derzeit wäre schon viel erreicht, wenn Europa wesentlich mehr in eine nachhaltige Entwicklung der afrikanischen Staaten investieren und das Zahlen von Korruptionsgeldern zur Ausbeutung dieses Lebensraumes strafrechtlich verfolgen würde.

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Benno Kusstatscher 04.09.2018, 12:24

Karl, wer in Europa und nach welchem Kriterienkatalog soll entscheiden, was nachhaltig und was Ausbeutung ist? Darüber wäre doch nur eine eurafrikanische Institution legitimiert zu urteilen.

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Mensch Ärgerdichnicht 04.09.2018, 12:39

Afrika braucht keine Entwicklungshilfe, Afrika braucht einfach nur Frieden und einen Importstopp vom Müll der restlichen Welt.

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Ralph Kunze 06.09.2018, 20:02

Der Artikel ist wohl eher ein Schüleraufsatz als eine Spiegelung der Wirklichkeit. Vom größten Problem von allen, nämlich der unkontrollierten Bevölkerungsexplosion in Afrika durch die exorbitante Geburtenrate steht nichts. Eine Union zwischen Afrika und Europa ist doch reine Utopie und würde uns mindetens ins jahr Null katapultieren. Afrika kann sich, wenn, nur selbst helfen. Aber ohne Geburtenkontrolle ist das nicht möglich.

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Benno Kusstatscher 06.09.2018, 20:56

Danke für den Schüler. Man lernt übers Leben ein Leben lang. Soll jung halten. Den Verweis auf das päpstlich angeordnete Verhütungsverbot hast du wohl überlesen (natürlich ist armutsbedingte Geburtenexplosion ein Problem), aber es gibt bestimmt auch noch andere Probleme auf dieser Welt, die im Aufsatz nicht angerissen wurden. sorry. Utopie könnte ich stehen lassen, wenn der Begriff der Union etwas ganz bestimmtes definieren würde, aber da will ich den persönlichen Gedankengängen nicht vorgreifen...

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Ralph Kunze 06.09.2018, 21:38

sie meinen, wegen dem päpstlich angeordneten verhütungsverbot ist das thema tabu, also müssen wir die welt retten und der unkontrollierten völkerwanderung von süd nach nord einfach hinnehmen?
in diesem falle werden auch sie mir mit dem vorletzten satz meines 1. kommentars recht geben?!

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Benno Kusstatscher 06.09.2018, 21:47

Nur weil mein Artikel überhaupt nicht von Migration handelt, vermuten Sie ein Tabu dahinter?

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Ralph Kunze 06.09.2018, 21:58

Nein, überhaupt nicht. Im Grunde handelt er ja von Migration, bedingt auch durch die päpstliche weisung

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Christian Mair 24.09.2018, 20:27

@RalphKunze:
Unkontrolliertes Bevölkerungswachstum ist ein angstbesetztes Thema. ICh empfehle den Vortragvon Hans Rosling, der zeigt, dass der peak child wohl bereits überschritten ist. Also: Don´t panic
https://www.youtube.com/watch?v=FACK2knC08E

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Michael Bockhorni 26.09.2018, 19:04

die Geburtenrate nimmt überall dort ab wo (Frauen)Bildung und Einkommen steigt.

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 06.09.2018, 20:34

Benno, in diesem deinen Beitrag bleibe ich bereits am zweiten Absatz hängen: Da erlaubst du dir den Satz „Als 2008 die Banken mit öffentlichen Geldern gerettet worden sind, wurden wohl auch die Pensionen gerettet. Wie man sich bettet, so liegt man, liebe Lega wählenden Rentnerinnen.“ Deine Ausführungen bezüglich Finanzspekulationen und Rentenkassen überfordern bereits mich, geschweige dem die „Lega wählenden Rentnerinnen“. Meine Frage: wen wählen denn – deiner Ansicht nach – die deutschsprachigen Südtiroler Rentenrinnen? Mich wundert´s nicht, wenn alte Menschen oft auf populistische Parolen hereinfallen; die linken oder mitte-linken Parteien scheinen sich ja nicht um die Rentnerinnen zu kümmer! Beispiel der anlaufende Wahlkampf, mit dem ich mich in meinen Beitrag (https://www.salto.bz/de/article/12082018/engagement-gegen-kaufkraftverlust) schon beschäftigt habe.

Bild des Benutzers Benno Kusstatscher
Benno Kusstatscher 06.09.2018, 21:11

Sepp, ob deutsch- oder anderssprachig, keine Ahnung. Bei interviewten Legawählern hört man immer wieder Pensionisten, die (vermutlich berechtigte) Angst vor Rentenverlust haben und dies mit Neoliberalismus und Globalisierung begründen. Meiner Meinung nach gehören aber eben die Pensionskassen zu den größten Kunden der aggressivsten Aktienspekulanten. Unser Pensionssystem ist somit eine der pervertiertesten Auswüchse des von selbigen verfluchten Neoliberalismus, und somit jeder Pensionist ungewollt Teil des Spiels, dessen sich Konzerne beugen (müssen). Wenn also Lega und/oder m5s darauf pfeifen, wie die "Märkte" auf ihr Vorhaben reagieren, dann werden auch die Rentner das Resultat zu spüren bekommen, ober weder Neoliberalismus noch Globalisierung die Verursacher waren.

Bild des Benutzers Christian Mair
Christian Mair 27.09.2018, 11:12

@BennoKusstatscher
Stichwort Pensionsversicherung
Historisch betrachtet ist es aber so, dass das gesetzliche Umlageverfahren bestehend seit 1920 im INPS zurückgedrängt wird. Durch Liberalisierungsbestrebungen wird unterstützt durch öffentliche Subventionen die Vorsorge zur privaten Sache erklärt und auf den Finanzmarkt geschickt. Ein gewisser Oskar Peterlini legt sich noch heute Lorbeerblätter auf das Haupt für diese Errungenschaft.
Selbst Konservative wie Norbert Blüm (CDU - ehemaliger Bundesarbeitsminister) erkennen: Die Riesterrente ist die Rente für die Bessergestellten.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/videos/norbert-bluem-krit...

Bild des Benutzers Benno Kusstatscher
Benno Kusstatscher 27.09.2018, 14:23

Einverstanden mit der Erkenntnis, Christian. Nur hat das eher weniger mit Liberalisierungsbestrebungen (etwa im amerikanischen Sinne) zu tun, sondern schlicht damit, dass die öffentliche Hand nicht mehr wusste, wie die Pensionen sonst zu finanzieren wären. Die Bürger wurden nicht liberal ermächtigt, sondern ein ungelöstes Problem wurde auf sie abgewälzt. Wie man hört, steht Österreich da besser da.

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Silvia Rier 07.09.2018, 13:04

schöner gedanke, der der europäisch-afrikanischen (afrikanisch-europäischen...) Union. Daran sollten wir arbeiten

Bild des Benutzers Karl Trojer
Karl Trojer 13.09.2018, 10:42

Lieber Benno, Deine Darlegung "Afrika und Europa sind zwei wunderbare und im Prinzip reiche Kontinente. Außer den von Menschen gemachten Gründen, gibt es keinen einzigen Grund, warum die beiden Kontinente nicht allen ihren Bewohnern ausreichend Nahrung, ausreichend Würde geben könnten. Wenn nicht jeder Kontinent für sich, dann eben gemeinsam." erscheint mir als ein sehr wertvoller Beitrag für künftige europäische Politik ! Nicht teilen kann ich Deine Überlegungen zu Finanzen und Pensionen. Für mich nicht geht es nicht darum, welcher Mittel und Tricks sich die rechtlich narrenfreie, globalisierte Finanzspekulation bedient, sondern dass diese selbst der Hauptgrund des zunehmenden Auseinanderklaffens zwischen extrem reich und arm ist und vorrangig auch die ärmeren Staaten Afikas schädigt. Diesem globalen, freien Finanzmarkt gilt es rechtsstattlich Grenzen zu setzen.

Bild des Benutzers Benno Kusstatscher
Benno Kusstatscher 13.09.2018, 11:54

Karl, anscheinend ist mir nicht geglückt, anhand des Beispiels das grundlegende Problem zu beschreiben: Es wird dieser Tage vielfach Verständnis für die Ängste der Bewohner der wohlhabenen Länder gefordert. Der Mythos geht um, als wären die Europäer Globalisierungsopfer. Dabei sind sie/wir, zuerst auf der Gewinnerseite und leider zu großem Teil Globalisierungstäter, und zwar jeder von uns, durch unser Konsumentenverhalten, durch die Art, wie wir - jeder von uns - direkter oder indirekter am Finanzmarkt partizipieren, und auch durch die Themen, die wir in die gesellschaftliche Debatte zwingen bzw. denen wir erlauben, von anderen Themen (meist sehr belanglosen Innenpolitiksachen oder letztlich inhaltsleeren Flüchtlingsdebatten) in den Schatten gestellt zu werden. Mit Verweisen auf diesen anonymen und abstrakten Finanzmarkt oder auf neoliberal entfesselten Konzernen die Verantwortung abzuschieben, halte ich für grobes Foulspiel. Globalisierung konstruktiv und fair zu gestalten, beginnt bei jedem Einzelnen. Ich stelle keine moralischen Ansprüche, sondern verweise auf die Erkenntnis, dass Gerechtigkeit vor keinen Grenzen mehr halt machen wird. In den 80er Jahren war individuale Mitverantwortung noch groß geschrieben, heute spielt sie in der öffentlichen Debatte überhaupt kein Rolle mehr. Kollektive Opfererzählung ist trendy.

Bild des Benutzers Karl Trojer
Karl Trojer 14.09.2018, 11:25

Lieber Benno, einverstanden mit der " individuellen Mitverantwortung" . Der Umstand, dass eine sehr kleine Minderheit über den allergrößten Teil des Welt-Vermögens verfügt, kann aber nicht durch individuelles Handeln verändert werden, dazu braucht es politisch ausreichend mächtige Strukturen, die eben der Finanzspekulation dieser Leute, zumindest im EU-Raum, Einhalt gebieten. Und es erscheint mir wichtig, im Begriff "Wirtschaft" zwischen Finanzwirtschaft und Realwirtschaft zu unterscheiden, zumal beide ganz unterschiedliche Methoden und Ziele haben und derzeit unter dem Einheits-Begriff "Wirtschaft" die Finanzwirtschaft die Realwirtschaft vor sich hertreibt, und sie als Feigenblatt missbraucht.

Bild des Benutzers Benno Kusstatscher
Benno Kusstatscher 14.09.2018, 11:48

An der Spitze dieser besitzenden Minderheit stehen Gründer von Startups, nennen wir sie Amazon, Google, Facebook und in zeitlich weiterem Sinne auch Apple. Wer, wenn nicht individuelles Konsumentenverhalten hat sie dorthin katapultiert?

Einverstanden mit der Wirtschaft. Aber auch die Finanzwelt wird vor jemanden hergetrieben. Anlagefonds, Versicherungen, Pensionsversicherungen, ... deren Kunden letztlich Du und ich sind, genau so wie unsere Gemeinschaft, also der Staat, es ist.

Bild des Benutzers Karl Trojer
Karl Trojer 19.09.2018, 10:28

Gestern berichtete "arte" vom Bankenriesen HSBC (London, Hongkong). Erschreckend was da an finanzieller Machtkonzentration abläuft (180 Mrd € Jahresgweinn in Steueroasen abgesichert), und wie arrogant solche Finanzriesen ängstliche Politiker vor sich hertreiben. Es geht nicht darum, ob auch einzelne BürgerInnen deren Finanzvermögen über ihre Pensionskassen mitfinanzieren, sondern darum, welche Ziele diese Finazwelt schonungslos verfolgt. Im Intervieuw hatte eine Politikerin die Überzeugung geäußert, dass die Politik sehr wohl der Finanzwelt Grenzen setzen kann, sofern sie das auch will !!! Mit dem Brexit muss sich die EU diesbezüglich neu und zielführend für diese Grenzen engagieren !

Bild des Benutzers Christian Mair
Christian Mair 24.09.2018, 19:32

Einerseits nimmst du die Globalisierung als unumkehrbaren Prozess quasi Glaubenssatz wahr, der den Menschen auf lange Sicht Gerechtigkeit bringen wird. Andererseits zeigst du im Artikel viele Widersprüche auf, die der Neoliberalismus mit sich bringt wie Bankenkrise, verfehlte Finanz-, Handels-und Agrarpolitik, etc.
Ergänzen könnte man diese Schattenseiten mit Untergang der Volksparteien (z.B. Italien: PD und DC), dem Risiko des Zusammenbruchs der liberalen Demokratie und Überwachung und dem Abhängen von gesellschaftlicher Teilhabe von Teilen der Bevölkerung.

Entscheidend scheint mir zu sein, dass die Flüchtlingsdebatte durch die genannten Rattenfänger den Blick auf Lösungen der genannten Probleme verdeckt und die Regierenden es nicht schaffen den Fokus darauf zu lenken. Liegt die Verantwortung dafür tatsächlich bei Salvini und Co., dass dieser Prozess nicht eingeleitet wird?

Die Debatte über einen kommunitaristischen also nationalen/regionalen oder einem internationalistischen Lösungsansatz muss aber jenseits von Nationalismus und rechtem Isolationismus betrachtet werden. Es gibt bisher nunmal weder eine Afrika-Europa-Union, noch eine funktionierende und demokratisch legitimierte EU. Der Nationalstaat kann als gewachsene Bastion und kollektive Handlungsperspektive wahrgenommen werden. Moralische Verantwortung auf die individuelle Engagement abzuwälzen wird jedenfalls nicht ausreichen. Muss der NAtionalstaat überwunden werden? ODer kann man ihn reformieren?

Das Prinzip einer föderalen Autonomie innerhalb einer Republik wie es in Südtirol zumindest teilweise umgesetzt ist könnte hier einen progressiven Handlungsansatz bieten, der Interessensausgelich auf höherer Ebene und lokale demokratische Kontrolle verbindet.

Die gute Nachricht: Viv la republique europenne!
Am 10.11.18 um 16 Uhr wird die europäische Republik ausgerufen.
https://europeanbalconyproject.eu/en/manifesto

Bild des Benutzers Benno Kusstatscher
Benno Kusstatscher 24.09.2018, 20:25

Ob Neoliberalismus schlecht, oder nur schlecht gemanaged ist, dahingestellt. Jedenfalls war unsere Welt schon in den 1930er Jahren genügend globalisiert, um eine internationale Finanzkrise auszulösen. Die Frage, ob die Einheizer (Salvinis), die Nacheiferer (Söders), die Dulder (Kurzs) oder die Unbedarften (Di Maios) Schuld haben, ist schon interessant. Letztlich verhindern alle diese Gruppen, dass die Probleme ordentlich debattiert und angegangen werden. Ich habe aber weder die Volksparteien noch die liberale Demokratie aufgegeben. Sobald man sich wieder den konstruktiven Lösungen zuwendet, kommen die beide wieder. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob der Nationalstaat die Mühe lohnt, ihn zu retten. Kann er doch weder mit Globalisierung, mit Neoliberalismus noch mit Rattenfängerei lösungsorientiert umgehen. Vielleicht sind die derzeitigen Schwierigkeiten ja letztlich der sträubenden Nichtüberwindung derselben geschuldet. Vive le republique mondial, aber die europäische wär schon einmal ein guter Anfang.

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