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Koalition

Von einem, der für etwas steht

Einer, der für was steht, für was steht, steht.
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Arno Kompatscher, unser Landeshauptmann, steht für etwas. Gerade deshalb wird er Partei intern auch gern kritisiert. Er steht für ein zeitgemäßes Europa und trotz Wirtschaftsressort für ein Mindestmaß an sozialem Zusammenhalt. Wenn die Partei die Koalition mit der Lega durchsetzen sollte, dann stünde er da, der Kompatscher, wie einer, der für gar nichts mehr steht. Rücktritt wäre der einzig ehrliche Ausweg, um das Haupt oben zu behalten. Die Partei weiß das. Und drückt die Lega durch.

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Kommentare

Bild des Benutzers Markus Lobis

Sehr gut auf den Punkt gebracht. Die Nach-Kompatscher-Ära hat schon begonnen.

Bild des Benutzers Oliver H.

Das ist doch wieder mal die alte Leier. Was würde sich denn verbessern, wenn Kompatscher zurückträte? Das wäre doch aus Sicht der Lega-Gegner das Dümmste überhaupt, da ja bekannt ist, dass Kompatscher alles Andere als ein Lega-Freund ist. In einer Regierung mit Kompatscher wird die Lega weniger Einfluss haben als in einer Regierung ohne Kompatscher.

Wer also den Rücktritt Kompatschers als wünschenswertes Szenario ansieht, wünscht sich also insgeheim mehr Handlungsspielraum für die Lega.

Was Kompatscher wirklich machen sollte: Ein Regierungsteam nach Kompetenz und nicht nach Geschlechts-, Parteiflügel- und Bezirksquoten zusammenstellen.

Bild des Benutzers Benno Kusstatscher

Um es klarzustellen: Nicht ich wünsche mir Kompatschers Rücktritt, sondern ich unterstelle den Lega-Befürwortern in der Partei entweder Kompatscher bewusst zu sabotieren, oder wenigstens dessen Gesichtsverlust billigend in Kauf zu nehmen. Im Falle eines Falles müsste er schon selber wissen, was er sich derart angezählt weiterhin antun wollte.

Bild des Benutzers Oliver H.

"Hätte Kompatscher Rückgrat, würde er zurücktreten" So lässt sich dein Beitrag auch interpretieren. Daher ging ich davon aus, du würdest einen Selbstmord des Königs aufgrund der symbolischen Botschaft als etwas Positives sehen.

Es spricht für dich, dass du das nach eigener Angabe nicht tust. Aber bei dir weiß man ja nie. Von jemandem, der einen Kommentar, in welchem die Abwicklung der Nationalstaaten als etwas wünschenswertes beschrieben wird als "neo-nationalistisch" bezeichnet, kann allerlei weiteres Unlogisches kommen. Denk doch mal darüber nach, ob das wirklich eine so gute Idee war. Es ist nie zu spät, einen in der Vergangenheit gemachten Fehler zu korrigieren.

Bild des Benutzers Silvia Rier

Salto, kann bitte jemand endlich diesen Hopfgartner zur Räson bringen? Es kann doch nicht sein, dass der hier permanent, bei jeder nur denkbaren Un_Gelegenheit, seine persönlichen Klein_Kriege führt?

Bild des Benutzers Oliver H.

Am einfachsten wäre ich "zur Räson zu bringen", indem Kusstatscher zugibt, dass es voreilig und falsch war, meine Kommentare als neo-nationalistisch und identitär zu bezeichnen. Das leuchtet jedem normalen Menschen ein, denn wie kann ein Kommentar neo-nationalistisch sein, wenn darin die Abwickelung der Nationalstaaten gefordert wird? Wie kann jemand als identitär bezeichnet werden, der die Werte des Indivudalismus hochhält. Vielleicht sollte Benno den Beitrag von Hannes Obermair über Äpfel und Spatzen lesen.

Oder ist es ein Verbrechen, wenn man sich gegen derartige Verunglimpfungen wehrt? Ich denke nicht, dass es im Sinne der salto-Moderation ist, wenn Community-Mitglieder bzw. deren Kommentare fälschlicherweise mit neonationalistischen und identitären Bewegungen in Verbindung gebracht werden.

Bild des Benutzers Christoph Moar

Nein, das mag tatsächlich nicht im Sinne der Moderation sein. Was du übersiehst, sind zwei wesentliche Dinge: deine Vorwürfe sind, nachdem ich die Textzeilen gelesen habe, deine persönliche Interpretation. Du kennst die Deutsche Sprache mindestens so gut wie ich, bist studiert und intelligent genug die Semantik der von Benno genutzten Worte genau zu lesen. Man kann seine Aussage so lesen, wie es dort steht. Dass auch Identitäre so argumentieren würden. Dieser Satz bedeutet tatsächlich nicht den Umkehrschluss. Nur weil Trump auch einen Satz sagen kann, den ich sage, heißt es nicht, dass ich Trump bin. Es sagt nur, dass das, was ich sage, auch von Trump verwendet wird.

Oder man kann die Aussage so eskalieren, wie du sie gerne liest. Es bleibt deine freie Wahl, die schärfere Variante zu lesen und zu interpretieren, und ich hindere dich nicht daran. Du irrst dich aber im Glauben, deine Lesart sei die einzige weltweit gültige. Ich kann dir versichern, dass ich keinen Grund habe, den einen oder anderen zu bevorzugen, aber wenn ich mir die Sätze von Benno, die du freundlicherweise neulich nochmal verlinkt hast (ich hab den blöden Kommentar ein Dreivierteljahr nicht mal gefunden!), so lese ich tatsächlich nicht das raus, was du hier seit 11 Monaten vorwirfst.

Wahrscheinlich liegt es in der Natur der Sache, dass du befindest, nur deine Interpretation sei die einzig weltweit richtige. Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, Differenzierungsfähigkeit, und kritische Selbstreflexion könnte dir aufzeigen, dass du dich vielleicht auch in etwas reinsteigerst. Vielleicht bermerkst du das nicht, vielleicht aber weißt du das auch sehr wohl, und es gefällt dir. Alles möglich, alles denkbar, alles auch weitgehend irrelevant.

Was das Salto Community Management (das, du ahnst es, bisher insgesamt sehr zurückhaltend war, weil die Community sich meist gut selbst gemanaged hat, worauf Salto auch stolz sein durfte) mit einem solchen Vorwurf tun müsste, der seit einem Jahr in pedantischer Manier unter jedem passenden oder unpassenden Artikel wiederholt wird, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

In einem großen Deutschen Medium würde das Community Management jedesmal, wenn du mit diesem Kommentar kommst, ihn streichen und dich bitten, dich nur zur Sache (zum Artikel!) zu äußern. Und ehrlich gesagt würde ich es, als Leser, tatsächlich viel angenehmer finden, wenn der Kommentarbereich nicht für solchen Kleinkrieg missbraucht würde. Wahrscheinlich wäre ein off-topic-Kommentarthread für Salto.bz das beste, wo man jedesmal einen Kommentar reinvoten könnte, der nichts mit dem kommentierten Artikel zu tun hat.

Ich kann dir nur wünschen, du mögest irgendwann mal deinen Seelenfrieden finden, Oliver. Die ganze Welt dreht sich nicht nur um dich, und nicht alles, was du aus einem Satz rausliest, lesen andere Leute auch raus. Falls es hingegen mehr eine pädagogische Strategie sein sollte, nun, auch hier habe ich schlechte Nachrichten - so wie du vorgehst klappt das meistens nicht. Lg!

Bild des Benutzers Oliver H.

Deine Lesart in allen Ehren, übersiehst du dabei den wesentlichen Punkt: Rein semantisch betrachtet ist es natürlich so, dass du nicht zu Trump wirst, wenn du und Trump in einer Detailfrage dieselbe Argumentationslinie fährt.
Doch die Außenwirkung ist das Entscheidende: Wenn man genau auf eine derartige Analogie hinweist, dann entsteht beim Leser sofort eine Assoziation. Es ist wie mit dem rosaroten Elefanten, an den man nicht denken soll. Das Bild ist schon im Kopf entstanden. Wenn also Benno völlig ohne Beleg behauptet, meine Argumentation sei identitär oder neo-nationalistisch, dann entsteht beim Leser ein Bild. So kann man eine inhaltliche Auseinandersetzung vermeiden und die Diskussion dadurch beenden, dass man sein Gegenüber in einen Kreis mit Gruppierungen stellt, mit denen man ohnehin nicht argumentativ interagieren braucht.

Darüber hinaus ist es schlicht falsch, dass Identitäre und Neo-Nationalisten so agieren oder argumentieren wie ich. Neo-Nationalisten fordern einen Rückbau der EU zugunsten des Nationalstaates und Identitäre argumentieren über den sogenannten Ethno-Pluralismus, der offen lässt, wie eine Nation auzuschauen hat. Darüber hinaus haben die Identitären gemeinsame ideologische Wurzeln mit den eurofaschistischen Bewegungen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts v.a. in Frankreich. Meine Argumentation weicht davon grundsätzlich ab und das weißt du genau.

Benno hat dieses Manöver entweder absichtlich oder unabsichtlich gefahren. Und genau hier kommt auch das Community-Mangagement ins Spiel: Solche Manöver stören die inhaltliche Debatte und da wäre es sehr wohl angebracht, wenn ein Community-Manager moderierend auf beide(!) Beteiligten einwirkt. Mit einem einfachen, klärenden Kommentar, lässt sich das aus der Welt schaffen.

Wenn Benno es wirklich so gemeint hat, wie du es oben interpretierst, warum schreibt er dann nicht einen kurzen, klärenden Kommentar, in welchem er schreibt: Ich wollte dich nicht in eine Ecke mit Identitären und Neo-Nationalisten stellen. Falls dieser Eindruck entstanden ist, tut mir das Leid. Ich war da wohl im Eifer des Gefechtes etwas voreilig.

Damit wäre die Sache erledigt. Ist das wirklich zu viel verlangt?

Bild des Benutzers Benno Kusstatscher

Ja, das ist zuviel verlangt. Was Du forderst, ist nichts weniger, als dass man sich Deiner Deutungshoheit beugt. So wie Du Beiträge von Kolumnist*innen anmaßend und ganz und gar nicht zimperlich in gut und schlecht einteilst, wie Du Dich überhebst und Dein Daumen die Argumente anderer in richtig und falsch scheidet, oft senkt, so möchtest Du in diesem Fall Dein Schwert zwischen Recht und Unrecht walten lassen. Das steht niemanden zu, mir nicht und Dir sicherlich auch nicht, Oliver.

Bild des Benutzers Oliver H.

Die hier von dir vorgebrachte Kritik kannst du ja auf dich selbst anwenden.
Wenn dieses Urteil niemandem zusteht, wieso fällst du dann bei mir ein Urteil und du stellst Kommentare von mir in eine identitäre, neonationalistische Ecke?

Bis heute hast du keinen Beleg bzw. keine Begründung dafür geliefert, wie in Gottes Namen du dazu kommst, einen Kommentar so zu bezeichnen in welchem die Abwicklung der Nationalstaaten gefordert wird. Warum lieferst du dafür keinen Beleg bzw. einen O-Ton? Welche Aussagen konkret sind denn identitär und neo-nationalistisch?
Oder ging es dir einfach nur darum, mich in eine Ecke zu stellen, damit du nicht auf die vorgebrachten Argumente eingehen musst?

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Bild des Benutzers Benno Kusstatscher

Einer der folgenden Absätze ist von Hopfgarnter. Einer von der Homepage der Identitären.

"... will diese bereits auf lokaler oder nationaler Ebene funktionierenden Strukturen auflösen und nach Brüssel verlagern, um so die Bindung zum Nationalstaat zu brechen und zur europäischen Republik aufzubauen. Dies ist einerseits ein Verstoß gegen das Subsidiaritätsprinzip und andererseits eine Umerziehungsmaßnahme."

"Europa ist jedoch mehr als der bürokratische und technokratische Komplex der Europäischen Union. [...] Wir wollen eine Zukunft für uns, unser Land und Europa und klagen daher jene Politik an, die geleitet von falschen ideologischen Vorstellungen die Völker und Kulturen Europas zerstört."

Und dann erlaubt sich der Kusstatscher zu schreiben: "Oliver, ich kenne Dich nicht und will nicht unfair sein, aber Deine beiden Kommentare würden meines Erachtens perfekt in die Schublade neonational, wenn nicht gar identitär passen. Da ist wohl noch einiges an Diskussion notwendig."

Und der Kollege Hopfgarnter schmollt in Gauland-Manier, lügt Monate lang in alle Welt, ich hätte ihn persönlich als Nationalisten und Identitären diffamiert, hijackt aller möglichen Leute Beiträge, um aller Welt seinen erlittenen Weltschmerz zu plärren, beschimpft mich quietschfröhlich als Linksextremisten, tariert Verurteilung von Gewalt gegen Zugereiste an deren Fleißigkeitsgrad, bricht mit Vorliebe jede humanorientierte Flüchtlingsdebatte empathielos auf "nur weil sich die Linken gegen ein Einwanderungsgesetz wehren" herunter, sieht die Schuld für einen Rechtsruck hauptsächlich bei den unfähigen Linken als hätten die Rechtsrutschenden gar keine Selbstverantwortung, füllt Kommentarbereiche mit "ich bin ja auch gegen rechts, aber..." Floskeln ....

.... nur um dann Applaus zu heischen, habt mich doch lieb, ihr von der Community, Schulterklopfer und (meine) Gerechtigkeit, die mir als Liberalen zusteht, aber prompt!

Bild des Benutzers Oliver H.

Was haben die beiden Zitate miteinander zu tun? Da eine Ähnlichkeit ableiten zu wollen, erfordert sehr viel Fantasie. Du offenbarst mit diesem Kommentar, dass du in der Tat auf einer Art persönlichen Feldzug gegen mich unterwegs bist. Ich verwende keine Floskeln wie "Ich bin ja auch gegen rechts, aber".
Ganz ehrlich, wo kommt eigentlich dein Hass mir gegenüber her? Hier versuchst du schon wieder, mich als Rechten hinzustellen.
Das eine Zitat, das du hier beanstandest, ist in keiner Weise identitär oder neonationalistisch. Es ist eine Beschreibung von U. Guerots Ideen mit einer abschließenden, subjektiven Interpretation. Guerot sagt doch selbst, dass sie die Leute zur Unterstützung einer europäischen Republik animieren möchte, indem sie Wohlfahrtsleistungen vom Nationalstaat nach Brüssel verlagert werden. Ich ziehe mir das ja nicht aus der Nase.
Das von dir von den Identitären angeführte Zitat ist hingegen ein klares Plädoyer für den Erhalt der Nationalstaaten.

Erkennst du da etwa wirklich keinen Unterschied? Diese Frage ist nicht rethorisch.

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Bild des Benutzers Benno Kusstatscher

Seh mehr Parallele als Unterschied. Steht allen frei, das anders zu sehen. Bei der nächsten Floskel werde ich darauf aufmerksam machen, aber bei der versuchten Eskalationsstufe "Hass", "persönlicher Feldzug" lass ich Dich alleine träumen, dass Du es zu so einem Status bringen könntest.

Bild des Benutzers Oliver H.

Für dich ist es also identitär, wenn man Bedenken über eine Verlagerung von Kompetenzen zu einer supranationalen Institution kritisch hinterfragt und dabei als Argument den Widerspruch zum Subsidiaritätsprinzip ins Feld führt?

Das ist doch extrem weit hergeholt! Wo sind denn konkret die Parallelen? Nenne sie bitte,denn genau das ist auch einer meiner Kritikpunkte: du wendest dieses Manöver gezielt an: wer sachlich Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Kritik lösen Übertragung von Kompetenzen auf die EU hinterfragt, bekommt von dor das Etikett "identitär" und "neo-nationalisch" - unabhängig von Inhalt und Formulierung.

Denn das ist die einzige Parallele, die vielleicht da ist.
Das ist dann aber eine kranke Logik, denn dann müsstest du auch jeden Menschen als Trump-Fan bezeichnen, der Kritik an der Abschaffung von Schutzzöllen äußert. Merkst du nicht, wie absurd deine Position ist?

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Bild des Benutzers Benno Kusstatscher

Nachdem ich davon ausgehe, dass Du des Deutsch mächtig bist, bist Du offensichtlich nicht Willens, zu lesen, was geschrieben wurde und versteigst Dich lieber in einen Rauschzustand. Deine Fragen sind suggestiv, Deine Aufforderungen anmaßend, Dein Hinweis auf das eigene Zitat selektiv, Dein Vorwurf, ich würde mit einem Kommentar im Jänner "Manöver" fahren, um den Begriff von Deinem mittlerweile 11-monatigen Geeire ferzuhalten, ist sowieso lächerlich. Egal, nach welcher Anerkennung, Gerechtigkeit oder sonstiger emationalen Befriedigung Dir ist, ich kann Sie Dir nicht geben, Oliver.

Dass die Logik anderer manchmal "anders" und deshalb nicht gleich "krank" sein muss, ist übrigens Ausdruck und Maß der Liberalität und auch der Selbstreflektion, abet das nur so nebenbei.

Bild des Benutzers Oliver H.

Deine "Logik" ist nicht zutreffend. So einfach ist es.
Ich zeige deine Strategie auf: weil du keine Sachargumente hast, stellst du die Behauptung auf, meine Kommentare seien neo-nationalistisch und identitär. Das führt zu einer Diskreditierung.
Das prangere ich an.

Nicht jede Kritik am Ziel der vereinigten Staaten von Europa ist identitären und neo-nationalistisch.
Doch du argumentierst genau so. Das ist unlogisch und falsch, also eine "kranke" Logik.
Das ist ein Mangel an Diskussionskultur.

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Bild des Benutzers Christian Mair

Echt anstrengend dieses persönliche Hickhack.
Aber vielleicht ist diese Debatte zwischen Benno und Oliver auch bezeichnend für den Verlauf der Spaltung, die der NEoliberalismus durch unsere Gesellschaft getrieben hat. Es ist eine Auseinandersetzung zwischen Liberalen und Demokraten. Bemerkenswert ist dabei nur, dass Oliver seine Position noch nicht verstanden hat. Aus einer wirtschaftlichen PErspektive betrachtet sitzt er nämlich im gleichen Boot wie Benno. Alles klar? Ansonsten: https://www.republik.ch/2018/09/08/wir-brauchen-einen-populismus-von-links

Die Entscheidung der SVP zeigt leider die Schwäche von derlei Abstimmungen.
Das Für oder gegen die LEga vernebelt völlig eine Auseinandersetzung um die Zukunft unseres LAndes und wird schlussendlich das Konzept "Sammelpartei" über den Haufen werfen.
Arno Kompatscher sollte sich bei PAul Köllensperger bewerben und eine Allianz von Bewegungen bestehend aus echten Wertkonservativen, Proeuropäern, Grünen und Arbeitnehmern bilden.

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Bild des Benutzers Christian Mair

Das Ende der Ära Kompatscher ist auch der Beginn eines postideologischen Sprachgruppenzeitalters. Politische Ziele verlaufen nicht mehr entlang von Sprachgruppengrenzen. Das ist auch im rechten LAger so. Der Beweis dafür ist die Wahl des LEga Abgeordneten im Pustertal.

Bild des Benutzers Oliver H.

Interessanter Artikel. Einige Aspekte sind einleuchtend. Benno würde sie wohl in Anbetracht folgender Passage kritisieren, dass man Chantal Mouffes Aussage als neonationalistisch und identitär interpretieren kann:

>>Aber ich will ein anderes, ich will nicht das neoliberale Europa, das heute existiert. Um dieses andere Europa aufzubauen, muss man auf der regionalen und nationalen Ebene anfangen, dort die Diskurse ändern, dort neue politische Räume schaffen. Ich glaube nicht, dass ein solches Projekt Erfolg haben kann, wenn es auf der obersten, gesamteuropäischen Ebene ansetzt. Demokratisierung lässt sich nicht top-down realisieren.<<

Kurios finde ich auch, dass du Benno als demokratisch im Sinne von Chantal Mouffe bezeichnest, da Chantal Mouffe gerade dem "Demokraten" im Gegensatz zu den Liberalen eine (menschenverachtende?) Grenzpolitik mit Grenzschließungen zuschreibt, während die Liberalen (wie du mich bezeichnest) laut ihr für offene Grenzen sind. Auch ich strebe eine Gesellschaftsordnung mit offenen Grenzen an. Sehr neonationalistisch und identitär, oder?

Benno, wann merkst du endlich, dass du dich verstiegen hast? Dass du meine Kommentare als neonationalistisch und identitär bezeichnet hast, ist einfach nur lachhaft, da es dafür keinerlei rationale Begründung gibt. Es geht dir nur um die Anwendung der von Chantal Mouffe erwähnten Strategie, bei der man diese Begriffe als universell einsetzbares Schimpfwort zur Diskreditierung Andersdenkender einsetzt.

Bild des Benutzers Christian Mair

Auf diesen Artikel von Chantal Moufffebinich über salto und Klaus Griesser gestossen. Danke dafür.
Oliver, du hast mich nicht richtig verstanden. aus einer wirtschaftlichen PErspektive betrachtet seit ihr beide auf der Seite der Liberalen. Diese Allianz war historisch nur gegen den Abbaudes Absolutismus notwendig.

Die Ironie der Geschichte ist, dass die neue Rechte die neoliberale Agenda, die für viele Misständemitverantwortlich ist, weitertreibt (Austerität, Schutz der Reichen, Sozialdumping, Rückzug des Staats aus Bildung, Gesundheit etc.). Das Thema Migration wird nur benutzt, um an die Macht zu kommen. An den realen Ursachen wird nicht gedreht.

Fraglich ist was mit den Konservativen geschieht: Werden Sie zu Demokraten? Oder verharren Sie weiter in der neoliberalen Agenda?

Bild des Benutzers Christian Mair

Föderale Regioinen in einer europäischen Republik könnten Garanten für ein fortschrittliches und demokratisches Europa sein. Der Erfog der Autonomie Südtirols innerhalb der Republik Italien ist doch ein Vorläufer eines solchen Modells. ODer nicht?

Bild des Benutzers Christian Mair

@Oliver:
2 Fragen:
Was sagst du zu:
"...., du hast mich nicht richtig verstanden. aus einer wirtschaftlichen PErspektive betrachtet seit ihr beide auf der Seite der Liberalen. Diese Allianz war historisch nur gegen den Abbaudes Absolutismus notwendig."

"...ich will ein anderes, ich will nicht das neoliberale Europa, das heute existiert..." (Ch.M.)
Auf welcher Ebene und wie könnte man beginnen? Steht dasnicht im Gegensatz zu Deiner liberalen Position?

Bild des Benutzers Oliver H.

Die erste Aussage würde ich so interpretieren, dass du Benno und mich beide als Verfechter der Marktwirtschaft, des Binnenmarktes etc. einschätzt. Ich gehe davon aus, dass du wirtschaftlich weiter links von Benno und mir stehst. Der rote Stern in deinem Profilbild deutet zumindest darauf hin und ich meine schon öfters von dir antikapitalistische Kommentare gelesen zu haben.

Bei der zweiten Aussage wird es komplizierter. Grundsätzlich halte ich die Verwendung des Begriffes neoliberal für nicht zeitgemäß, da er mehr Projektionsfläche als Fachterminus ist. Man weiß nie recht, was damit gemeint ist. Die Einen meinen damit das korporatistische System von heute, in welchem sich Politiker und Konzernbosse gegenseitig hofieren. Die Anderen meinen darunter einen deregulierten Wirtschaftsliberalismus, der derzeit ohnehin nicht existiert.

Auch ich kritisiere das aktuelle Wirtschaftssystem. Allerdings würde ich das aktuelle wirtschaftssystem nicht als liberal bezeichnen. Wir haben eine ziemlich hohe Steuerlast und hohe Staatsquoten. Der Staat hält zig Monopole, die er pseudoprivatisiert hat - die denkbar schlechteste Lösung.
Ich denke also von meiner (nennen wir sie mal liberalen) Position gibt es schon mal einen gemeinsamen Angriffspunkt, nämlich wir kritisieren dasselbe System. Wo wir uns wsl nicht einig werden ist die Frage nach den passenden Lösungen.

Bild des Benutzers Benno Kusstatscher

Christian, natürlich stehen Liberalismus und Demokratie in einer Dialektik, die ständig neu austariert werden muss und zur Zeit etwas schief liegt. Es macht nach mir aber keinen Sinn, die gegenseitig auszuspielen. Es sind Hunger und Durst. Die dritte Komponente, die humansoziale Weitsicht, kommt im Artikel leider gar nicht vor. Auch klingt das für mich nach der Perspektive eines Goldfisches im Glas, Globalisierung, deren Herausforderungen und Ursachen der globalen Asymmetrien nicht zu thematisieren. Demokratie als zwangsläufig geschlossenes System zu betrachten, halte ich für eine nicht wertfreie Definition, sondern als interessensgesteuerte Agenda.

Bild des Benutzers Oliver H.

Und wie soll diese Schieflage ausschauen? Überwiegt Demokratie oder Liberalismus? Oder wird hier wieder mal das aktuelle, korporatistische System fälschlicherweise mit Liberalismus gleichgesetzt?
Bankenrettungen, Interventionismus, Lobbyismus und viele weitere Ursachen der heutigen Missstände sind ein Graus für jeden Liberalen.
Daher gebe ich dir Recht, wenn du sagst es sei nicht sinnvoll Liberalismus und Demokratie gegeneinander auszuspielen.

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Bild des Benutzers Christian Mair

@BEnno:
Braucht es nicht ein Territorium das als Beispiel für die Umsetzung einer humansozialen Perspektive vorangeht und diese Werte umsetzt? ISt die Autonomie nicht die historische Chance, diese im Sinne einer regionalen "res publica" voranzubringen?

Bild des Benutzers Benno Kusstatscher

Christian: Territorium? Etwas fantasielos, schließlich gibt es heute kaum noch Herausforderungen, die sich territorial begrenzt bewältigen lassen. Autonomie könnte eine Chance sein. Wenn sie sich aber durch Abgrenzung nach außen hin definiert, dann halte ich sie für mehr historisch denn Chance. Regionen sind in erster Linie persönliches Umfeld eines jeden Einzelnen und keine am Reißbrett gezogenen Verwaltungseinheiten. Regionale Kreisläufe sind nicht, wenn Käse aus Innichen mit dem IDM-Logo alla "Made in Südtirol" in Mals angeboten wird, sondern wenn Sterzing von Wipptaler Kühen beidseitig des Brenners beliefert wird (und auch dort konsumiert wird). Mit der Politik ist es genauso (und auch Guèrot wird das einsehen müssen).

Bild des Benutzers Christian Mair

@Benno:
Ich verstehe den Widerspruch Deiner Position zu Guerot nicht. Allein beim Begriff Territorium schrillen in Deinem Kopf Alarmglocken, die einen weiteren offenen Diskurs behindern.
Natürlich braucht es ein auf ein demokratisch kontrollierbares Maß zugeschnittenes Umfeld, um überhaupt zivilgesellschaftlich einen Gegenspieler zur Wirtschaftsaristokratie aufzustellen. Das Beispiel mit der Wipptaler Käseproduktion ist ja kein Gegensatz zu dieser Position. Und Dein Verständnis von Regionalität kann ich teilen.
Und es ist völlig klar, dass Themen wie Energie, Migration, Verteidigung, Bildung, Finanz u.ä. in die HAnd der europäischen Republik gehören. Auch diese Position steht nicht im Gegensatz zu Guerot. Ganz im Gegenteil.

Guerot schafft eine sinnvolle Auflösung des Widerspruchs von identitären Zugehörigkeitsgefühl und bürgerlich-liberalen Werten. Die Konstituierung einer Nation anhand von in die Zukunft orientierten, und nicht auf Abstammung beruhenden, Werten wie Demokratie in Form von one person one vote, gemeinsame Gesundheits-und Sozialsicherungversicherung ist ja nur die konsequente Fortführung der auf Währungs-und Marktebene umgesetzten Ziele.

Leider ist das der SVP bei der Wahl Ihres Koalitionspartners alles andere als gelungen. Anstelle die Autonomie als sicheres Bollwerk gegen antirepublikanische Tendenzen und Werteverlust zu präsentieren, hat man sich ja gerade wegen Wirtschaftslobbyismus in das Opportunismusboot gesetzt.

Bild des Benutzers Benno Kusstatscher

Ich glaub nicht, dass die Glocken in meinem Kopf irgend einen Diskurs verhindern. Wenn Guèrot Nationen mit dem Vorschlaghammer einhauen will und Pulse am Reißbrett sitzt, um Regionen mit Normgröße zu erfinden, dann ist der Ansatz, den ich ansonsten 100%ig unterstütze, etwas fehlgeleitet. Das ist nicht weiter schlimm und bedeutet nur, dass noch mehr kreative Energie aufgewendet werden muss. Wäre nur schade, wenn sich Schreckgespenster in den Köpfen der weniger Progressiven bzw. Agressiven festsetzen würden. Bezüglich der "ethisch entkernten" Partei, die ohne äußere Zwänge das Bollwerk preisgibt, steckt mir auch noch der Schock in den Knochen.

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