christmas-2976357_1920.jpg
Foto: upi
Society | #alsodann

Der gute Nikolaus

Lustig, lustig trallalalala, bald ist Nikolausabend da. Jetzt ist der Gute schon wieder abgedüst. Nur der Krampus wütet weiter
Der Nikolaus ist nicht der Weihnachtsmann. Soviel zur Klärung. Den Nikolaus dürfen sich Kinder als würdigen Mann mit langem, weißem Bart und purpurnem Gewand vorstellen. Vorstellen, denn meist bleibt der Echte unsichtbar, wenn er nachts für die Braven Orangen, Nüsse, Datteln, Lebkuchen und bei etwas Glück auch Socken bringt. Für die weniger Braven gab's früher Kohlen und Ruten. Rußspuren gaben Hinweise darauf, ob nachts auch der Krampus vorbeigeschaut hatte. Das war's. Spannend.
 
Heute wissen Kinder, dass neben dem ätherisch unsichtbaren Nikolaus, der ihre Phantasie beflügelt, auch haufenweise banale, falsche Nikoläuse in Fleisch und Blut unterwegs sind, im Kindergarten, im Fernsehen, auf der Gasse. Desillusionierend. Dabei können die Kinder von Glück reden, wenn der Krampus nicht persönlich ins Spiel kommt. Denn der läßt sie vor Schreck erstarren. Es kommt immer öfter vor auf Straßen, Gassen, Märkten. Das passt dem Bischof nicht, mir auch nicht, und den Kindern schon gar nicht.
 
Krampusse haben heidnische Wurzeln, der Nikolaus hat christliche mit Migrationshintergrund. Er stammt aus Lykien (Türkei), ist Patron der Seefahrer und jener des Gebens. Mit drei goldenen Kugeln bewahrte er drei Jungfrauen vor der Prostitution. Ihr Vater hätte sie auf den Strich schicken müssen, weil er kein Geld für ihre Mitgift hatte. So ein Nikolaus wäre manchmal noch immer Gold wert, denn verkaufte Frauen gibt es zuhauf.