Politics | Autonomie

„Wichtig für die Jugend“

Die Junge Generation der SVP begrüßt die Südtiroler Autonomiereform. Auch junge Leute würden davon profitieren, so die Vorsitzende Anna Künig.
Anna Künig
Foto: Privat
  • Der Nachwuchs der Südtiroler Volkspartei – die Junge Generation (JG) – zeigt sich erfreut über den Text der Südtiroler Autonomiereform: „Wir stehen der Reform positiv gegenüber, zumal es sich dabei um eine Wiederherstellung handelt. Aber nicht nur“, so die JG-Vorsitzende Anna Künig. Besonders begrüße sie die Mehrkompetenzen in den Bereichen des Handels, des öffentlichen Dienstes, der Kollektivverträge und der Umwelt.
    Auch für die jungen Südtirolerinnen und Südtiroler biete die Reform Vorteile, zumal die Entscheidungen, die heute getroffen werden, die Zukunft und somit auch die Jugend betreffen.

     

    „Klar ist, dass die Löhne in unseren deutschsprachigen Nachbarländern deutlich besser sind.“

     

    Die bedeutendste Passage der Reform ist der JG zufolge dabei die Anerkennung des historischen Wohnsitzes. Dieser erlaubt es Südtirolern, die ihren Wohnsitz aus Südtirol weg verlegt hatten, nach ihrer Rückkehr wieder sofort wahlberechtigt zu sein. Bis dato mussten die Heimkehrer vier Jahre warten, um an Wahlen teilnehmen zu können. „In Zeiten, in denen Südtirol mit dem Brain-Drain zu kämpfen hat, ist dieser Passus auch ein symbolischer Schritt: Wir zeigen, dass wir gewillt sind, Südtiroler Köpfe wieder zurückzuholen“, kommentiert Künig. 
    Auch der Präsidenten der Sechserkommission Alessandro Urzì spricht der neuen Regelung einen hohen Wert zu. Seiner Meinung nach sei es unfair, dass ein heimkehrender Südtiroler vier Jahre warten muss, um wieder wählen zu dürfen und somit vollständig Teil der Gesellschaft zu sein. Die Regelung habe deshalb einen großen moralischen Wert: „Mit dieser Maßnahme wird eine historische Ungerechtigkeit aufgehoben“, so der Abgeordnete.

  • Alessandro Urzì: der Präsidenten der Sechserkommission spricht von einer historischen Ungerechtigkeit. Foto: Ministero Riforme
  • Was tun, gegen den Brain-Drain?

    Anna Künig zufolge ist die Anerkennung des historischen Wohnsitzes mit der Abwanderung von Fachkräften verbunden. Um dem Brain-Drain entgegenzuwirken, brauche es aber definitiv noch weitere Schritte, so die Jungpolitikerin. „Auslandserfahrung ist wichtig für junge Menschen, trotzdem müssen wir uns darum bemühen, dass sie auch wieder zurückkommen. Klar ist, dass die Löhne in unseren deutschsprachigen Nachbarländern deutlich besser sind. Zudem spielt der leistbare Wohnraum eine entscheidende Rolle bei der Frage der Rückkehr“, so Künigs Analyse. 
    Weiters unterstreicht sie, dass auch das Handwerk zunehmend von der Abwanderung Südtiroler Fachkräfte betroffen sei. Hier sei es wichtig, an der Anerkennung der Berufsbilder zu arbeiten, zumal diese in Ländern wie der Schweiz bedeutend höher sei.