In aller Kürze

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Kurzes im Programm
Sie heißen Aletsch Negative, City of Poets, Ke wai huo dong, Casa chica oder Futsu no seikatsu. Sie sind nicht kürzer als 10 Minuten und nicht länger als ein halbes Stündchen und laufen am 8. April ab 18 Uhr im gemeinsamen Reigen beim BFFB in der Kurzfilm-Reihe Berlinale Shorts. Weitere kurze Filmformate finden sich unter dem Titel L'Acqua Verde (von Manuel Coser), Choices & Changes (Miriam Muraca) und Aura (Stefania Accettulli). Sie werden in der Reihe Locas Heroes am 8. und 9. April auf die Leinwand kommen.
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Kürze im übertragenen Sinn hat auch der Film Corte in seinem Titel verinnerlicht. Der Kurzfilm der 1994 geborenen Regisseurin Magdalena Mitterhofer lief zwar bereits als Kunstfilm im Rahmen der Museion-Ausstellung Renaissance vor einem Betstuhl in Dauerschleife. Nun gelangt der Debütfilm, den Mitterhofer im Villaggio Eni in Borca di Cadore drehte, auf die große Leinwand in Bozen. Der Villaggio Eni entstand zwischen 1952 und 1962 nach einer Idee von Enrico Mattei (1906–1962), einer auch in Südtirol, insbesondere im hintersten Antholzertal, nicht unbekannten historischen Persönlichkeit. Den Entwurf für das Eni-Dorf hatte Mattei seinerzeit dem Architekten Edoardo Gellner (1909–2004) anvertraut, einem italienischen Architekten österreichischer Herkunft, der neben dem bekannten Wohndorf auch das Agip-Motel für die Olympischen Winterspiele 1956 in Cortina d’Ampezzo entwarf.
Beim BISFF Beijing in Peking gab es schon den Hauptpreis in der Kategorie Nova (Preis der Filmkritik)
In diesem architektonischen Ambiente treffen sich mehrere Millennials mit dem renommierten Schriftsteller Noel Riccardi, der die jüngere Generation zu einem Abend mit Essen, Getränken und Diskussionen einlädt. Die Diskussion nimmt jedoch eine hitzige Wendung, als politische Meinungsverschiedenheiten einen Generationenkonflikt auslösen und die Situation eskaliert. Beim BISFF Beijing in Peking gab es schon den Hauptpreis in der Kategorie Nova (Preis der Filmkritik). Gezeigt wird der Film (u. a. mit Katja Fellin und Thomas Prenn) am 6. und am 9. April.Kurzes „pitchen“ und „launchen“MASO nennt sich das internationale Trainingsprogramm zur Entwicklung, Produktion und Verbreitung von Kurzfilmen. Entstanden ist es aus einer gemeinsamen Initiative von IDM Film Commission Südtirol und dem Bolzano Film Festival Bozen (SALTO hat berichtet). Nach der erfolgreichen Umsetzung von MASO #1 geht es nun in die zweite Runde, und zwar am Dienstag, den 8. April, wenn im Rahmen des BFFB die Kurzfilme von MASO #1 gepitcht und MASO #2 in Zusammenarbeit mit vielen lokalen und internationalen Partnern gelauncht werden. Es bietet sich an diesem Tag also die „tolle Gelegenheit“, so die Veranstalter*innen, „die MASO-Kurzfilme kennenzulernen und alle Infos über MASO #2 zu erhalten.“
Kurzes übersetzenDer Film Mensch, Msch! von Martin Telser und Julian Giacomuzzi über den Poeten Matthias Schönweger ist zwar kein Kurzfilm, doch porträtiert er einen grenzgenialen Wortklauber. Zum Film wird es gemeinsam mit ZeLT (Europäisches Zentrum für Literatur und Übersetzung) die Diskussion „Wie übersetzt man im Film?“ geben. Ausgangspunkt ist das Schaffen des Autors – seine kurzen Gedichte, Reime, sein Wortsezieren. Was haben sich die Filmemacher Martin Telser und Julian Giacomuzzi dabei gedacht, und wie sind sie vorgegangen? Welche Rolle spielen Untertitelung und weitere technische Möglichkeiten? Es sprechen und diskutieren Martin Telser zusammen mit der Literaturwissenschaftlerin und Schönweger-Expertin Renate Giacomuzzi, Mauro Sperandio, der die Untertitel im Film betreut hat, sowie Christian Lang, Translationswissenschaftler und Experte für KI im Bereich Spracherkennung und Übersetzung. Das Ganze wird moderiert von Alma Vallazza.
Rund 80 Filme werden ab heute bis zum 13. April im Rahmen des BFFB in Bozen gezeigt. Dazu finden jede Menge Talks und weitere Veranstaltungen statt. Die Eröffnung geht am heutigen 4. April über die Bühne.
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