Society | Spendenaktion

Eine außergewöhnliche Radreise

Das Planen hat ein Ende. Die Herzensaktion von Jasmin Franceschini einer 1700 Km langen Radreise für schwerkranke Kinder in Südtirol startet am 30. August in Bozen. Alle sind dazu eingeladen, dabei zu sein. Eine Spendenaktion für MOMO.
Jasmin Franceschini - ride for Momo
Foto: privat
  • Am 30. August ist es soweit: Von Bozen aus startet die 27-jährige Jasmin Franceschini zu ihrer außergewöhnlichen Fahrradtour nach London. Rund 1.700 Kilometer in nur 14 Tagen liegen vor ihr. Eine Herausforderung, die zugleich einem guten Zweck dient. Mit ihrer Aktion „Ride for MOMO“ sammelt sie Spenden für den Kinderpalliativverein MOMO, der schwerkranke Kinder und ihre Familien in Südtirol unterstützt. Inspiriert von ihrer Leidenschaft fürs Radfahren und getragen von dem Wunsch, gesellschaftlich etwas zu bewegen, hat Jasmin die letzten Monate intensiv geplant, trainiert und organisiert. Die Route führt sie über sieben Länder entlang der EuroVelo 5, über Bodensee, Straßburg und Brüssel, bis nach London mit dem Ziel des ersten modernen Kinderhospiz Europas. 

    Nun, kurz vor dem Start, gibt sie ein Update zu ihren Vorbereitungen, ihren Hoffnungen und auch ihren Sorgen.

  • Reisegepäck: hat Franceschini auf das Nötigste reduziert, denn je weniger, desto besser. Foto: privat
  • „Jetzt, so kurz vor der Abfahrt, wird es endlich real“, sagt Franceschini. Seit Monaten steckt sie Energie und Herzblut in die Vorbereitungen und die Aufregung sei spürbar: „Ich freue mich riesig auf den Start, die Tage unterwegs und ganz besonders auf das Ankommen in London.“

    Ganz ohne Sorgen gehe sie aber noch nicht an den Start. „Mein linkes Knie hat zuletzt Probleme gemacht. Ich hoffe, dass es durchhält. Aber wenn das funktioniert, sollte alles gut laufen.“ Auch kleine organisatorische Dinge beschäftigen sie noch: „Zum Beispiel brauche ich für den Rückflug noch einen Radkarton – daran habe ich bis jetzt gar nicht gedacht. Solche Details tauchen immer wieder auf.“ Auch wichtige Entscheidungen gab es in den letzten Tagen noch zu treffen. So nehme sie, anders als ursprünglich geplant, ein Zelt mit, um bei den unvorhersehbaren Wetterbedingungen flexibler zu sein. 

  •  „Es ist wunderschön zu sehen, wie viele Menschen dieses Projekt mittragen.“

     

    Neben diesen Details stecke hinter der Tour eine monatelange Planung. Die Route habe sie genau durchdacht, und nun auch die Fähre und den Flug fixiert. Trainiert habe sie mit langen Radtouren und Wanderungen, unter anderem zwei Wochen in Norwegen mit schwerem Rucksack. Eine körperlich intensive Vorbereitung, wobei es allerdings die mentalen Aspekte nicht zu vergessen gebe: „Die große Unterstützung aus meinem Umfeld motiviert mich enorm. Es ist wunderschön zu sehen, wie viele Menschen dieses Projekt mittragen.“

    Ihr Equipment hat Franceschini auf das Nötigste reduziert: zwei T-Shirts, zwei Hosen, drei Paar Socken. „Alles andere kaufe ich falls notwendig unterwegs“, erklärt sie. „Mit Rad, Wasserflaschen und Gepäck komme ich auf etwa 20 Kilo. Wenn’s weniger ist, umso besser.“

  • Förderverein MOMO – Kinderpalliativ Südtirol: unterstützt seit 2015 schwerkranke Kinder und Familien umfassend, vor allem mit einer finanziellen Hilfe für Therapien und in Krisensituationen. Foto: privat
  • Heidi Senoner, Förderverein MOMO – Kinderpalliativ Südtirol:

    „Die außergewöhnliche Radreise von Jasmin freut uns ganz besonders. Jede einzelne Spende bedeutet konkrete Hilfe für Kinder und Familien, die mit schwerer Krankheit leben müssen. Wir sind unendlich dankbar für das Engagement von Jasmin und all jenen, die ihre Reise unterstützen.“

  • Umso größer sei die Begeisterung über die Spendengelder. Das ursprüngliche Ziel von 1.000 Euro wurde mit circa 6.000 Euro Spendengeldern an Momo direkt und an GoFundMe weit übertroffen. „Das ist für mich unvorstellbar und übertrifft alles, was ich erwartet habe“, so Franceschini. Die 10.000-Euro-Marke, die sie sich setzte, bleibe dennoch ein Ziel, denn „das wäre ein großer Erfolg“, der den Kindern und Familien viel Unterstützung bieten könne. 

     

    „Freunde, Familie, Unterstützer:innen, alle sind willkommen, die ersten Kilometer mitzufahren.“

     

    Wer Jasmin persönlich auf den Weg schicken möchte, kann am Samstag, 30. August um 8:30 Uhr auf dem Waltherplatz in Bozen dabei sein. Vor dem Start um 9 Uhr können alle nochmals zusammenkommen, einen Kaffee trinken und auch gemeinsam die Route starten. „Freunde, Familie, Unterstützende, alle sind willkommen, die ersten Kilometer mitzufahren“, so Franceschini. Unterwegs werde sie in Innsbruck, Straßburg und Brüssel von Bekannten begleitet und motiviert. Franceschini freue sich über jede und jeden, die oder der die Aktion unterstützt und mit dabei ist. Dankbarkeit gehe hier allerdings vor allem an das Kinderpalliativ Care Team und Förderverein Momo, welche eine unglaubliche Arbeit leisen.