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Sport | Olympia

Die Winterspiele nach dem Winter

Aufgrund der zunehmenden Schneeknappheit im Februar überlegt das Internationale Olympische Komitee, künftige Winterspiele auf den Januar vorzuverlegen
Avvertenza: Questo contributo rispecchia l’opinione personale dell’autore e non necessariamente quella della redazione di SALTO.
Das weiße WInterband
Foto: Mg
  • Ob Februar oder Januar – das macht kaum noch einen Unterschied. Wenn der Schnee fehlt, dann fehlt er eben. Die Olympischen Winterspiele um ein paar Wochen vorzuziehen ändert nichts daran, dass der Winter selbst längst auf Abruf läuft. Die Diskussion über eine Terminverlegung wirkt wie aufgeblasener Aktivismus, ist aber keine Lösung.

    Seit Jahren zeigen Studien, dass klassische Wintersportregionen ihre Schneesicherheit verlieren. Kunstschnee kaschiert das Problem nur kurzfristig – teuer, energieintensiv und ökologisch abzulehnen. Trotzdem klammert sich das IOC an der Illusion fest, mit Kalenderakrobatik die Physik überlisten zu können. Januar statt Februar? Als hätte der Klimawandel einen Ruhetag.

    Noch absurder ist die Idee, Sommerdisziplinen in die Winterspiele zu integrieren. Nicht aus Innovation, sondern aus Verzweiflung. Dabei ist der Sommer längst genauso unzuverlässig: Hitze, Smog und Waldbrände machen Bewegung im Freien vielerorts zum Risiko.

    Wer konsequent wäre, sollte die Winterspiele der nächsten hundert Jahre noch gesammelt in den 2020er Jahren austragen – als großes Abschiedsfest. Danach kann man das Kapitel „Winter“ archivieren. Und das IOC sollte aufhören, Termine zu verschieben, und stattdessen einen letzten Rest Realitätsbezug ins Programm aufnehmen.