Gita | Wandertipp

Zum Maggner und Steinmann im Sarntal

Auf abenteuerlichen Steigen unterwegs in der Sarner Schlucht.
Sarner Schlucht
Foto: Oswald Stimpfl
  • Im vorderen, schluchtartigen Teil des Sarntals, wo die Felsen der Rittner und der Jenesier Talflanke eng zusammenrücken und dem Fluss und der Straße kaum Platz lassen, ragt unvermittelt in der schmalen Talferschlucht der Johanniskofel empor – ein mächtiger Felsmonolith, auf dessen Spitze eine kleine Kirche steht. Daneben duckt sich wie ein Adlerhorst, von abschüssigen Äckern und Weinbergen umgeben, der Bauernhof mit dem sinnigen Namen „Steinmann“ an die felsigen Hänge. In der Nähe, nur von einem tiefen Bachgraben getrennt, liegt der Maggnerhof auf einer Wiesenterrasse. Auf beide Höfen wird ausgeschenkt, steile und etwas abenteuerliche Steige verbinden sie. Wer steile, felsige und ausgesetzte Wege liebt, wird hier vollauf zufriedengestellt!

  • Infos in Kürze

    Anspruchsvolle Wanderung in wildromantischer Landschaft

    Länge:               5 km

    Gehzeit:            3 h

    Hm.:                  480

    Startpunkt:      Sarntaler Straße, nach dem 2. Tunnel der neuen Straßentrasse, 477 m. freie Parkplätze. 

    Schwierigkeit:  schwer, steiler An- und Abstieg, Steig vom Maggner zum Steinmann zwar sichtbar begangen, aber in schlechten Zustand. Bachquerung bei hohem Wasserstand problematisch. Nur bei Schneefreiheit zu empfehlen, sonniger Südhang, am späten Nachmittag im Schatten. 

    Anfahrt:           Von Bozen, Talferbrücke, 6,7 km bis zum Parkplatz nach dem 2. Tunnel der neuen Straßentrasse

    Öffis:                Mit dem Sarntaler SAD-Bus Linie 150, Haltestelle Johanniskofel

  • Zum Wegverlauf

    Vom Parkplatz an der neuen Sarntaler Straße gehen wir zunächst am Gehsteig kurz in Richtung Bozen, biegen in die ehemalige, mittlerweile für den Autoverkehr geschlossene alte Sarntaler Straße ein (Markierung „Johanniskofel“), gehen durch drei kurze Tunnels tal- auswärts bis links durch die Öffnung der Leitplanken ein gut markierter und ausgeschilderter Steig zu einer Hängebrücke über die Talferschlucht führt. 

    Kurz nach der Hängebrücke, bei einem Wegkreuz, finden wir einen Wegweiser zum Maggner, es geht wieder etwas bergab. Achtung! an einer Steigteilung gehen wir links, der kleiner Pfeil ist leicht zu übersehen. Wir verlassen den grob gepflasterten Weg, eine weitere kleine Brücke überquert den Wangener Bach. 

    Seit Jahren ist die Brücke gesperrt, weil ein paar Bretter morsch sind, wir lassen uns nicht abhalten und begehen zivilen Ungehorsam, die starken Stahlseile geben Sicherheit. Natürlich ist das alles auf eigene Gefahr! Nun beginnt der Aufstieg über einen steilen, ruppigen Steig in Serpentinen durch eine Landschaft mit Schluchten, Buschwald und schroffen Felsen. 

    Nach etwa 40 Minuten Gehzeit lichtet sich der Buschwald und wir kommen zu den weiten sonnigen Wiesen der Geländeschulter, wo der Maggnerhof, einsam und alleinstehend liegt. Am linken Wiesenrand gelangen wir zur Scheune und zum Hof. In der alten, getäfelten Stube kehren wir ein.  

  • Für den Rückweg entschließen wir uns für die etwas abenteuerliche Variante über den Steinmannhof. Dazu fädeln wir einen Steig ein, er beginnt am Rand der Wiese hinter der Scheune. Ein grünes Schild weist den Eibenwald beim Maggner als Biotop aus, dort ist der Einstieg, die Bauersleute vom Maggner zeigen ihn gern. 

    Der mit roten Farbpunkten markierte Steig umrundet in einer Stunde ca. großräumig den tiefen Bachgraben, der die beiden Höfe Maggner und Oberegger trennt, er quert felsige Hänge und geht zum Bach bergab, er ist sehr abwechslungsreich, hat es aber in sich, Trittsicherheit ist angesagt. Dann gilt es den Wangener Bach zu überqueren. 

    Es gibt keine Brücke, große Bachsteine ergeben einen Behelfssteg. Danach geht es steil bergauf, es gibt durchaus kniffelige Passagen, wo der Steig abgerutscht ist, Seile und Drahtstücke wurden angebracht und sind hilfreich. Beim Oberegger-Hof mündet der Pfad in den asphaltierten Weg, der von Wangen kommend steil bergab zum Steinmann (645 m) führt. Schade, dass dieser aussichtsreiche, abwechslungsreiche Steig nicht besser gepflegt wird! 

    Nach der Einkehr beim Steinmann bei zünftiger Hausmannskost und Abstecher zum Kirchlein am danebenliegenden Johanniskofel (Schlüssel beim Hof) beginnt der steile Abstieg auf teilweise grob gepflastertem Weg hinunter zur Hängebrücke, die sich über die Talferschlucht spannt, noch wenige Gehminuten und wir sind wieder am Ausgangspunkt angelangt

  • Der Eibenwald beim Maggner

    Dieser Nadelbaum ist in Südtirol nicht stark verbreitet, die Eibe kommt mehr in der südlichen Landeshälfte vor, sie bevorzugt ein atlantisch-mildes Klima und schattige Standorte, sie ist nicht sehr frostresistent, langsam wachsend, kann bis zu mehrere tausend Jahre alte werden, ihr Holz ist sehr zäh, elastisch und widerstandsfähig. Ihr Holz wurde deshalb für Werkzeuge und Bogen verwendet, Ötzis Bogen war aus Eibenholz. Alle Teile der Eibe, ausgenommen der rote Samenmantel, der sogenannte Arillus, sind giftig. Das Eibenwäldchen beim Maggner ist als Biotop unter Schutz gestellt.
     

  • Einkehrtipp

    Maggner

    Großer Bauernhof mit Viehwirtschaft, guter Eigenbauwein. Große, beindruckende getäfelte Stube. Man sieht der etwas fülligen Alt-Bäuerin an, dass sie gern und gut kocht!

    Familie Wieser, Unterwangen, 13 – Ritten, Tel, 0471 602024. Im Sommer geschlossen. Die Autozufahrt zum Hof ist für umständlich auch über das Dörfchen Wangen am Ritten möglich.

    Steinmannhof

    Die gastfreundlichen Bauersleute bewirten Wanderer das ganze Jahr über, ganz nach dem Motto: „Wenn wir zu Hause sind, können auch Gäste einkehren!“. Es gibt herzhafte Hausmannskost, hervorragende Eigenbauweine. Wangen 9, Ritten, Tel. 0471 602042