Gita | Wandertipp

Von Mareit bis Maiern

Eine Winterwanderung durchs Ridnauntal bei Sterzing im oberen Eisacktal
Oswald Stimpfl
Foto: Oswald Stimpfl
  • Vom Sterzinger Talkessel zieht sich das weite, sonnige Ridnauntal zu den 3000ern der Grenzberge zu Österreich, den Stubaier Alpen hin. In den Bergen befanden sich einst Erzlagerstätten, Siedlungen der Bergknappen und die Anlagen für Aufbereitung und Abtransport der Erze, am Talschluss, bei Maier, erinnert das -im Winter geschlossene- Museumsbergwerk an diese Zeit. Das an den Museumskomplex angebaute Gasthaus Knappenstube ist auch im Winter geöffnet, da wollen wir hin! 

  • Infos in Kürze

    Winterwanderung auf geräumten Wegen durchs breite Ridnauntal in einer Höhe von 1100 bis 1400 m.  

    Schwierigkeit: Mittel, am Beginn Steigung, ab Gasse leichtes Auf- und Ab. Im Winter sind immer Grödeln angebracht.

    Startpunkt: Mareit, an der Dorfkirche

    Strecke, Hinweg 8,6 km

    Gehzeit 2:40 h

    Aufstieg 437 hm

    Abstieg 58 hm 

    Anfahrt: Mit PKW bis Sterzing, ab Mautstelle auf die SS 44 zum Jaufenpass abbiegen, nach 3,3 km am Kreisverkehr nach Mareit (4 km) abbiegen. Parkplätze im Dorf.

    Öffis: Mit der Bahn bis Sterling, am Bahnhof auf Bus 312 umsteigen, Fahrtzeit bis Mareit 12 Min. Fahrplan unter suedtiromobil.info

  • Zum Wegverlauf

    Wir starten in Mareit an der Dorfkirche, bei der Dorfbar und -pizzeria, sie trägt den sonderbaren Namen Pizzeria Pankratius. Der Namen wurde vom Kirchenpatron der Dorfkirche übernommen, sie ist dem h. Pankratius geweiht, er ist einer der 14 Nothelfer und auch einer der „Eisheiligen“. Hier gönnen wir uns noch einen Espresso, dann folgen wir den Wegweisern mit der Markierung 9 „Gasse“, so nennt sich eine Häusergruppe am Weg. Der Weg ist gut ausgeschildert, aber Achtung, Steige wechseln mit kurzen Strecken von asphaltierten Höfezufahrten und auch einem Stück Landstraße ab. Wir steigen zum prächtigen Barockschloss Wolfsthurn auf, gehen daran vorbei, über eine Allee und wieder einem Steig zum Hotel Almarett, dort treffen wir auf die breite Talstraße. Wir folgen ihr für wenige Schritte, um rechts den Ortsschilder „Durach“ und wieder der Markierung 9 über Wiesen zu folgen. Zwischen Trockenmauern geht es bergauf zu den Häusern von Gasse, ein modernes Riesenhotel zeigt die Bedeutung des Tourismus an. Bei einer Wegteilung verlassen wir den Weg Nr. 9, er ginge als Oberer Erzweg auf der Trasse von einer alten, aufgelassenen Grubenbahn zum Talschluss und dem Berbaumuseum, dabei geht es teilweise durch Wald und auf der Schattenseite des Tales. Wir folgen hingegen der Markierung 7 A, neben einer Langlaufloipe ist ein Fußweg für die Wanderer angelegt, er bringt uns leicht bergab zum Ridnauner Bach, über eine Brücke und nun auf der Sonnenseite zu den Häusern von Maiern. Neben den geschlossenen Museumseinrichtungen liegt die Knappenstube, unser Etappenziel für die wohlverdiente Einkehr. Für den Rückweg nach Mareit nehmen wir den Bus, der im Stundentakt verkehrt.

  • Der Erzabbau am Schneeberg

    Der Bergbau am Schneeberg blickt auf eine rund 800-jährige Geschichte zurück, er hat das Gebiet um Sterzing maßgeblich geprägt und war Grundlage des Wohlstandes der Talbewohner. Das „gute Silber vom Schneeberg“ war bekannt und als Zahlungsmittel geschätzt. In der Blütezeit um 1500 arbeiteten in den Gruben bis zu 1.000 Knappen. Zu dieser Zeit erlangte der Tiroler Bergbau europäische Bedeutung. In den 1960er Jahren waren noch etwa 350 Arbeiter beschäftigt, bis zur endgültigen Schließung im Jahr 1985 reduzierte sich die Belegschaft auf etwa 45 verbliebene Knappen. Die Erzlagerstätten befanden sich im Passeiertal auf etwa 2.500 m Höhe; erst später wurde das Erz durch den 6 km langen Poschhausstollen direkt zur der Aufbereitungsanlage in Maiern/Ridnaun gebracht. Über Jahrhunderte wohnten die Arbeiter direkt im Knappendorf St. Martin (2.355 m) am Schneeberg. Es war die höchstgelegene Dauersiedlung Europas. In Maiern können im Bergwerksmuseum (www.bergbaumuseum.it im Winter geschlossen) Teile des Bergwerkes, der Erzaufbereitungsanlage und Schaustollen besichtigt werden.

  • Einkehrtipp

    Knappenstube
    Café und Restaurant am Museumsgelände. Christian Rainer ist leidenschaftlicher Koch und Kuchenbäcker, neben traditionellen Südtiroler Gerichten gibt es auch exotisches wie z. B. Kokos-Curry mit Calamari, verschiedene Burger und eine umwerfende Auswahl von Torten, Kuchen und Desserts. Maiern 48, Ridnaun, Tel. +39 366 6258363 www.knappenstube.com. Mo Ruhetag