Politica | Mobilität

Ziel: 25 Prozent weniger Autoverkehr

Der von der Landesregierung genehmigte Mobilitätsplan soll Bahn, Bus und Fahrrad attraktiver machen. 700 Millionen Euro kommen dafür bis 2026 vom EU-Topf.
Autostrada Autobrennero A 22
Foto: Autobrennero
Als Ziele des SüdtirolPlans, den die Landesregierung gestern (20. Juni) genehmigt hat, listete Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider auf: „Wir wollen ein Viertel weniger Individualverkehr mit dem Auto erreichen. Dafür soll mehr als doppelt so viel Verkehr wie bisher über die Bahn abgewickelt werden und jeweils fast ein Viertel mehr mit dem Bus und dem Fahrrad.“ Bis wann dieses Ziel erreicht werden soll, verrät der Landesrat allerdings nicht.
 
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Daniel Alfreider: „Wir sind deshalb gut beraten, auch weiterhin Akteure der Veränderung zu bleiben und die Infrastrukturen laufend anzupassen und gut instand zu halten.“ (Foto: LPA / Fabio Brucculeri)
 
Der SüdtirolPlan für die Mobilität von Morgen gebe Südtirol jetzt unter anderem die Möglichkeit, für verschiedene EU-Mittel aus dem EFRE (Europäische Fonds für regionale Entwicklung), dem ESF (European Social Fund) und dem FSC (Fonds für Entwicklung und Kohäsion) anzusuchen. Ein Großteil der Gelder aus diesen EU-Mitteln wird bereits heute genutzt. So werden bis 2026 rund 700 Millionen Euro in Südtirol für die Umsetzung des SüdtirolPlans eingesetzt worden sein. Weiters soll der Plan die Strategie für die Erreichung der Klimaziele vorgeben, sowie zur Planung einer integrativen Mobilität von morgen beitragen können.
 

Mobilitätsknotenpunkte

 
Der Fokus des Plans liegt auf sieben Kernthematiken, die zu mehr nachhaltiger Mobilität beitragen sollen, erklärte Alfreider. Das größte Potenzial gebe es bei der Verlagerung von Verkehr auf Bahn und Rad, weshalb die Mobilität mit Bahn und Rad laut Plan nahezu verdoppelt werden solle, sagte Alfreider. Ebenso soll der Wechsel der Mobilitätsmittel über verbesserte Mobilitätsknotenpunkte noch einfacher werden.
Auch das Thema Digitalisierung nimmt im neuen SüdtirolPlan eine zentrale Rolle ein. So soll das Bezahlen auf den Öffis und das Buchen ganzer Mobilitätspakete weiter vereinfacht werden. Weiters helfe die Digitalisierung dabei, Verkehrsflüsse zu erkennen und anschließend in sensiblen Gebieten wie den Dolomiten diese besser zu steuern und zu lenken. Zudem soll die Brennerachse zum Brenner Digital Green Corridor werden, damit die Orte entlang des Korridors weniger belastet sind.
 
 
„Unser Ziel ist es, dass das Auto nicht mehr das Verkehrsmittel Nummer eins der Südtirolerinnen und Südtiroler ist“, betonte der Landesrat. Erst gestern veröffentliche das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) die neuen Daten zu Mobilität aus den Jahren 2021 und 2022: Sie bestätigen, dass mehr als 50 Prozent der Wege in Südtirol mit dem Auto zurückgelegt werden.
 

Mehr Nachhaltigkeit

 
„Eine nachhaltige Mobilität erreichen wir durch die Änderung unseres eigenen Mobilitätsverhaltens sowie über neue Infrastrukturen, vor allem für die Schiene und das Fahrrad. Dafür sind große Investitionen notwendig, die wir mit Mitteln der Europäischen Union, des Staates sowie aus dem Landeshaushalt finanzieren“, sagt der Landesrat. Die Mobilität jedes Einzelnen werde weiter zunehmen und die Technik sich rasant verändern. „Wir sind deshalb gut beraten, auch weiterhin Akteure der Veränderung zu bleiben und die Infrastrukturen laufend anzupassen und gut instand zu halten“, so Alfreider.
Es war ein Beteiligungsprozess, der 2022 gestartet ist und den Startpunkt zur Ausarbeitung des SüdtirolPlans für die Mobilität von Morgen markiert hat. 5.500 Südtirolerinnen und Südtiroler haben bei der Online-Umfrage mitgemacht. Bei sechs Treffen mit Vertretenden verschiedener Interessensgruppen, Gemeinden und Bezirksgemeinschaften wurden die Mobilitätsbedürfnisse der Südtiroler*innen erhoben. Anhand dieser Umfrageergebnisse hatte das Ressort für Infrastruktur und Mobilität gemeinsam mit Technikern und Mobilitätsexperten wie etwa Stefano Ciurnelli den „Landesplan für nachhaltige Mobilität 2035“ erarbeitet.