Gottes Werk und Baumeisters Beitrag
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Das Thema Wohnen bewegt Südtirol, mit dem Wohnbaugesetz von 2025 soll Schwung in einen schwierigen Markt gebracht werden. Vor allem der Mietmarkt ist in Südtirol kaum existent, dabei wäre er aus vielen Gründen wichtig: Jenen eine Wohnung geben, die sich keinen Hauskauf leisten können oder wollen, hierherziehenden Menschen eine erste Unterkunft geben, bevor sie möglicherweise ein Haus kaufen, den vielen Lebensentwürfen gerecht werden, die kein Leben von der Wiege bis zur Bahre an ein und demselben Ort planen, und viele mehr. Und ganz allgemein, um Druck aus dem kurz vor dem Bersten stehenden Wohnungsmarkt zu nehmen.
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Kirche will sich stärker engagieren
Auch die Kirche möchte sich bei diesem Thema stärker zu Wort melden – auch weil sie immer mal wieder aufgefordert wird, ihre Häuser zu öffnen.
Mehr ins Detail gehen kann Franz Kripp, Diözesanökonom und damit der oberste Finanzchef der Diözese Bozen-Brixen. Das Thema Wohnen sei für die Kirche zentral, sagt er, Wohnen ist ein Grundbedürfnis. „Die Kirche ist Eigentümerin von Wohnraum und will damit verantwortungsvoll umgehen. Wir wollen einen Beitrag leisten.“
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Vielerlei Kirche
Doch Kirche ist nicht gleich Kirche. Kripp spricht für die Diözese, das DIUK (Diözesaninstitut für den Unterhalt des Klerus), das Domkapitel, das Priesterseminar und das Vinzentinum. „Ich kann aber nicht für die Pfarreien und die Klöster sprechen. Das sind eigene Rechtspersonen, die nicht von uns verwaltet werden.“
Das Wohnangebot der Diözese gliedere sich wiederum in zwei Ebenen. Einmal die Nothilfe, gemanagt von der Caritas. „Das Rettungsboot“, sagt Kripp. Die Caritas betreibt Obdachlosenhäuser, zum Beispiel die Arche in Meran oder das Haus Margareth für Frauen in Bozen. Über 750 wohnungslose Menschen, ein Viertel davon Frauen, wurden 2025 in diesen Häusern beherbergt.
Außerdem betreut die Caritas mehrere Wohnprojekte, aktuell baut sie das Haus der Hoffnung im ehemaligen Kloster der Kreuzschwestern in der Meraner Verdistraße. Hier entstehen 19 Kleinwohnungen als niederschwelliger Einstieg ins selbstständige Wohnen. Die Menschen bekommen eine Wohnung und lernen, mit ihrem Geld zu haushalten, sich zu organisieren, eine Arbeit zu haben.
„Die Diözese hilft der Caritas, zum Beispiel stellen wir das Haus Freinademetz in Haslach kostenlos zur Verfügung“, sagt Kripp. Dort sind 40 bis 50 Personen untergebracht, die anderswo keine Wohnung finden. Im ehemaligen Bildungshaus in Sarns leben rund 50 ukrainische Flüchtlinge. „Dieses Haus gehört ebenfalls der Diözese, wir verlangen nichts dafür“, sagt Kripp. Auch die Häuser für Ferienaufenthalte für Kinder, Jugendliche und Senioren in Tisens und Gfrill bei Salurn und das Bildungshaus in Lichtenstern am Ritten gehören eigentlich der Diözese.
Die Diözese vermietet 547 Wohnungen
Die zweite Ebene sind die 547 Wohnungen im Besitz der Diözese, die sie vermietet. „Ein sicherer Hafen“, sagt Kripp. „Wer einmal eine Wohnung hat, kann darin auch bleiben.“ Die Wohnungen seien langfristig vermietet und man gehe auf die Bedürfnisse der Mieter ein. Die Miete orientiere sich am Landesmietzins, wer in Not sei bezahle weniger, für manche besonders große und schöne Wohnungen auch etwas mehr.
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Was ist und was kommt
Zum bestehenden Angebot sollen weitere Wohnungen kommen. „Wir versuchen, Wohnungen zu bauen“, sagt Kripp. Der Hebel ist das neue Wohnbaugesetz, das über die Schiene des Gemeinnützigen Wohnbaus auch Beiträge für kirchliche Träger vorsieht. Sie bekommen 55 Prozent der Kosten erstattet, in einigen Fällen bis zu 65 Prozent. Dafür müssen die Bauherren 30 Jahre lang 5 Prozent unter dem Landesmietzins vermieten. „Das ist für uns kein Problem, das tun wir sowieso“, sagt Kripp.
45 Prozent der Kosten müssen dir Träger stemmen, aber diese Eigenmittel hat auch nicht jeder. Die Diözese eher schon, viele Pfarreien eher nicht.
Man wird also sehen, wie es hier weitergeht. Kripp hört positive Signale: "Wir wissen von einigen Pfarreien, dass sie Modelle entwickeln, wie sie zum Beispiel die leerstehenden Widume verwenden können.
Zum Beispiel bekommt die Gemeinde das halbe Widum für eine Kindertagesstätte oder Seniorenwohnungen, dafür baut die Gemeinde in der anderen Hälfte für die Pfarrei Wohnungen. So gehört der Pfarrei am Ende zwar nur mehr die halbe Kubatur, aber dafür wird der Altbestand genutzt und es ist für beide Seiten ein gutes Geschäft. Ohne Sanierung seien viele Immobilien der Pfarreien nicht nutzbar.
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„Neue Möglichkeiten“
Ob nun Diözese oder die einzelnen Pfarreien, die Kirche wolle nicht als großer Player auftreten, sagt Kripp, „die Wohnbaupolitik und die Beschaffung von Wohnraum ist Sache der öffentlichen Hand“, aber man wolle einen Beitrag dazu leisten und verhindern, dass Wohnraum der Spekulation und der Gewinnmaximierung diene.
„Wir möchten sichere Verhältnisse für die Menschen schaffen.“ Der Ansatz Gemeinnützigkeit sei nicht die Lösung aller Wohnprobleme, aber schaffe neue Möglichkeiten.
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