Società | Sprachrechte

Italien der Sprachen

Schutz und Förderung der italienischen Regionalsprachen, insbesondere jener, die, im Gegensatz zu Minderheitensprachen, noch nicht geschützt sind, d. h. nicht durch das Gesetz 482/1999 anerkannt werden.
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  • Foto: clird.it
  • Anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprachen, der jedes Jahr am 21. Februar begangen wird, wurde der italienischen Öffentlichkeit eine neue Koordinierungsstelle vorgestellt, die sich für den Erhalt der lebendigen lokalen Sprachen in Italien einsetzt: CLIRD, die Koordinierungsstelle für regionale Sprachen und Sprachrechte.
     

    Zum ersten Mal in der Italienischen Republik vereint CLIRD mehrere Organisationen, die sich dem Schutz und der Förderung der italienischen Regionalsprachen verschrieben haben, insbesondere jener, die noch nicht geschützt sind, d. h. nicht durch das Gesetz 482/1999 anerkannt werden.
     

    Ziel des CLIRD ist es, den historischen Sprachgemeinschaften innerhalb des italienischen Staates eine gemeinsame Stimme zu geben und eine moderne, inklusive und europäische Vision der italienischen Mehrsprachigkeit zu fördern.

    Emilianisch, Ligurisch, Lombardisch, Neapolitanisch, Piemontesisch, Romagnolisch, Sizilianisch und Venetisch.
     

    Die acht im CLIRD vertretenen Sprachen besitzen internationale ISO-Codes, blicken auf jahrhundertealte literarische und kulturelle Traditionen zurück, werden von Millionen Menschen gesprochen und stellen ein immaterielles Kulturerbe von europäischem und universellem Wert dar. Sie sind keine Varietäten des Italienischen, sondern romanische Sprachen, Schwestersprachen des Italienischen, die aus dem Lateinischen hervorgegangen sind und sich über die Jahrhunderte unabhängig voneinander entwickelt haben.

     

    Acht Sprachen, acht Territorien, eine gemeinsame Vision

    CLIRD schlägt ein Italien vor, das seinen sprachlichen Reichtum als kulturelle, bildungsbezogene und soziale Ressource anerkennt. Neben der Wahrung des menschlichen, spirituellen und politischen Rechts jeder Gemeinschaft auf den Erhalt ihrer Muttersprache und ihrer individuellen Kultur, strebt CLIRD eine mehrsprachige Gesellschaft an, die zugleich inklusiver, europäischer und kultivierter ist.
     

    Regionalsprachen sind kein Relikt der Vergangenheit: Sie blicken auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück und spielen auch heute noch eine Rolle. Ihre Zukunft hängt von den Entscheidungen ab, die wir heute treffen.