Vom Völkermord zur Entschädigungszahlung
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Es gibt in der Geschichte immer wieder Völker und Staaten, die andere Länder besetzen oder sich aneignen. Was sich dabei verändert hat, ist weniger das Machtstreben selbst als vielmehr der Umgang mit den Einheimischen. In früheren Jahrhunderten wurden indigene Bevölkerungen schlicht ausgerottet – man denke an das Vorgehen der Europäer in Amerika.
Im 20. Jahrhundert wurde diese Brutalität zumindest formal „zivilisiert“: Minderheiten erhielten die Möglichkeit, mehr oder weniger geregelt auszuwandern, etwa die Südtiroler unter dem italienischen Faschismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg nannte man das sehr verbrämt „Aussiedlung“. Gewalt und Zwang blieben, wurden aber administrativ verbrämt.
Heute, im 21. Jahrhundert, scheint sich ein neues Kapitel aufzutun. Man muss ernsthaft damit rechnen, dass die USA versuchen könnten, sich Grönland unter den Nagel zu reißen – sei es politisch, wirtschaftlich oder mit Gewalt. Die entscheidende Frage wird sein, wie man mit den Grönländern umgeht: Werden sie vertrieben? Werden sie unter unwürdigen Bedingungen im eigenen Land geduldet? Oder versucht man, das Ganze mit finanziellen Angeboten zu „lösen“ – etwa durch eine kolportierte Einmalzahlung von einer Million Dollar pro Kopf?
Ganz gleich, wie eine solche Landnahme konkret aussehen würde: Sie wäre ein Armutszeugnis. So hat man sich internationale Politik im 21. Jahrhundert nicht vorgestellt – oder zumindest nicht vorstellen wollen. Statt Völkerrecht, Selbstbestimmung und Kooperation droht erneut das alte Muster der Macht: Der Stärkere nimmt sich, was er für strategisch oder wirtschaftlich nützlich hält, und nennt es Realpolitik.
Der Fortschritt der Geschichte misst sich nicht daran, wie elegant Macht ausgeübt wird, sondern daran, ob sie überhaupt noch legitim ist.
Zu dieser Thematik habe ich…
Zu dieser Thematik habe ich einen treffenden Kommentar gefunden.
"Trump ist das Produkt eines Milieus, in dem intellektuelle Anspruchslosigkeit zur kulturellen Norm geworden ist. Dieses Milieu ist nicht bloß ungebildet, es ist programmatisch anti-intellektuell: Es misstraut jeder Form von Komplexität, weil sie die eigene gedankliche Bequemlichkeit stört, und diffamiert Erkenntnis als Arroganz, um die eigene Unfähigkeit moralisch aufzuwerten. Zugleich ist es von einer rohen Nutzenrationalität durchdrungen. Geldfixiert, machtbesessen, strukturell kurzsichtig. Politik ist hier nicht Verantwortung, sondern Beutezug; Gemeinwohl als rhetorische Zumutung; Wahrheit als verhandelbare Variable im Dienst des eigenen Vorteils. In dieser kulturellen Ökologie gedeiht Trump nicht trotz seiner intellektuellen Leere, sondern wegen ihr: als perfekte Projektionsfläche eines Kollektivs, das Denken durch Ressentiment ersetzt und Urteilskraft durch Gier."
https://www.zeit.de/politik/2026-01/maga-bewegung-donald-trump-minneapo…
In risposta a Zu dieser Thematik habe ich… di Stefan S
Das trifft´s!
Das trifft´s!