Universität trifft Unternehmen
-
Wissenschaft trifft Unternehmertum: In den vergangenen Tagen beherbergte der Sitz von Microgate in Bozen die PhD-School „Frontier Technologies for Optical and Radio Astronomy“. Die Firma Microgate wurde 1989 als Hersteller von Sportmesssystemen gegründet, später kam die Entwicklung von Technologien für Großteleskope hinzu. Auf Vorschlag des Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) stellte Microgate seine Räumlichkeiten als Austragungsort für die internationale Doktorandenschule zur Verfügung. Roberto Biasi, Mitbegründer und Chief Technology Officer von Microgate sagt zu dem Projekt: „Das ist eine tolle Gelegenheit, Studenten kennenzulernen, die möglicherweise in der Zukunft bei uns arbeiten könnten“.
-
Aus 60 Bewerberinnen und Bewerbern wurden 30 ausgewählt, die an der PhD-School teilnehmen durften. Eine von ihnen war Serena Farina. Sie erzählt mit leuchtenden Augen von dem, was sie bei Microgate in der vergangenen Woche gelernt hat: „Es ging viel um neue Dinge, von denen ich vorher nur eine vage Vorstellung hatte. Jetzt verstehe ich besser, wie alles zusammenpasst. Besonders gefallen hat mir die Präsentation über die Steuerung der Spiegel für adaptive Optik – das ist etwas, das man an der Uni lernt, aber selten praktisch anwendet.“
-
Inhaltlich ging es unter anderem um die Technik hinter Radioteleskopen, aber auch um die bereits genannte adaptive Optik, eine Technologie, in der Microgate Vorreiter ist: In Bozen werden derzeit die Steuerungssysteme für den adaptiven Spiegel M4 des ELT – eines im Bau befindlichen optischen Teleskops neuster Generation – getestet. Der M4 ist der größte adaptive Spiegel, der je hergestellt wurde.
-
Was ist adaptive Optik?
Adaptive Optik ieEine Technologie, welche die durch die Erdatmosphäre verursachten Verzerrungen von Lichtwellen korrigiert. Dadurch können Teleskope die gestreuten oder verschwommenen Lichtstrahlen wieder „scharfstellen“ und so gestochen scharfe Bilder von Sternen, Planeten und anderen Himmelsobjekten liefern.
-
Etwa die Hälfte der PhD-School-Teilnehmenden waren Frauen: „In der Astrophysik ist der Anteil der weiblichen und männlichen Studenten bereits ziemlich ausgeglichen, im Ingenieurwesen hingegen ist das noch nicht der Fall“, erzählt Serena Farina.
Was die beiden Teilnehmenden Serena Farina und Giuliano Agostini gleichermaßen am Projekt bei Microgate schätzen, ist der gute Kontakt zur Industrie: „Die Zusammenarbeit zwischen Universität und Unternehmen ist meiner Meinung nach ein Grundpfeiler für die italienische Wirtschaft“, so Agostini. Roberto Biasi von Microgate zieht ebenfalls ein positives Fazit am Ende der PhD-School: „Das Projekt war ein Erfolg, möglicherweise wird es ein nächstes Mal geben.“
-
Articoli correlati
Wirtschaft | UnternehmenLeidenschaft, der Schlüssel zum Erfolg?
Wirtschaft | BolzanoComune e NOI Techpark per la città smart
Wirtschaft | InnovationOhne Nachhaltigkeit keine Zukunft
Acconsenti per leggere i commenti o per commentare tu stesso. Puoi revocare il tuo consenso in qualsiasi momento.