Macht (und) Architektur
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Die Podcastfolge In der Streitergasse widmet sich der Thematik Architektur und Macht im öffentlichen Raum, mit besonderem Fokus auf Südtirol und seine Städte, aber auch auf den Umgang mit Kasernenarealen. Diskutiert wird, wie städtebauliche Entscheidungen entstehen, wer darüber bestimmt und welche sozialen, politischen und kulturellen Folgen diese haben. Zu Gast sind die Architektin Susanne Waiz sowie die Architekten Ivan Bocchio und Thomas Huck.
Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn eine Investmentgesellschaft ein solches Areal übernimmt...
Ausgangspunkt ist die Frage nach der Verantwortung von Architektur und Städtebau gegenüber historisch gewachsenen Strukturen und der Bevölkerung. Im Fokus steht auch die Frage, aus welchem tatsächlichen Bedürfnis der WaltherPark entstanden ist und welchen Mehrwert er für die Stadtgesellschaft bietet. Einkaufszentrum, Tiefgarage und autoorientierte Planung widersprechen eigentlich aktuellen internationalen Entwicklungen, die auf Verkehrsreduktion, Begrünung und gemeinschaftliche Räume setzen. -
„Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn eine Investmentgesellschaft ein solches Areal übernimmt“, sagt die freischaffende Architektin, Autorin und Kuratorin Susanne Waiz, „und in einer Hauruck-Aktion einfach ein Projekt mit verschiedenen Investoren durchzieht.“ Es stehe dann immer das Projekt selbst im Mittelpunkt, nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung, ist Waiz überzeugt. Stadtentwicklung müsse aber umgekehrt funktionieren: zuerst die Analyse des Bedarfs, dann ein gemeinsamer Planungsprozess und erst am Ende Architektur als Ausformung. Ohne echte Partizipation entstehe keine Identifikation, sondern ein Bauwerk, das zwar präsent ist, aber gesellschaftlich kaum getragen wird.
Der freischaffende Architekt Thomas Huck ist in Karneid aufgewachsen. Er schildert seinen besonderen Blick auf Bozen, die Sparkassenstraße und den WaltherPark. „Es ist ein neues Gebäude, es hat ein Viertel aufgewertet, aber es hat auch ganz viele Ressourcen beansprucht – Geld, Platz – und teilweise andere Projekte aufs Abstellgleis gebracht“, sagt er. Zudem erzählt er von städtebaulichen Entwicklungen in Wien und seinen Beobachtungen zu Südtirol.
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Ivan Bocchio – er hatte für einige Monate die Urbanistik-Direktion in Meran inne – hat viel zu großen Architekten wie Mies van der Rohe und Gio Ponti geforscht und publiziert und sich intensiv mit deren Visionen auseinandergesetzt. Wo bleiben die großen Visionäre der Zukunft? „Mit diesen neuen Herausforderungen von großen Stars zu sprechen, ist schwierig“, sagt er. „Jetzt gibt es neue digitale Software, Simulationen für Verkehr und große städtebauliche Eingriffe.“ Es gebe eigentlich nicht mehr „die eine große Hand, wie ein Le Corbusier“, die alles zeichne und plane.
Ein zentrales Thema im Podcast sind auch die Militär- und Kasernenareale in Südtirol, etwa in Meran, Eppan und Schlanders. Diese Flächen bieten großes Potenzial für Stadtentwicklung, werden jedoch häufig zu schnell und investorengetrieben bebaut.
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Die Gesprächsgäste betonen übereinstimmend, dass Zeit ein entscheidender Faktor in der Stadtentwicklung ist. Große Areale sollten über Jahrzehnte entwickelt werden, um flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren zu können. Schnelles Bauen gehe meist an den tatsächlichen Bedürfnissen der Gemeinden vorbei.
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Es diskutieren in der Streitergasse:
Susanne Waiz, freischaffende Architektin und Autorin
Ivan Bocchio, freischaffender Architekt und Dozent
Thomas Huck, freischaffender Architekt und Architekturaktivist (Architettura und...)
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In der Streitergasse - Die aktuelle Debatte auf SALTO
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SALTO change im Januar
Im Januar dreht sich bei SALTO change alles um die Frage, wie Menschen Räume nutzen, gestalten und wahrnehmen – und welche gesellschaftlichen Folgen daraus entstehen. Dabei werden Themen wie Landschaftsschutz, Tradition, Tourismus und Stadtentwicklung behandelt.
Wir berichten über aktuelle Konflikte in Südtirol, etwa touristische Übernutzung, Entwicklungen in Brixen und Bozen sowie Fragen zu öffentlichem Raum, Wohnen und Ortsidentität. Ergänzt wird dies durch Beispiele gelungener Umnutzung und Initiativen wie „HouseEurope“, die für nachhaltiges Bauen eintreten.
Den Abschluss bildet eine SALTO Talk im Bozner Kulturwohnzimmer Carambolage. Dabei geht es um die Zukunft der Stadt Bozen und die Frage, wie lebenswerter Stadtraum für alle gestaltet werden kann.
SALTO change Partner des Monats ist der Heimatpflegeverband Südtirol, der sich intensiv mit Raumqualitäten und -nutzung beschäftigt und eine der bedeutendsten Organisationen der Südtiroler Zivilgesellschaft ist.
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