„Jede Stellenbesetzung ist ein Erfolg“
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Die Plätze an den Speed-Dating-Tischen waren schnell vergeben. Der Organisator der Veranstaltungsreihe, Ulrich Seitz, der Bozner Referent für Menschen mit Behinderung, ist sichtlich zufrieden: „Heute sind viele gekommen. Es freut mich sehr, zu sehen, dass die Leute auch die Courage haben, Neues zu wagen. Jeder, der eine Stelle bekommt, ist ein Erfolgserlebnis und macht uns Freude auf mehr“.
In Bozen sind schätzungsweise 300 qualifizierte Personen mit Beeinträchtigung auf Arbeitssuche.
Die bisherige Bilanz fällt positiv aus: Zwölf junge Menschen mit Beeinträchtigung haben bereits im Februar einen Job gefunden. Einer von ihnen ist Rosario Felicello: Der junge Leiferer beginnt im April seine Probezeit als Kellner im Stadt Hotel im Zentrum von Bozen. „Ich bin überglücklich und es ist mir eine große Ehre hier arbeiten zu dürfen. Ich bin mir sicher, dass die Probemonate gut laufen werden und dann werde ich fix angestellt werden“, meint Rosario zuversichtlich.
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Eine Frage der Chemie
In Bozen sind schätzungsweise 300 qualifizierte Personen mit Beeinträchtigung auf Arbeitssuche. Trotz Matura oder Universitätsabschluss tun sich diese Menschen schwer, eine Arbeitsstelle zu finden.
Bei der gestrigen Ausgabe des Speed-Datings standen Berufe in Gastronomie, Beherbergungsbetrieben und Büros im Vordergrund. Für jene Jobs gebe es laut Seitz eine hohe Nachfrage bei Personen mit Beeinträchtigung. Auch die Betriebe suchen händeringend nach Personal. „Es ist wichtig, dass diese Menschen auch erleben, dass nicht alles nur schwerfällig und administrativ ist, sondern es ist wie im Leben: Speed-Dating heißt mal sich kennenlernen. Wenn die Chemie nicht am Anfang stimmt, dann ist es wie im Privatleben, dann geht nichts weiter“, sagt Ulrich Seitz.
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Gutes Feedback
Die Jobsuchenden machten bei den Gesprächen mit potenziellen Arbeitgebern positive Erfahrungen. Stefania Dorigatti etwa hat mit den Vertretern mehrerer Firmen gesprochen: „Ich fühle mich wohl, die Atmosphäre ist sehr herzlich und die Veranstaltung gut organisiert. Die Gespräche sind gut verlaufen. Von einer Firma werde ich vielleicht nächste Woche kontaktiert. Mal sehen – ich hoffe es sehr.“ Auch Hanna Auer schildert von positiven Erlebnissen: „Ich hatte gute Gespräche. Insbesondere die Sparkasse und Alperia hatten interessante Jobangebote.“
„Man darf nicht oberflächlich sein, diese Leute haben viel Know-how, Kompetenz und vor allem Empathie.“
Das Logistikunternehmen Brigl ist zum ersten Mal bei einem derartigen Speed-Dating dabei und auf der Suche nach Mitarbeitern im Informatik-Bereich. „Ich würde sagen, zwei Personen hatten sehr interessante Profile. Wir hoffen, dass wir eine Bewerbung kriegen“, meint Silvia Armiento, die Marketingverantwortliche von Brigl. „Man darf nicht oberflächlich sein, die Bewerber haben viel Know-how, Kompetenz und vor allem Empathie. Das ist etwas, was jedes Unternehmen braucht.“ Auch Lorenza Avena, HR-Managerin von Alperia, konnte einige potenzielle Arbeitnehmer kennenlernen: „Bisher hatten wir um die 20 Gespräche und konnten dabei unsere aktuellen offenen Stellen präsentieren. Es gab viel Sensibilität, seitens der Bewerber und unsererseits.“
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Die Mutter einer 19-jährigen Bewerberin bringt Sinn und Zweck des Speed-Datings so auf den Punkt: „Jeder hat seine Fähigkeiten, seine Stärken und Schwächen. Irgendeinen Platz gibt es für jeden.“ Dem kann man nur zustimmen.
Im April wird die Bozner Speed-Dating-Reihe fortgesetzt. Die nächsten Veranstaltungen finden am 8. April, 22. April und 30. April statt. Beim ersten Termin geht es um Berufe im Handwerk. Weitere Informationen unter [email protected] oder telefonisch unter 328 5672127.
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