Politica | Studierende

„Entsetzt“ über rassistische Aussagen

Die HochschülerInnenschaft stellt sich vor ihre neue Vorsitzende Neha Bhati. Auslöser war die Kritik der Jugendsprecherin der Süd-Tiroler Freiheit Melanie Mair.
Melanie Mair, Neha Bhati
Foto: LPA / Clara Masiero / Süd-Tiroler Freiheit
  • Der Vorstand der Südtiroler HochschülerInnenschaft (SH) zeigt sich „entsetzt über die rassistischen Diffamierungen“, die ihre Vorsitzende Neha Bhati aufgrund von äußeren Merkmalen wie Haarfarbe, Hautfarbe und Namen erfahren hat. Diese Beleidigungen seien in den sozialen Medien verbreitet worden, nachdem die Junge Süd-Tiroler Freiheit (STF) in einer Pressemitteilung Auszüge aus der Antrittsrede der Vorsitzenden aus dem Kontext gerissen habe. 

    „Die Süd-Tiroler Hochschülerschaft soll sich um die Interessen der Studenten kümmern und keine ideologischen Spielchen treiben“, erklärte die Landesjugendsprecherin der Süd-Tiroler Freiheit, Melanie Mair, in der Mitteilung. Universitäten seien zudem heute keine Orte der Begegnung und Diskussion auf Augenhöhe mehr, sondern viele Studenten würden sich nicht mehr trauen, ihre Meinung zu äußern – aus Angst, im Studium und danach im Beruf einen Nachteil zu erfahren, so die Junge STF. 

  • SH weist Kritik zurück

    „Neha Bhati ist in ihrer Antrittsrede auf die Abwanderung von jungen Akademikerinnen und Akademikern aus Südtirol eingegangen“, erklärt die SH in einer eigenen Presseaussendung. Hohe Lebenshaltungskosten, hohe Wohnungspreise und niedrige Löhne sind einige der Gründe für den Brain Drain. Viele kommen laut SH aber auch deshalb nicht zurück, weil sie Schwierigkeiten mit der „Mir-sein-mir”-Mentalität und Fremdenfeindlichkeit haben, weil ihnen Südtirol zu wenig bunt, zu wenig divers sei. All jene, die sich mit beleidigenden Äußerungen über die SH-Vorsitzende auf verschiedensten Foren ausgetobt haben, würden das eindrucksvoll untermauern.

    „Im 21. Jahrhundert sollten Name und Aussehen nebensächlich sein“, erklärt die studentische Organisation. Im Namen des SH-Vorstands wird erklärt, dass sie sich in Südtirol weiterhin als kritische Stimme zu vielfältigen Themen äußern werde. Zum Vorstand zählen Samuele Aprea, Julia Bozzetta, Felix Capone, Filomena Hunglinger, Eva Maria Köllemann, Aaron Mayr, Lukas Roner und Marcel Walder.