Politica | Überetsch

Pillhof muss auf Umfahrungstunnel warten

Zwischen Bozen und Eppan werden die Verkehrsflüsse besser geregelt: Doch für den Umfahrungstunnel am Pillhof fehlen die Geldmittel, teilt Bürgermeister Lorenz Ebner mit.
Vorzugsspur Wahrnthal_Überetsch
Foto: Mobilitätsressort/Autonome Provinz Bozen
  • Die Oppositionslisten von Eppan und Kaltern erklärten kürzlich in einer gemeinsamen Aussendung ihr Unverständnis über die geplanten Bauarbeiten an der Pillhof-Kreuzung: „Der Eindruck entsteht, dass ein zentrales Infrastrukturprojekt für das gesamte Überetsch ohne klare Begründungen politisch nun in eine andere Richtung geleitet wird“, teilten Pro Eppan, Bürgerliste Eppan, Süd-Tiroler Freiheit, Kaltern Gemeinsam, Dorfliste Kaltern und die Lega mit. Auch das Bündnis Kaltern spricht sich gegenüber der Tageszeitung für den ursprünglich vorgesehenen Umfahrungstunnel aus, der in den neuen Bauplänen fehlt. 

    Der Eppaner Bürgermeister Lorenz Ebner (SVP) kann die Kritik der Opposition nachvollziehen und betont: „Der Gemeinderat und auch ich persönlich stehen weiterhin hinter der Gesamtlösung. Aber um so schnell wie möglich den Pillhof vom Verkehr zu entlasten, ist der Ausbau der Vorzugsspur für den Bus der richtige Weg. Damit können hoffentlich auch mehr Menschen vom öffentlichen Nahverkehr überzeugt werden.“

  • Unterführung mit Kreisverkehr und Parkplatz

    „Am Verkehrsknotenpunkt Pillhof soll in Zukunft ein Kreisverkehr mit einem Unterführungstunnel Richtung Bozen und ein Parkplatz für Pendler entstehen. Das Projekt befindet sich derzeit in der detaillierten Planungsphase“, so Ebner. Oberirdisch werde weiterhin die Busspur und die Straße Richtung Gewerbezone und Frangart verlaufen. 

  • Anfang September 2025 beim Lokalaugenschein: Landesrat Daniel Alfreider, Gemeindereferent Martin Walcher, Bürgermeister Lorenz Ebner, Gemeindereferentin Heidi Felderer, Gemeindereferent Martin Haller und Ressortdirektor Martin Vallazza; Foto: LPA / Ressort Infrastrukturen und Mobilität
  • „Leider kann das Land den Umfahrungstunnel beim Pillhof im Rahmen dieses Projekts nicht finanzieren. Deswegen aber jetzt die gesamten Bauarbeiten zu stoppen, sehe ich nicht ein. Schließlich hat es in den letzten 20 Jahren keine einzige Verbesserung gegeben“, erklärt der Eppaner Bürgermeister. Der Umfahrungstunnel sei anschließend in einem zweiten Baulos umsetzbar. 

    Für die Anrainerinnen und Anrainer ändert sich damit wenig: Erst der Umfahrungstunnel würde die Nachbarschaft spürbar vom Verkehr entlasten. Das Projekt wird bereits seit Jahren diskutiert, doch unter Ebners Vorgänger Wilfried Trettl (Bürgerliste) stockte es bei der Umsetzung. „Die Tunnellösung am Pillhof ist ein beschlossenes Projekt. Wer politische Glaubwürdigkeit ernst nimmt, muss zu gefassten Beschlüssen stehen und deren Umsetzung aktiv einfordern“, erklärt Trettl nun als einfacher Eppaner Gemeinderat. Der Umfahrungstunnel sei ein zentraler Punkt, „ohne den ein konsequenter Ausbau der Bus- oder zukünftigen Tramverbindungen nicht möglich ist“, so die Oppositionslisten.

  • Öffentlicher Nahverkehr: Die Expresslinien im Überetsch verkehren im 15-Minuten-Takt. Foto: Seehauserfoto
  • Die Bürgermeister von Eppan und Kaltern, Lorenz Ebner und Christoph Pillon (beide SVP), versuchen nun zu beschwichtigen. Sie betonen, dass die Überetscher Bahn als „Vision für die Zukunft“ bei der Erarbeitung der Gemeindeentwicklungsprogramme beider Gemeinden erhalten bleibe. Die Vorzugsspur für den Bus werde so geplant, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Bahntrasse gebaut werden könnte.

    Derzeit läuft die Vorzugsspur der Express-Buslinien von der Meraner Kreuzung in Bozen bis zur Einfahrt der Schnellstraße MeBo. Dort sollen bereits im Juni die Bauarbeiten für eine neue Einfahrt mit zwei großen Kreisverkehren beginnen. Die Planung der Vorzugsspur bis nach St. Michael in Eppan werde in den nächsten Wochen ausgeschrieben. Die Vorzugspur für den Bus wird laut der Trassenstudie um 3,4 Kilometer erweitert. Damit wäre die Strecke zwischen St. Michael und dem Bozner Zentrum zu 75 Prozent mit einer Vorzugsspur ausgestattet, teilte Parteikollege und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider letztes Jahr mit.