Politica | Gemeindewahlen 2025

Zwei Frauen gegen den SVP-Mann

Wer folgt nach der Ära unter Bürgermeister Wilfried Trettl von der Bürgerliste? Parteikollegin Monika Hofer Larcher, Greta Klotz (Pro Eppan) oder Lorenz Ebner (SVP).
Monika Larcher, Lorenz Ebner, Greta Klotz
Foto: SALTO/Bürgerliste Eppan/SVP/Pro Eppan Appiano
  • Er soll immer ein offenes Ohr für die Bevölkerung haben und darf nun bei den Gemeinderatswahlen am 4. Mai wegen der Mandatsbeschränkung nicht mehr antreten: Bürgermeister Wilfried Trettl von der „Bürgerliste Eppan“ muss seine Aufgabe abgeben. Der 69-Jährige kandidiert nun als Gemeinderat, statt ihm geht seine Weggefährtin und Gemeindereferentin Monika Hofer Larcher ins Rennen. 

    Auch die  Gemeinderäte Lorenz Ebner (SVP) und Greta Klotz (Pro Eppan - Appiano) kandidieren für das Spitzenamt. Ebner will die „bürgernahe Politik“ von Trettl fortführen und einen eigenen Stil entwickeln, um die Bevölkerung bei Entscheidungen noch stärker einzubinden. „Der Zeitgeist und die moderne Politik verlangen heute, nicht über die Köpfe hinweg zu entscheiden“, erklärt der 46-jährige Anwalt. 

    „Es braucht eine offenere und ehrlichere Politik“, sagt auch Klotz. Das habe die 38-jährige Politikwissenschaftlerin bei Eurac Research unter der Amtszeit dieser Regierungskoalition vermisst. „In diesen 15 Jahren haben klare Prioritäten gefehlt. Es wurde nicht kommuniziert, was machbar und was nicht machbar ist. Es wurden viel zu viele Versprechen in Bauprogramme aufgenommen und nicht umgesetzt – bestes Beispiel die seit Jahren versprochene und dringend notwendige Sanierung der Grundschule St. Pauls.“

    Auch Ebner will die Gemeindepolitik mit einer „strukturierten Arbeitsweise“ angehen. Hofer Larcher hat sich zum Ziel gesetzt, „dass wir uns in der Gemeinde weiterhin wohl fühlen und alle Platz haben“. Die 67-jährige pensionierte Lehrerin ist bereits 20 Jahre lang Teil des Gemeinderats, seit 15 Jahren ist sie Gemeindereferentin für Bildung und Soziales, seit dieser Legislaturperiode auch für Kultur. 

  • Erste Eisdisco: Heuer fand zum ersten Mal in der Eppaner Eishalle ein Tanzevent statt. Foto: HC Eppan ANet/Facebook
  • Wichtige Vorhaben in der Gemeinde

    Der Ideenwettbewerb mit dem Partizipationsprozess zu den Rastwiesen sei ein positives Beispiel für bürgernahe Politik. Das findet auch Klotz und erinnert daran, dass ihre Liste die Bürgerbeteiligung für die Neugestaltung des Kasernenareals eingefordert hat: „Für uns war klar, dass die Bevölkerung aktiv bei der Gestaltung mitentscheiden muss und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden soll.“ Dort sollen gemeinsam mit der Inhouse-Gesellschaft des Landes Euregio Plus in den nächsten 15 bis 20 Jahren rund 200 Wohnungen, ein Seniorenwohnheim und Flächen für Handel sowie Dienstleistungen gebaut werden, der Durchführungsplan ist derzeit in Ausarbeitung. Das Seniorenwohnheim soll rund 90 Heimplätze anbieten und das Seniorenheim Sonnenberg in der Gand mit nur 50 Heimplätzen ersetzen. „Was in unserer Gemeinde fehlt, ist das betreute und begleitete Wohnen – das soll auch beim Seniorenheim der Rastwiesen mitgedacht werden“, erklärt Hofer Larcher. 

    Weitere wichtige Projekte für die Gemeinde sind die Sanierung der veralteten und nicht mehr funktionsfähigen Eishalle im Zentrum des Dorfes und die Vorzugsspur für Busse ins Überetsch. „Die Eishalle war früher ein Fußballplatz, auf dem im Winter Eis gegossen wurde, später kamen Umzäunung und Überdachung hinzu“, erklärt Hofer Larcher. Im Jahr 2019 ging die Ammonikanlage der Eishalle kaputt, seitdem ist eine Übergangslösung im Einsatz. „Da der Verwaltung Fehler unterlaufen sind, kostet die Sanierung nun 3,5 Millionen Euro“, kritisiert Klotz. „Zuerst war von Kosten von 1,5 Millionen die Rede. Heute stehen wir bei 3,5 für die Eisanlage und noch 500.000 Euro für die benötigte Elektrokabine.“ Trotzdem sehen sowohl Ebner, als auch Klotz und Larcher die Notwendigkeit des Vorhabens. „Der Hockeysport hat in Eppan eine lange Tradition, die Nachwuchsförderung und das Vereinsleben spielen in Eppan eine große Rolle“, erklärt Ebner. 

    Auch beim Thema der Überetscher Bahn herrscht Einigkeit: In einem ersten Schritt brauche es den Ausbau der Vorzugsspur für Busse, um dann die von Kaltern und Eppan vor Jahren in Auftrag gegeben Studie für eine Tram in Angriff zu nehmen. „Priorität hat jetzt aber der Neubau der Mebo-Ausfahrt und anschließend die Untertunnelung des Straßenabschnitts beim Pillhof für den Individualverkehr, damit wird auch Platz für die Vorzugsspur geschaffen“, erklärt Hofer Larcher. Derzeit verkehren rund 28.000 Fahrzeuge auf der Strecke und es kommt immer wieder zu Unfällen.