Politik | SVP

Die SVP – jung und modern?

Anna Künig, die neue Vorsitzende der Jungen Generation in der SVP über ihre persönlichen Ambitionen, die Zukunft ihrer Partei und was einen guten Politiker ausmacht.
Anna Künig
Foto: Privat
  • Anna Künig ist seit Kurzem die neue Front-Frau der JG. Die 24-jährige aus Kardaun will durchstarten. Welche Ziele sie dabei verfolgt, wie sie die Jugendlichen für die SVP begeistern will und wie sie überhaupt zur Politik kam, erzählt die Nachfolgerin von Dominik Oberstaller im SALTO-Interview.

     

    SALTO: Frau Künig, Sie sind die neue Vorsitzende der Jungen Generation innerhalb der SVP, welche Ziele streben sie für die JG und die SVP an?

    Anna Künig: Ich glaube für die SVP ist es grundsätzlich wichtig, dass wir die jungen Leute wieder darauf aufmerksam machen, dass wir auch eine moderne Partei sind und auch die Interessen der jungen Menschen vertreten und somit die jungen Leute grundsätzlich in der Partei wieder mehr vertreten werden. 

    Welche sind diese Interessen, die Sie ansprechen? 

    Da gibt es ganz viele, angefangen von Themen wie leistbares Wohnen und alles, was da dazu gehört, aber auch angemessene Gehälter. Es sind aber auch einfache Themen wie, wo kann man in Südtirol am besten abends fortgehen, was ja in letzter Zeit schwierig geworden ist, vor allem seit Covid. Ich glaube, es ist ganz vielfältig. 

    Was sind Ihre persönlichen Ambitionen? Wollen Sie bei den nächsten Wahlen in den Landtag? 

    Das steht noch nicht fest. Ich möchte weder Ja noch Nein sagen. Ich glaube man muss schauen. Fünf Jahre, das ist für junge Menschen eine lange Zeit. Wir schauen, was sich ergibt. 

  • Die Neue: Künig hat viel vor. Foto: Privat

    Was sind also Ihre persönlichen Ziele? 

    Meine persönlichen politischen Ziele sind mich zu engagieren, was ich durch den JG-Vorsitz auf jeden Fall machen kann, versuchen die Interessen der jungen Leute vorzubringen und allgemein einfach ein Sprachrohr für die Jugend zu sein. 

    Wie sind Sie zur Politik gekommen? Woher kommt Ihr Interesse für Lokalpolitik in Südtirol? 

    Mein Interesse ist eigentlich in der Oberschule entstanden. Ich habe die Wirtschaftsfachoberschule besucht und hatte dort das Fach Recht und Wirtschaft. Daher rührt eigentlich mein Interesse. Ich habe dementsprechend auch Politikwissenschaften in München und Trient studiert. Als ich vom Studium zurückkam, habe ich mich der Ortsgruppe Kardaun angeschlossen. 

    Und warum haben Sie sich für die SVP entschieden und nicht für eine andere Partei in Südtirol? 

    Für mich ist die SVP einfach eine persönliche Grundeinstellung. Ich teile die Themen, welche die SVP anstrebt. Ich glaube besonders für Südtirol sind die Themen Autonomie und Minderheit ganz besonders wichtig und diesen Themen stimme ich zu. Deswegen war es für mich eigentlich keine wirkliche Entscheidung, sondern immer schon klar, dass das die richtige Partei für mich ist. 

     

    „Ich glaube es ist wichtig, ehrliche Politik zu führen.“

     

    Die Volkspartei hat bei den vergangenen Wahlen erhebliche Verluste eingefahren. Kann die JG hier Hilfe leisten und wenn ja, wie? 

    Wir als JG werden sicherlich versuchen, die jungen Leute wieder mehr zu motivieren und ihr politisches Interesse, welches ja besteht, wieder vermehrt zu fördern, sowie sie auf die SVP aufmerksam zu machen. Ich bin der Meinung, wenn wir die jungen Leute wieder vermehrt gewinnen können, schaffen wir es auch, die SVP wieder zu stärken. Das wird auf jeden Fall eines unserer Ziele sein. 

    Es scheint aber so, als ob sich die Jugend nicht wirklich für Lokalpolitik interessiert. Stimmt das und wenn ja, wie lässt sich das ändern?

    Ich glaube nicht, dass es stimmt, dass junge Leute nicht interessiert sind. Natürlich liegt das Interesse der jungen Menschen auch auf Europaebene. Aber ich glaube schon, dass lokale Themen auch sehr interessant sind. Wir können das ja vor allem daran sehen, dass wir auch in den Gemeindestuben ganz viele junge Gemeinderäte und Gemeindeassessoren haben. Deswegen würde ich jetzt nicht bestätigen, dass das Interesse in lokale Themen nicht mehr vorhanden ist. 

    Sie möchten die Jugend für die SVP begeistern. Wie kann das der JG gelingen? 

    Indem wir vermehrt Jugendthemen ansprechen, indem wir aktiver sind, sodass uns die jungen Leute auch öfters aus der Zeitung lesen oder in sozialen Medien sehen. Wir müssen einfach unsere Themen wieder vermehrt in den Vordergrund bringen. 

    Viele Bürger, darunter auch Jugendliche, scheinen das Vertrauen in die Politik verloren zu haben. Wie kann die neue Generation von Politikern das Vertrauen wieder zurückgewinnen? 

    Ich glaube, dabei ist es vor allem wichtig, ehrliche Politik zu führen und über Sachen zu sprechen, die wirklich auch umsetzbar sind. Wo man sieht, wir fordern etwas, was wir dann auch umsetzen können und wollen. 

     

    „Ich finde ein guter Politiker muss ehrlich sein.“

     

    Ist die SVP bei Jugendlichen noch in? 

    Es gibt sicher bestimmte Themen, die für Jugendliche schwerer zu greifen sind, aber ich würde auf jeden Fall sagen, es gibt ganz viele Themen der SVP, welche auch für Jugendliche in Südtirol interessant sind. 

    Wie stehen Sie persönlich zur aktuellen Rechtskoalition ihrer Partei? 

    Es war sicher schwierig, eine Koalition zu finden. Es wurde auch lange darüber diskutiert. Allerdings haben wir als SVP dabei auch das Wahlergebnis vor allem der italienischen Sprachgruppe beachtet und dabei haben vier von fünf Italiener rechte Parteien gewählt. Man muss auch in diesem Fall das Ergebnis der italienischen Sprachgruppe respektieren.

  • Anna Künig: „Ich bin in der guten Mitte, also weder rechts noch links.“ Foto: Privat

    Also nicht die optimale Lösung für Sie? 

    Eine optimale Lösung war in dem Fall sowieso schwierig, weil wir es gewohnt waren, dass wir die einzige deutschsprachige Partei sind und dann mit einer italienischsprachigen Partei eine Koalition eingehen. Deswegen war es für die SVP weder in dieser noch in einer anderen möglichen Koalition optimal. 

    Warum geht die SVP gewissen Themen, wie zum Beispiel Migration, aus dem Weg und überlässt sie den Rechtsparteien? Strategie oder eher Naivität? 

    Ich glaube nicht, dass die SVP den Themen direkt aus dem Weg geht. Sie wurden auch im Wahlkampf angesprochen, sicherlich nicht so stark wie von anderen Parteien. Allerdings ist es zum Beispiel beim Thema Integration teilweise auch schwierig, weil ganz viele Kompetenzen staatlich geregelt werden. Südtirol hat somit nicht die Zuständigkeit. 

    Was macht einen guten Politiker aus? 

    Schwierige Frage. Ich finde ein guter Politiker muss ehrlich sein, ehrliche Politik betreiben, aber auch überzeugt sein von dem was er macht und fleißig muss er sein. Er muss versuchen die Sachen die er angeht bestmöglich umzusetzen. 

    Die SVP ist in vergangener Zeit oft durch Streitereien negativ aufgefallen. Wie stehen Sie zu diesen Ungereimtheiten innerhalb der Partei? 

    Es hat sicherlich, vor allem auch vor dem Wahlkampf beziehungsweise die letzten Jahre, einige Streitereien gegeben. Allerdings wollen wir nicht auf die Vergangenheit, sondern auf die Zukunft blicken. Vor allem wir als junge Generation waren nicht in die Streitereien verwickelt. Deswegen schauen wir nach vorne und versuchen Streitereien vor allem zu vermeiden. 

    Würden Sie sich innerhalb der SVP eher der linken oder der rechten Seite zuordnen? 

    Ich bin in der guten Mitte, also weder rechts noch links. Es gibt einige Themen von der einen und einige Themen von der anderen Seite. 

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opa1950 Fr., 26.04.2024 - 08:32

Die heutige Jugend ist an der SVP Politik so wie sie heute abläuft kaum zu interessieren. Die Jugend ist allseits von den nicht gehaltenen Versprechungen sehr enttäuscht. Wieviele der heutigen Jugend haben bei den letzten Wahlen nicht mehr SVP gewählt, sicher sehr viele?

Fr., 26.04.2024 - 08:32 Permalink
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△rtim post Fr., 26.04.2024 - 09:19

Die Hoffnung liegt nun wohl bei der Jungen Generation. Es braucht eine Modernisierung der SVP und mehr Junge vorn und keinen Abnick- und Wahlverein.

Fr., 26.04.2024 - 09:19 Permalink
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Christian I Fr., 26.04.2024 - 13:34

Antwort auf von Arne Saknussemm

Ich wùrde eher sagen Frau Anna ist noch jung und in keiner Machtposition. Sollte sie jemals in einer Machtposition kommen, wird sie, so wie alle, den Druck der verschiedenen Lobbies zu spùhren bekommen. Mal schauen, ob sie dann auch noch ehrlich (hpts. zu ihren eigenen Einstellungen) bleiben kann...

Fr., 26.04.2024 - 13:34 Permalink
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Hartmuth Staffler Fr., 26.04.2024 - 15:14

Sehr kurios finde ich die Aussage "... wo kann man in Südtirol am besten abends fortgehen". Die meisten jungen Südtiroler gehen nicht abends, sondern eher morgens fort, in ein anderes Land, wo sie mehr Möglichkeiten haben.

Fr., 26.04.2024 - 15:14 Permalink
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Salto User
Günther Alois … Sa., 27.04.2024 - 07:26

Man muss ihr die Svp pilitische Naivität als junge Frau verzeihen,vonwegen" eine moderne Partei" ??? Eine zerstrittene ,auf Postenschacher aus und Altbacken Partei,die ihre besten Zeiten zum Glück hinter sich hat und vor allem in der nächsten Zukunft haben wird!

Sa., 27.04.2024 - 07:26 Permalink
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Hartmuth Staffler So., 28.04.2024 - 15:06

Ich bin interessiert am "Fortgang" dieser jungen Frau. Deutschkenntnisse sind ja heute nicht mehr notwendig, wenn man in die Politik will. Auch sonst sind die Anforderungen sehr bescheiden, da wird es die junge Frau sicher schaffen.

So., 28.04.2024 - 15:06 Permalink