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Schnee von gestern?

Das Team K propagiert ein Umdenken in Bezug auf Altersarmut und Digitalisierung im Land. Gefordert werden eine Generationenrente sowie digitale Souveränität.
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Foto: SALTO/HM
  • „Ich komme ja aus diesem Bereich“, unterstreicht Landtagsabgeordneter Paul Köllensperger nach der heutigen Pressekonferenz gegenüber SALTO. Er spricht von abgestellten E-Mails im Zusammenhang mit Klagen gegen Donald Trump, vom Internationalen Strafgerichtshof, sowie von dem Vorfall, der sich am 19. Juli 2024 zugetragen hat und zu einem großflächigen weltweiten IT-Ausfall führte, der auch den Flugverkehr und viele andere Dienste betroffen hat. 

    Wie autonom ist Südtirol in Sachen Digitalisierung? „Es gibt also hier Abhängigkeiten, die durchaus kritisch sind“, sagt er „ich schlage vor, dass Südtirol einmal im Kleinen beginnt, auf europäische Plattformen zu setzen, die auch in einem Krisenfall weiterlaufen. Die IT-Strategie der Provinz beziehungsweise des Landes sollte auf europäische Plattformen ausgerichtet werden.“
     

    Nachhaltigkeit bedeutet auch finanzielle Verantwortung – nicht erst morgen, sondern heute.

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    Es geht darum, die digitale Souveränität Südtirols zu stärken und die Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Diensten und digitalen Plattformen zu verringern, um nicht dauerhaft von Microsoft, Google und anderen abhängig zu sein. Ziel sei es, Schritt für Schritt – oder Klick für Klick – digital souveräner zu werden. 

    Mit dem Team-K-Antrag will die Oppositionspartei einen Impuls geben, damit Südtirol beginnt, diese wichtige Angelegenheit anzugehen – „angefangen bei den Schulen, die heute vollständig in den Händen von Microsoft liegen“. Digitale Souveränität müsse zu einer grundlegenden schulischen Kompetenz werden. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Automatisierung verändern Arbeitswelt, Demokratie und Lernen. Südtirol könne passiver Beobachter bleiben oder sich als Modellregion für verantwortungsvolle Innovation und talentorientierte Ausbildung positionieren. 

    Der Hinweis war auch ein Wink Richtung NOI-Techpark, dieses heiße und wichtige Eisen endlich anzugehen. „Die Bewegungen rund um Donald Trump – ohne Maß, ohne klare Regeln – zeigen deutlich, wie unberechenbar diese Entwicklungen sein können“, betont Köllensperger. Er warnt zudem: „Es ist kritisch, dass amerikanische Interessen versuchen, undemokratische Entwicklungen in Europa zu beeinflussen, um bestimmte, ihnen genehme Parteien zu begünstigen – mit dem klaren Ziel, die Europäische Union zu schwächen.“

  • Generationenrente

    Nach Paul Köllensperger sprach Parteikollegin Maria Elisabeth Rieder über ein weiteres politisch heißes Eisen, nämlich die Generationenrente. Dabei handelt es sich um einen zukunftsweisenden Vorschlag des Team K, „um Altersarmut langfristig vorzubeugen und das bestehende Rentensystem nachhaltig zu ergänzen“. Angesichts des demografischen Wandels, sinkender Geburtenzahlen, steigender Lebenshaltungskosten und wachsender Unsicherheit in der Altersvorsorge brauche es neue Antworten auf alte Fragen. 

    Kern des Team-K-Modells ist die einmalige Einzahlung des Landes von 5.000 Euro bei der Geburt eines Kindes in einen langfristig angelegten Vorsorgefonds – eine Investition, die lediglich 0,26 % des Südtiroler Landeshaushalts entspricht, so Rieder. Eigentlich handle es sich um eine überschaubare Summe im Verhältnis zum Rekordhaushalt des Landes. Gerade in finanziell guten Zeiten sollte Südtirol bereit sein, nachhaltig in die Zukunft seiner Kinder und Enkelkinder zu investieren. 

    Ziel ist es, Altersarmut zu vermeiden, das Vertrauen junger Menschen in ihre Zukunft zu stärken und in zunehmend ungerechten Zeiten Generationengerechtigkeit zu schaffen. „Nachhaltigkeit bedeutet auch finanzielle Verantwortung – nicht erst morgen, sondern heute“, so Rieder in ihrer Stellungnahme.