Schülerbeirat von Presseamt versetzt
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Zwei Tage vor einem Treffen zwischen Gewerkschaften und Landesregierung lädt der deutsche Landesbeirat für Schülerinnen und Schüler zur Pressekonferenz. Weil das Landespresseamt allerdings einen eigenen Termin vergessen hat, muss das Gremium kurzfristig umdisponieren. Die eingeladenen Presseleute werden daraufhin vom Pressesaal im Landhaus 1 vor dem Silvius-Magnago-Platz zum Landhaus 11 neben dem Bahnhof geschickt. Die Szene dürfte symptomatisch dafür sein, wie mit jungen Menschen heute manchmal umgegangen wird.
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Schülerbeirat will Mitsprache
Der Schülerbeirat fordert ein Treffen mit den Protestgruppen der Lehrkräfte und den zuständigen Landesräten Philipp Achammer und Magdalena Amhof, um an den Schulen Klarheit zu schaffen. Das Anliegen wird den Verantwortlichen heute in einem Brief mitgeteilt.
Derzeit herrscht an den einzelnen Direktionen Willkür und Chaos bei der Organisation außerschulischer Aktivitäten – ob Maturareise, Universitätsbesuch oder gesundheitsfördernde Projekte. „Nachdem die Lehrerproteste in den vergangenen Monaten auch innerhalb der Schülerschaft zu intensiven Diskussionen geführt haben, wurde bewusst die Entscheidung getroffen, nun auch öffentlich Stellung zu beziehen“, erklärt Nadine Thomaseth, Vorsitzende des Schülerbeirats.
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„Wir fordern, dass die Parteien sich zusammensetzen, um eine konstruktive Lösung zu finden“, erklärt Aaron Robatscher aus Tiers und Mitglied des Schülerbeirats. „Bisher wurden wir als Hauptbetroffene in der öffentlichen Debatte ein wenig außen vorgelassen“, so Robatscher. Außerdem hofft das Gremium, dass die Proteste nach Beginn der Verhandlungen bald auslaufen werden.
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Verhandlung steht bevor
Ein erstes Treffen mit den Gewerkschaften des pädagogischen Personals und Teilen der Landesregierung findet diese Woche am Freitag statt. Das vereinbarten Landeshauptmann Arno Kompatscher, die drei Bildungslandesräte Philipp Achammer, Marco Galateo und Daniel Alfreider sowie Personallandesrätin Magdalena Amhof bei einer Aussprache letzte Woche.
Auch Andrea Perger von der Protestgruppe Qualitätsmarke Bildung Südtirol hat Ende letzten Jahres Gesprächsbereitschaft signalisiert. Einige Schulen überlegen bereits im Frühling wieder kleinere Ausflüge zu organisieren. „Mehrtägige außerschulische Aktivitäten sind während dem Schuljahr nicht machbar, weil der Planungsaufwand zu groß wäre. Aber wir hoffen, dass wir im neuen Schuljahr im Herbst 2026 zum Normalbetrieb zurückkehren können“, erklärte Perger gegenüber SALTO.
Ob beispielsweise die Maturareise an mancher Schule tatsächlich nur eintägig stattfinden wird, das will der Schülerbeirat nun mit den Verantwortlichen aushandeln – es bleibt zu hoffen, dass die Organisation der Räumlichkeiten dieses Mal reibungsloser abläuft.
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Da reden die Polli tiker von…
Da reden die Polli tiker von Bildung, Respekt, Professionalität und dann wieder so etwas.
Einfach nur zum Schämen!!
„Bisher wurden wir als…
„Bisher wurden wir als Hauptbetroffene in der öffentlichen Debatte ein wenig außen vor gelassen“, so Robatscher.
Ja, das stimmt. Es ging vor allem um den Ausgleich der Interessen zwischen Lehrerschaft, Politik und gegebenenfalls Eltern. Die Kinder und Jugendlichen kamen, wie so oft, unter die Räder. Dabei sind sie es doch, für die es die Institution Schule überhaupt gibt. Alle Bemühungen der Schule, der Lehrer, und auch die außerschulischen Aktivitäten zielen auf den Lernfortschritt der Schüler. Umso unverständlicher ist es, dass sie sich jetzt mit einer Situation auseinandersetzen müssen, die sie nicht geschaffen haben und die sich schon über Monate hinzieht. Die Kinder müssen sozusagen die Erwachsenen an einen Tisch bringen, um Klarheit über ihre Maturareise usw. zu erlangen.
Wenn das nicht der Stoff für ein absurdes Theater ist! Tragisch und komisch zugleich.